Alte Warburger Weggefährten treffen sich

Alte Warburger Weggefährten treffen sich

Vierzehn große Ordner umfasst das Werk. Nein, es ist nicht das deutsche Steuergesetz, es ist die Chronik des Schiedsrichterwesens des ehemaligen Fußballkreises Warburg, die im November vorgestellt werden soll. Erstellt hat diese Chronik kein Geringerer als der Warburger Ehrenschiedsrichterobmann Hans-Georg Günther, der von 1989 bis zum Jahr 2009 auch Mitglied des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA) war. Ob die Ausbildung der ersten beiden Schiedsrichterinnen aus dem Fußballkreis Warburg im Jahr 1980 oder der Beginn der Partnerschaft mit den Schiedsrichtern aus dem Kreis Worbis (Thüringen) im Jahr 1990: In der Chronik finden sich alle wichtigen Ereignisse der Warburger Schiedsrichtervereinigung wieder.

Die Chronik will Hans Georg Günther im November ehemaligen Schiedsrichtern und Weggefährten vorstellen. „Voraussichtlich in Wormeln möchte ich mit unseren früheren Schiedsrichtern, die jetzt über 60 Jahre alt sind, Erinnerungen aufleben lassen“, erklärte Hans-Georg Günther. Ehemalige Schiedsrichter aus Warburg, die an dem Treffen teilnehmen möchten, können sich ab sofort bei Hans-Georg Günther melden: Tel.: 05641 – 5220

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Ehrung für „Scheppes“

Ehrung für „Scheppes“

Eine Ehrung der besonderen Art erlebten am vergangenen Samstag die westfälischen Lehrwarte im Rahmen ihrer jährlichen Tagung: Der Verbandsschiedsrichterausschuss (VSA) holte im Zuge dieser Veranstaltung die Ehrung von Detlef Scheppe zum Schiedsrichter des Jahres 2013 nach.

„Wir würdigen damit Detlefs langjährige herausragende Leistungen“, erklärte der Vorsitzende des VSA, Michael Liedtke. In seinen 18 Jahren im deutschen Profifußball machte sich Detlef Scheppe insbesondere einen Namen als Schiedsrichter-Assistent. Allein in der Fußball-Bundesliga stand er 251 Spiele an der Seitenlinie und war 51 Begegnungen als Vierter Offizieller im Einsatz. „Detlef ist ein absoluter Teamplayer, der immer den gemeinsamen Erfolg des Schiedsrichter-Teams in den Vordergrund gestellt hat“, lobte Michael Liedtke den ehemaligen FIFA -Assistenten.

Zwischenzeitlich hat „Scheppes“ seine Karriere im Profifußball beendet und fand im Anschluss an die Auszeichnung offene Worte zu seinem letzten Jahr im bezahlten Fußball. „Ich verstehe den Titel „Schiedsrichter des Jahres 2013“ nicht unbedingt als Auszeichnung für die Leistungen in diesem Jahr. Die waren nämlich nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Es ist vielmehr eine Auszeichnung für 18 Jahre Profifußball“, erklärte der 46-jährige Schiedsrichter im Dienste des SV Rothemühle.

Detlef Scheppe erinnerte an die vergangene Saison, in der er leider zweimal die Schattenseite des Schiedsrichterdaseins kennenlernte. Nach einem nicht gegebenen Tor am ersten Spieltag in Hoffenheim sowie nach einem Abseitstor in Hannover kurz vor der Winterpause geriet der langjährige Schiedsrichter-Assistent im Team von Thorsten Kinhöfer in den medialen Fokus. Mitgründe für seinen freiwilligen Rückzug aus der Bundesliga. „Es gibt Momente im Leben, da gibt es ein Zeichen vom Himmel und dann weiß man, was man tun muss. Seit dem Hannover-Spiel hatte es mir keinen Spaß mehr gemacht, die Tasche für ein Spiel zu packen. Das war für mich der Indikator, um zu sagen: ‚Ich höre auf‘.“

Die Entscheidung bereut Detlef Scheppe bis heute nicht. Auch wenn er zugibt, am Vorabend der Lehrwartetagung sehr wehmütig gewesen zu sein, als er sich das Eröffnungsspiel der Bundesliga nur vom Fernsehsessel angeschaut hatte – ohne das Gefühl, ein Teil des Ganzes zu sein. Dennoch bleiben die positiven Erinnerungen an seine Profilaufbahn besonders stark hängen. „Toto, Fischi und ich – wir waren ein Weltklassegespann, das die westfälischen Farben positiv nach außen getragen hat. In der Szene galten wir immer als Team mit dem meisten Spaß bei höchster Professionalität“, erklärte Detlef und erinnerte unter anderem an das Pokalendspiel zwischen Bayern München und dem SV Werder Bremen im Jahr 2010, das dem Trio sehr gute Bewertungen eingebracht hatte.

Wie besonders das Verhältnis zwischen „Scheppes“, „Toto“ und „Fischi“ ist zeigt auch ein Blick in die Statistik: Über 200mal waren die beiden Westfalen bei Spieleinsätzen gemeinsam in einem Schiedsrichterteam – national wie international, mit Christian Fischer insgesamt 111 Einsätze. Die Drei verbindet mittlerweile mehr als nur die gemeinsame Zeit in den deutschen Fußballstadien. „Wir gehen sportlich nun getrennte Wege, aber nicht privat“, hatte Detlef Scheppe zu Thorsten Kinhöfer nach seinem Rückzug gesagt. Dass dies nicht nur eine Floskel ist, sondern auch mit Leben gefüllt wird, zeigte sich bereits am Samstag der Ehrung. Detlef Scheppe musste die Tagung frühzeitig verlassen. Er war vom Schiedsrichter-Team um Thorsten Kinhöfer und Christian Fischer nach Berlin eingeladen worden, denn der 46-jährige Herner leitete dort sein 200. Bundesligaspiel.

Von der Linie an die Pfeife in Liga vier

Von der Linie an die Pfeife in Liga vier

Foto: Nils Heimann

Wenn am 1. August die Regionalliga-Saison 2014/15 angepfiffen wird, beginnt auch für Philip Holzenkämpfer ein neuer Lebensabschnitt. Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband hat den 27-jährigen Rheinenser als Schiedsrichter für die vierthöchste deutsche Liga berufen.

Dort ist er kein Unbekannter. Schließlich assistiert Holzenkämpfer bereits seit zwei Jahren regelmäßig in dieser Spielklasse. Doch kannte er im Stadion Essen, im Niederrheinstadion in Oberhausen oder in der Krefelder Grotenburg nur die Seitenlinien, so wird er bald in diesen Traditionsstätten auch die Spielfeldmitte kennenlernen. Die frohe Botschaft verkündete ihm Verbandsschiedsrichterobmann Michael Liedtke persönlich am Telefon. Ich habe nicht damit gerechnet, habe es aber natürlich im Stillen gehofft und immer versucht, Bestleistungen auf dem Platz zu erbringen“, erklärt Holzenkämpfer, der FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark zu seinen Vorbildern zählt. Im dritten Oberliga-Jahr hat es nun mit dem Aufstieg für den Nordwestfalen geklappt, dem man seinen Willen, sich stetig zu verbessern, deutlich anmerkt.

Ehrgeizig und bescheiden

Besonders dieser Ehrgeiz, gepaart mit der Umsetzung von konstruktiven Ratschlägen der Beobachter, war für den Schiedsrichter von GW Rheine ein wichtiger Faktor für seinen Erfolg. Angesprochen auf seine Stärken wird er dagegen wortkarg. „Das ist sicher etwas, das meine Beobachter besser beantworten könnten. Ich versuche grundsätzlich die Ruhe zu bewahren und damit den Blick immer wieder auf Einzelsituationen lenken zu können“, erklärt der 27-Jährige.

Aufstrebenden Schiedsrichtern mahnt der Nordwestfale insbesondere zur Bodenständigkeit. Zudem sei die Selbstreflexion der eigenen Leistungen wichtig, um im Schiedsrichterwesen seine eigenen Ziele tatsächlich erreichen zu können. Bei allem Ehrgeiz, bei aller Selbstkritik und trotz der guten Leistungen weiß aber auch Holzenkämpfer aus eigener Erfahrung, dass man sich die Schiedsrichter-Welt nicht malen kann, wie es einem gefällt. Im ersten Oberliga-Jahr musste der gelernte Verkaufs- und Bauelementefachberater lange Zeit aus gesundheitlichen Gründen pausieren. „Das drückte doch immer mal wieder meine Stimmung. Ich habe da viel Verständnis von meiner Familie erfahren, das hat mich gestärkt“, so Holzenkämpfer, der heute selbst aus dieser negativen Phase das Positive herauszieht.

Neue Spielertypen in der Regionalliga

In der Regionalliga will sich der Rheinenser nun erst einmal etablieren. Schließlich bedeutet jeder Aufstieg für einen Schiedsrichter zunächst, sich mit neuen Spielertypen auseinander setzen zu müssen. „Die Erfahrungen mancher Akteure ist schon bemerkbar auf dem Feld. Das erhöht immer auch die Spielgeschwindigkeit und verlangt dem Schiedsrichtergespann natürlich mehr ab“, ist sich der Referee über die Unterschiede zwischen Ober- und Regionalliga aus seiner Tätigkeit als Assistent in der vierthöchsten deutschen Liga bewusst.

Doch bevor die Saison beginnt, hat Holzenkämpfer erst ganz persönliche Ziele für die nahe Zukunft: „Zunächst die Koffer packen für den Urlaub“, sagt der 27-Jährige lachend. „Ich verbringe mit meiner Frau, die mich bei meiner Schiedsrichtertätigkeit immer unterstützt hat, eine Woche auf Gran Canaria. Danach kann ich dann gut erholt in den Regionalligalehrgang starten.“

 

 

Auf nach Borgholzhausen!

Auf nach Borgholzhausen!

Wer hätte in den ersten beiden Jahren seines Bestehens daran gedacht, dass aus dem Baby „Referees Run“ einmal ein Teenager wird. Nun ist es soweit: Der 10km-Lauf – mittlerweile in vielen westfälischen Schiedsrichtervereinigungen als offizielle Saisonabschlusstour etabliert – findet am 14. Juni 2014 um 21:30 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Nacht von Borgholzhausen“ zum zehnten Mal statt. Dazu laden der Verbandsschiedsrichterausschuss und der LC Solbad alle westfälischen Schiedsrichter herzlich nach Ostwestfalen ein.

Nicht zuletzt aufgrund des Jubiläums hoffen VVSA Michael Liedtke und sein Team auf eine Rekord-Teilnehmerzahl. Ab 23 Uhr laden die Veranstalter wieder in das FLVW-Zelt ein, um die Sieger zu ehren und die Nacht von Borgholzhausen zum Tage zu machen. Neben dem Gesamtsieger werden auch die laufstärksten Schwarzkittel in den Altersklassen (bis 25 Jahre, 26-35 Jahre, über 35 Jahre) sowie die schnellste Schiedsrichterin geehrt.

Wichtig: Alle Schiedsrichter aus dem Verbandsgebiet Westfalen können sich bis zum 25. Mai 2014 über die Kreise bei ihrem Kreisschiedsrichterausschuss für den Referees Run anmelden, der die Meldungen gesammelt an den FLVW (Gisbert Gondolf) schickt. Alle Anmeldungen werden dann an den Ausrichter weitergeleitet. Schiedsrichter außerhalb des westfälischen Verbandsgebietes können sich per E-Mail direkt bei Gisbert Gondolf (gisbert.gondolf@flvw.de) anmelden. Die Teilnahmegebühr beträgt 12 €. Die Ausschreibung zum Referees Run 2014 kann hier heruntergeladen werden: refereesrun2014_ausschreibung.pdf

Tagung mit lern- und unterhaltungswert

Tagung mit lern- und unterhaltungswert

Neue Legislaturperiode, neuer Lehrwart – alles beim Alten?! Mitnichten! Die erste Lehrwartetagung in der neuen Amtszeit war Dank Oliver Topp und Karsten Jonsson alles andere als inhaltsarm.

Ob aus Tecklenburg oder dem Siegerland, ob aus dem Ruhrgebiet oder OWL – aus allen Himmelsrichtungen strömten am ersten Septemberwochenende die westfälischen Lehrwarte in die Sportschule Kaiserau. Die Lehrwartetagung begann mit „Business as usual“: beim gemeinsamen Frühstück stand nicht nur das große Wiedersehen der westfälischen Lehrwarte, sondern auch ein erstes Beschnuppern der Amtsneulinge auf dem Programm. Auch die Informationen des Vorsitzenden lieferten den üblich interessanten Inhaltsstoff. Als aber „die Stunde des Lehrwarts“ geschlagen hatte, wussten auch die Lehrwarte aus der letzten Reihe, dass die Zeiten der einseitigen Berieselung bei den Tagungen passé sind.

Der neue Verbandslehrwart Olli Topp führte den Regelpäpsten verschiedene Lehrtechniken zur Bestreitung der heimischen Lehrabende vor. Zunächst stand eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, bei der unter anderem Lehrwarte aus Gelsenkirchen sowie aus Büren- Paderborn über die „Disziplinarkontrolle“ und ihre unterschiedlichen Facetten diskutierten. Dabei waren die richtige Taktik im Umgang mit persönlichen Strafen und Maßnahmen zur Verhinderung möglicher administrativer Fehler (z.B. bei der Eintragung im Spielbericht) Gesprächsthemen. Bei der zweiten Lehrtechnik – dem World Cafe – wurden alle Teilnehmer zu Probanden. Sie mussten an fünf verschiedenen Stationen die Erfahrungen aus ihren Kreisen zum Besten geben, unter anderem zu den Themen „Schiedsrichtergewinnung“ oder „Umgang mit Perspektivschiedsrichtern“. Jeweils ein Lehrwart blieb dauerhaft an der Station und fasste am Ende die Ergebnisse der Diskussionen zusammen. Die Teilnehmer hatten somit nicht nur eine interessante Lehrtechnik kennengelernt, sondern konnten gleichzeitig auch den Erfahrungsaustausch zu verschiedenen Themen aus den Kreisen fördern.

Rene Gimmler und Stefan Tendyck bei der Demonstration einer "Lehrform" | Foto: Hennig
Rene Gimmler und Stefan Tendyck bei der Demonstration einer „Lehrform“ | Foto: Hennig

Der zweite Teil der Lehrarbeit bestand aus Videoarbeit – insbesondere zu den Regeländerungen. Bei der Analyse der Spielszenen offenbarte sich mal wieder, dass bei drei Lehrwarten auch vier unterschiedliche Meinungen zu einer Szene möglich sein können. Insbesondere wenn die Frage „Abseits“ oder „Kein Abseits!“ vorlag. Diese Diskussion schürte die bekannten Emotionen und deckte Meinungsverschiedenheiten zur neuen, aktuellen Regelauslegung offen. Karsten Jonsson hatte somit die ambitionierte Aufgabe, allen Lehrwarten die FIFA- und DFB-Anweisungen zu verdeutlichen, so dass auch auf den westfälischen Plätzen mit einer möglichst einheitlichen Linie gepfiffen wird. Bei aller Diskussion blieb es harmonisch, was nach den vergangenen Tagungen ja nicht zwingend als selbstverständlich anzusehen war. Am Ende waren die Teilnehmer froh über eine kurzweilige Tagung und schwirrten wieder in alle Himmelsrichtungen aus zurück in ihre Kreise.

Bilder von der Tagung


| Fotos: David Hennig

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