FLVW-SCHIEDSRICHTER

Das Online-Magazin für Westfalens Unparteiische

Bereit sein, an sich zu arbeiten

Regionalliga-Schiedsrichter Timo Gansloweit
Regionalliga-Schiedsrichter Timo Gansloweit | Foto: David Hennig

Timo Gansloweit pfeift für den SC Husen-Kurl 19/28 im Kreis Dortmund. Der 23-jährige ist seit 2011 als Schiedsrichter tätig und leitet seit dieser Saison Spiele in der Regionalliga West. Die Verbandsspielklassen durchlief er im Eiltempo, kam so schnell auf den „Radar“ des Verbandsschiedsrichterausschusses: 2014 Bezirksliga, 2015 Landesliga, 2016 Verbandsliga und 2017 schaffte er den Sprung in die Oberliga. Auf DFB-Ebene ist der Dortmunder zudem seit 2017 in der A-Junioren Bundesliga unterwegs. Wir haben mit dem Perspektivteamschiedsrichter gesprochen.

Was bedeutet es für Dich persönlich zu einem solchen auserlesenen Kreis von 15 bis 20 Schiedsrichtern in ganz Westfalen zu gehören?

Timo Gansloweit: Früher habe ich mir auf der Seite des Verbandes angeschaut, wer in diesem Team ist. Bereits da wollte ich ein Teil davon werden. Es ist eine große Ehre als besonders förderungswürdig angesehen zu werden. Als junger Schiedsrichter hat mir das einen besonderen Schub gegeben.

Du hast als junger Sportler den Weg bis in die Regionalliga gemeistert. Was war dafür nötig, was muss ein Schiedsrichter dafür leisten?

Gansloweit: Ich denke,  dass die Bereitschaft, an sich zu arbeiten, viel ausmacht! Es gibt für mich zwei Bereiche: die Lehrgänge und Prüfungen sowie die Leistung auf dem Platz.  Körperliche Fitness ist das eine, die Theorie das andere. Ich war nie ein Regelpapst, deshalb musste ich lernen, lernen, lernen. Auf dem Sportplatz geht es nur über Erfahrung. „Pfeifen, Pfeifen, Pfeifen“  war hier das Motto. Deshalb habe ich viele Spiele gepfiffen, konnte so Sachen ausprobieren und Lösungen für Probleme finden. Wichtig war hierbei, stets offen für andere Meinungen zu sein – und sich so stets zu verbessern.

Das klingt nach einer Menge Arbeit. Musstest Du viele „Opfer“ bringen?

Gansloweit: Wer ein ambitioniertes Ziel erreichen möchte, muss auch Opfer bringen. Gerade am Anfang habe ich in einer Saison über 100 Spiele gemacht, teilweise drei Spiele pro Wochenende. Später waren es dann weitere Anreisen zu meinen Spielen, z.B nach Hamburg oder Kaiserslautern. Da kann sich jeder vorstellen, dass die Freizeit, die Freunde und die Familie irgendwann kürzer kommen.

Timo, Deine Zeit im Perspektivteam endet spätestens zur nächsten Saison – nicht aufgrund schlechter Leistungen, sondern weil Du mittlerweile in der Regionalliga angekommen bist. Inwieweit hast Du als Mitglied der „FLVW-Talentschmiede“ profitiert?

Gansloweit: Grundsätzlich habe ich von vielen zusätzlichen Schulungen, dem Coaching-System und den Beobachtern profitiert!  Wir hatten nicht nur die allgemeinen Einstiegsprüfungen, sondern auch weitere, regelmäßige Veranstaltungen in der Sportschule mit top Referenten. Durch meinen persönlichen Coach, der anders als der Beobachter nicht nur einen Momentaufnahme von einem Schiedsrichter gewinnt, sondern eben auch langfristig Schwachstellen erkennt und Verbesserungen herbeiführen kann, habe ich ebenfalls viel mitnehmen können.  Doch auch die sehr guten, erfahrenen Beobachter haben mir direkt nach meinen Spielen viel nützliches Feedback gegeben. Denn als PT-Schiedsrichter erhält man nach dem Spiel immer ein ausführliches Coachinggespräch mit dem Beobachter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.