Börner leitet Endspiel des Westfalenpokals

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Der Drittliga-Schiedsrichter Bastian Börner wurde vom Verbandsschiedsrichterausschuss mit der Leitung des Finales des Krombacher Westfalenpokals betreut.

Wenn am Samstag, den 28. Mai, um 12.30 Uhr im Ahlener Wersestadion der Anpfiff zur Partie zwischen Rot-Weiss Ahlen und der SG Wattenscheid erfolgt, werden Börner die Assistenten Philipp Hüwe und Jörn Schäfer sowie Jürgen Meller als Vierter Offizieller an der Seitenlinie unterstützen. Dem Sieger der Partie winkt der Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.

Live dabei ist an diesem Tag auch die ARD, die in drei zeitversetzten Konferenzen am „Finaltag der Amateure“ erstmals alle Landespokalfinals bundesweit überträgt. Um 12.05 Uhr beginnt der erste Live-Block. Neben dem Krombacher Westfalenpokal-Finale werden zeitgleich fünf weitere Partien in der Konferenzschaltung übertragen.

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Studie zum Thema „Schiedsrichter und Medien“

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Schiedsrichter und Medien sind in der heutigen Zeit ein spannendes Feld. Das dachte sich auch Thorsten Eschmann, der im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz bis Ende Mai eine Studie mittels einer Online-Befragung durchführt. In seiner Arbeit untersucht er die Beziehung zwischen Fußball-Schiedsrichtern und den Medien. SR-Aktuell hat sich mit dem 26-jährigen Schiedsrichter aus dem Kreis Pirmasens/Zweibrücken im Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) unterhalten.

Thorsten, wieso hast Du dieses Thema gewählt? Was findest Du daran besonders interessant?
Die Fußball-Schiedsrichter stehen jedes Wochenende immer wieder im Fokus der Medien. Gerade in den hören Spielklassen wird jede strittige Entscheidung diskutiert. Aber auch in der lokalen Berichterstattung werden Schiedsrichter immer häufiger zum Thema. Da ich zum einen selbst seit zwölf Jahren als Schiedsrichter tätig bin und neben meinem Studium auch in verschiedenen Bereichen der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit arbeite, lag es nahe, mich in meiner Bachelor-Arbeit mit diesem Thema zu beschäftigen.

Hast Du bereits eine bestimmte These? Was soll Deine Arbeit zeigen?
Meine Arbeit soll die Beziehung zwischen Fußball-Schiedsrichtern und den Medien näher beleuchten und zudem auch zeigen, wie sich Fußball-Schiedsrichter über Sport, Fußball und ihre eigenen Spiele in den Medien informieren.

Ist es in Deinen Augen wichtig, dass Schiedsrichter sich mit dem Thema „Medien“ beschäftigen?
Ich denke, dass sich jeder Schiedsrichter mit den Medien beschäftigen sollte. Längst wird nicht mehr nur über die Profiligen ausführlich berichtet. Gerade das Internet und Social Media machen es möglich, dass auch jedes Amateurspiel zum Gegenstand der Berichterstattung werden kann. Zudem berichten beispielsweise die Lokalzeitungen oftmals sehr ausführlich auch über die unteren Amateurklassen. Ich denke, der Medienberichterstattung kann man sich heute als Fußball-Schiedsrichter nicht mehr entziehen

Der Bachelor-Student freut sich über jeden westfälischen Studienteilnehmer. Die Bearbeitung des Online-Fragebogens dauert circa 10 Minuten. Der Link: http://www.unipark.de/uc/BA_Eschmann/9f48/

Fußball verbindet

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Fußball verbindet, auch weit über nationale Grenzen hinaus: Ende letzten Jahres begann die Kooperation zwischen dem rumänischen Fußballverband von Bacau und dem FLVW, welche nun in einem Schiedsrichter-Austausch seinen vorläufigen Höhepunkt und einen wichtigen ersten Schritt fand.

sr-team-bacauIn der Woche nach Ostern besuchte eine kleine deutsche Delegation den Verband von Bacau für fünf Tage, um dort einige Ligaspiele (bis zur 4. Liga) zu leiten und den Erfahrungsaustausch der Verbände voranzubringen.

Florian Exner, Tobias Severins und Julius Bussemeier hatten gemeinsam mit Oliver Topp, Mitglied des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA), die Ehre, den deutschen Landesverband zu vertreten und erste internationale Erfahrungen zu sammeln. Dabei gab es auch die Möglichkeit zu zahlreichen Fachgesprächen, u.a. mit dem ehemaligen FIFA-Assistenten Daniel Munteanu und FIFA-Assistentin Alexandra Apostu.

„Dieser Austausch ist ein großer Erfolg für unsere künftige Zusammenarbeit. Wir wurden sehr gut aufgenommen und werden alles dafür tun, um diese Partnerschaft weiter voranzubringen“, resümierte Oliver Topp auf der abschließenden Pressekonferenz in Bacau. Auch sein Gegenüber Cristi Sava, Vorsitzender des Verbandes in Bacau, zeigte sich begeistert: „Ich bin überzeugt, dass die Partnerschaft mit dem FLVW den Fußball in Bacau deutlich voranbringen wird!“

Nun gilt es, diesen positiven ersten Kontakt weiter zu pflegen und zu vertiefen. Ein nächster Schritt könnte sein, dass auch bei entsprechender Gelegenheit eine rumänische Delegation nach Deutschland eingeladen wird.

Refugee? Referee!

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Schiedsrichter haben landesweit viele unterschiedliche Formen der persönlichen Motivation: Den einen reizt der finanzielle Ausgleich, mach anderen der kostenlose Eintritt zu allen Spielen auf DFB-Ebene. Die gewaltige Mehrheit allerdings agiert Wochenende für Wochenende aus vollster Überzeugung mit Pfeife oder Fahne in der Hand – mit Leidenschaft, Herzblut und maximalem Engagement. Die Religion des Einzelnen? Unwichtig. Die kulturelle Herkunft? Nicht von Bedeutung.

Besmir Rexhmati kam vor rund einem Jahr aus Albanien nach Deutschland. Ein begeisterter Fußballer, der sich für jede Form dieses Sports interessiert und informiert. Der 17-Jährige – im Mai wird er volljährig – lebt ohne seine Eltern in Deutschland, das One-Way-Ticket brachte ihn letztlich in den Kreis Steinfurt. Zu gering war die Lebensperspektive in der Heimat, zu groß der Wunsch nach persönlichem Wohlbefinden und Sicherheit.

Trotz aller Hürden gehört auch Besmir Rexhmati zur Schiedsrichter-Gilde im Kreis Steinfurt. Erst kürzlich hat er den Anwärterlehrgang durchlaufen und bestanden – nun er ist Steinfurts erster Refugee-Schiedsrichter. Gemeinsam mit Besmir legten neun weitere Steinfurter sowie ein Anwärter aus dem Kreis Tecklenburg ihre Prüfung erfolgreich ab.

Der 17-jährige Besmir (M.) und seine Lehrwarte: erfolgreiche Prüfung. (Foto: FC Galaxy)
Der 17-jährige Besmir (M.) und seine Lehrwarte: erfolgreiche Prüfung. (Foto: FC Galaxy)

„Wir wussten zu Beginn des Lehrgangs gar nicht, dass Besmir nur bedingt deutsch spricht. Das hat sich erst im Laufe des Abends herauskristallisiert“, berichtet Jan Lohmann, Lehrwart im Steinfurter KSA. „Er spricht die deutsche Sprache bereits sehr gut, aber natürlich kann er noch nicht alles verstehen.“ Die Prüfung war für Besmir trotz des sprachlichen Handicaps kein Problem: Die wenigen Fehlerpunkte fielen nicht ins Gewicht. „Wir waren positiv überrascht. Wir mussten manchmal zwar etwas langsamer reden, aber den Bogen hat er letztlich selbst ausgefüllt“, so Lohmann.

Die Sicherheit holt sich Besmir in den kommenden Wochen und Monaten auf dem Platz – in Eigenverantwortung. „Er hat das gleiche Potential wie jeder andere Anwärter. Auch hier sind die ersten Spiele sicher entscheidend“, glaubt Lohmann. Besmir wird zu Beginn seiner Laufbahn vorrangig im unteren Jugendbereich angesetzt und Unterstützung von einem erfahrenen Paten erhalten. Voraussichtlich wird ihn dieser Pate über die ersten drei Partien – so ist es sonst üblich in Steinfurt – hinaus in der Anfangszeit begleiten. „Wir gehen stark davon aus, dass die Vereine verständnisvoll reagieren werden, wenn etwa Spielbericht oder Passkontrolle unwesentlich länger dauern“, heißt es seitens des KSA.

Dass sich Besmir dem FC Galaxy Steinfurt angeschlossen hat, ist wenig überraschend. Der erst 2013 gegründete Kreisliga-A-Klub ist für sein Engagement bei der sportlichen Integration von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund deutschlandweit bekannt. Etwa die Hälfte der Spieler der ersten Seniorenmannschaft sind Migranten, drei Flüchtlinge haben sich erfolgreich im Team festspielen können. „Besmir wollte unbedingt den Lehrgang machen“, erzählt der 1. Vorsitzende Ali Pish Been, selbst als Unparteiischer aktiv. „Wir haben ihn gern angemeldet und sind gespannt, wie er sich entwickelt.“

Pish Been ist mit seiner Familie vor vielen Jahren selbst aus dem Iran geflüchtet, kann die Motive in der heutigen Zeit daher besonders gut nachvollziehen. „ Wir betreuen die Personen auch abseits des Platzes. Es wäre wenig sinnvoll, unser Engagement auf den Fußball zu beschränken“, sagt er. So ist es auch bei Besmir: Ihn hat Pish Been ebenfalls unter seine Fittiche genommen und für den Schiedsrichter-Job begeistern können. In den ersten Spielen möchte er „seinem“ Schützling – unabhängig vom Paten – zusätzlich beratend zur Seite stehen. „Es kann nicht schaden, wenn jemand Vertrautes dabei ist“, so Pish Been.

Flüchtlinge als Schiedsrichter – dieses Grundprinzip könnte sich in naher Zukunft in vielen Kreisen etablieren. In Steinfurt jedenfalls ist der Startschuss erfolgreich gefallen. Für den kommenden Lehrgang gehen die Verantwortlichen im Hinterkopf bereits mögliche Szenarien durch. Womöglich wird es in Kooperation mit den Nachbarkreisen einen zweiten Lehrgang in leicht veränderter Form geben. Nicht unwahrscheinlich, dass der FC Galaxy wieder seine Füße im Spiel hat.

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