„Ich würde nicht viel anders machen“

Er galt bis zuletzt als einer der loyalsten Schiedsrichter im Verband: Thomas Altgeld war immer mit Leib und Seele dabei. Insgesamt 17 Jahre war der Referee des TuS Stockum aktiv an der Pfeife, zuletzt in der Regionalliga West. Damit war er der klassenhöchste Schiedsrichter im Kreis Bochum. Auf eigenen Wunsch beendete Altgeld im Sommer seine aktive Laufbahn. Im Interview mit Leonidas Exuzidis spricht der 35-Jährige über seine langjährige Erfahrung und seine ungewohnte Freizeitplanung.

Thomas Altgeld im Regionalliga-Einsatz in Kray | Foto: David Hennig
Thomas Altgeld im Regionalliga-Einsatz in Kray | Foto: David Hennig

Thomas, seit dem Sommer hast Du sonntags in der Regel frei. Was machst Du da um 15 Uhr?

Altgeld: (lacht) Das ist eine gute Frage, schwierig zu beantworten. Aber Langeweile ist bislang noch nicht aufgekommen. Man holt vieles nach, was aus zeitlichen Gründen zuvor etwas kürzer treten musste. Ganz klassische Dinge, wie etwa Freunde treffen, mit der Familie etwas unternehmen oder auch mal nur etwas entspannen.

Wie sehr fehlt Dir die Tätigkeit als Schiedsrichter, wie sehr genießt Du jedoch auch die freie Zeit?

Naja, darüber kann ich seit dem Sommer kaum nachdenken, da ich jede freie Minute – sonntags ausgenommen – in meinen Hausumbau investiere. Freie Zeit bleibt somit aus. Manchmal denkt man aber schon darüber nach, wie es war und welch tolle Erinnerungen haften bleiben.

Dein letztes Spiel war das Endspiel des Verbandspokals zwischen Verl und Lotte, das sogar im Fernsehen übertragen wurde. Hätte es ein schöneres Ende geben können?

Nein! Das war ein echtes Erlebnis zum Abschluss.

Blicken wir 17 Jahre zurück: Erinnerst Du Dich noch an die Anfangszeit als Schiedsrichter?

In Bruchstücken, ist ja schon ein paar Jahre her …(lacht). Wenn man Fotos aus alten Tagen sieht, dann ist es schon sehr amüsant, wie man gestartet ist.

Thomas Altgeld (Mitte) mit seinen Assistenten Marcel Brinkpeter (li.) und Claas Steenebrügge (re.) | Foto: David Hennig
Thomas Altgeld (Mitte) mit seinen Assistenten Marcel Brinkpeter (li.) und Claas Steenebrügge (re.) | Foto: David Hennig

Was war letztlich entscheidend für eine so erfolgreiche Karriere?

Ich war immer mit viel Spaß und Freude an der Sache dabei. Als junger Schiedsrichter habe ich stets versucht, mir etwas von den „Großen“ abzuschauen. Was letztlich zu mir passte, habe ich auch in meinen Spielleitungen umgesetzt.

Was hat Dich in der langen Zeit besonders geprägt?

Die Kameradschaft und die vielen guten Freundschaften, die auch jetzt noch privat halten.

Angenommen, Du könntest die Reset-Taste drücken: Was würdest Du rückblickend anders machen?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Aus jedem Spiel habe ich versucht, immer etwas Gutes mitzunehmen und dadurch besser zu werden. Ich würde grundlegend nicht viel anders machen – denn mit meiner Laufbahn als Schiedsrichter bin ich sehr zufrieden.

Lieber Thomas, vielen Dank für das Interview.

Leonidas Exuzidis

Leonidas Exuzidis

ist als Schiedsrichter in der Landesliga und in der B-Junioren-Bundesliga tätig. Journalistische Erfahrung hat er bereits neben seinem Studium des wirtschaftspolitischen Journalismus bei verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften und dem Radio sowie während seines Volontariats gesammelt.
Leonidas Exuzidis

Letzte Artikel von Leonidas Exuzidis (Alle anzeigen)

EmailEmpfehlen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Visit Us On FacebookVisit Us On Twitter