Neue Aufgaben motiviert angehen

Der Verbandsschiedsrichterausschuss hat mit Lehrwart Oliver Topp und Beisitzerin Simone Horn zwei neue Gesichter bekommen. David Hennig sprach mit den beiden „Neuen“ im Verbandsschiedsrichterausschuss.

Oliver und Simone, wie waren Eure ersten Wochen im Verbandsschiedsrichterausschuss?

Oliver Topp: Terminreicher als ich gedacht habe. Nach der konstituierenden Sitzung standen gleich die ersten Beobachtungen während des U15-Sichtungslehrganges im SportCentrum Kaiserau und die Teilnahmen an Staffeltagen an. Aber es macht Spaß, in einem gut funktionierenden Team zu arbeiten und die neue Herausforderung anzutreten.

Simone Horn: Die ersten Wochen waren ganz entspannt, was wohl daran liegt, dass ich kurz nach der konstituierenden Sitzung in den Urlaub gefahren bin. Lediglich der E-Mailverkehr hat deutlich zugenommen – bisher ist der aber noch problemlos zu stemmen.

VSA-Beisitzerin Simone Horn | Foto: David Hennig
VSA-Beisitzerin Simone Horn | Foto: David Hennig

Ganz konkret: Welche Aufgaben habt Ihr im neuen VSA?

Topp: Ich könnte es mir jetzt einfach machen und sagen, dass ich für die Lehrarbeit verantwortlich wäre. Dazu zählen aber auch die Vorbereitungen von Lehrgängen und Tagungen. Ferner habe ich es mir auf die Fahnen geschrieben, nah an den Kreisen und für die Kreise tätig zu sein und so auch mal den einen oder anderen Schulungsabend in den Kreisen mitzugestalten. Das habe ich bereits in der Vergangenheit als Lehrwart in Büren in den Nachbarkreisen gemacht. Die Unterstützung der KSL sollte aber sicherlich der Schwerpunkt sein.

Horn: Ich bin für die Ansetzungen sämtlicher Frauen-, Mädchen- und Juniorenspiele im überkreislichen FLVW-Spielbetrieb zuständig. Außerdem prüfe ich, ob die Abrechnungen der Schiedsrichter mit den Angaben auf den Spielberichten übereinstimmen. Natürlich bin ich auch weiterhin Ansprechpartnerin für alle Schiedsrichterinnen im Verbandsgebiet.

Simone, Du bist die erste Frau im VSA. Was bedeutet dies für Dich?

Natürlich macht es mich schon ein wenig stolz, die erste Frau zu sein. Allerdings hat es für mich keine allzu große Bedeutung. Die Motivation ist bei mir mit Sicherheit keine andere als bei meinen Kollegen im VSA.

Wie stellt Ihr Euch zukünftig die Zusammenarbeit mit den Schiedsrichtern auf Verbandsebene und den Mitarbeitern der Kreisausschüsse vor?

Topp: Ansprechbar und präsent zu sein. Auf einer Ebene zu sein – ja, halt einfach weiterhin Schiedsrichter zu sein.

Horn: Eigentlich ändert sich hier für mich nichts. Für die Damen im Verbandsgebiet bin ich ja schon lange Ansprechpartnerin, was auch zunehmend genutzt wird. Ansonsten wünsche ich mir gute Zusammenarbeit bei den Lehrgängen und regen Kontakt über alle möglichen Medien oder bei Beobachtungen, Verbandsterminen und Lehrgängen.

Verbandslehrwart Oliver Topp | Foto: David Hennig
Verbandslehrwart Oliver Topp | Foto: David Hennig

Ihr seid bereits als Lehrwarte im Kreis aktiv gewesen. Welche Erfahrungen habt Ihr dort gesammelt?

Topp: Durchweg nur positive. Ich denke, dass man als Lehrwart durch seine aktive Tätigkeit in den überregionalen Klassen viel weiter geben kann. Darüber hinaus arbeite ich auch gerne mit jungen Schiedsrichtern zusammen und habe es hoffentlich geschafft, trotz der Tatsache, dass wir häufig allein auf dem Platz stehen, einen gewissen Teamgeist im Kreis Büren vermittelt zu haben.

Horn: Die Arbeit als Lehrwartin hat mir immer viel Spaß gemacht. Dabei habe ich gemerkt, dass es nicht immer nur darum ging, als „Regelpapst“ zu agieren, sondern sich auch mit den jeweiligen Altersklassen auseinanderzusetzen und immer ein offenes Ohr für alle Schiedsrichter zu haben.

Oliver, Du bist seit 24 Jahren Schiedsrichter, pfeifst in der Oberliga. Ist es durchaus ein Vorteil für den Job als Lehrwart, noch aktiv zu sein?

Topp: Auf jeden Fall. Gerade als Schiedsrichter lernt man nie aus und wird immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert. Und gerade als Lehrwart erfährt man auch viel von den Erlebnissen anderer Schiedsrichter. Dabei aus der Praxis für die Praxis sprechen zu können, empfinde ich schon als wichtig.

Was reizt Euch an der Arbeit auf Verbandsebene? Wo liegen die Unterschiede?

Topp: Es ist natürlich eine große Herausforderung nunmehr für alle Schiedsrichter als Mitglied des Verbandsschiedsrichterausschusses in Westfalen verantwortlich zu sein und das Schiedsrichterwesen in unserem Verband weiter nach vorne zu bringen.

Horn: Ganz neu ist die Arbeit auf Verbandsebene für mich ja nicht. In der letzten Saison habe ich bereits die Ansetzungen in der Frauen Regionalliga und der Frauen Verbandsliga gemacht. Hin und wieder war ich als Unterstützung auch bei Team- oder Überprüfungslehrgängen dabei. Der Unterschied zur Arbeit im Kreis liegt bei mir einfach darin, dass es ein komplett anderer Aufgabenbereich ist.

Welche Themen liegen Euch persönlich besonders am Herzen?

Topp: Transparenz und Kommunikation. Wir haben unter uns Schiedsrichtern so viele tolle Persönlichkeiten, von denen alle Schiedsrichter partizipieren können. Ich würde mir wünschen zukünftig alle Schiedsrichter mit einbeziehen zu können und das gilt nicht nur für die Lehrarbeit. Aber sollte jemand ein tolles Thema haben, welches er oder Sie darstellen kann, so sollten wir das auch weiter in alle Kreise transportieren. Das Rad muss nicht jedes Mal neu erfunden werden.

Horn: Die Gewinnung von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Gerade seit der Zunahme der Gewalttaten ist es nicht einfach, junge Leute für unseren Job zu gewinnen.

Wo seht Ihr Handlungsbedarf im westfälischen Schiedsrichter-Wesen?

Topp: Dieses tolle Hobby weiter nach vorne zu bringen. Den Spaß, den dieses Hobby vermittelt, zu transportieren. Die Wichtigkeit dieses Jobs in einem Reifeprozess deutlich zu machen. Und last but not least das „Wir-Gefühl“ der Schiedsrichter in Westfalen zu stärken.

Horn: Die Außendarstellung der Schiedsrichter zu verbessern. Leider ist es oft so, dass über die Unparteiischen nur berichtet wird, wenn sie besonders negativ auffallen. Dabei gibt es auch sehr viel Positives, über das berichtet werden kann.

Wo liegt Eure Motivation?

Topp: Für mich ist diese Tätigkeit eine riesige Herausforderung. Ich habe aber in der zurückliegenden Zeit als Schiedsrichter viele schöne Dinge erfahren dürfen und in den Jahren auch immer wieder festgestellt, dass man als Schiedsrichter auch nur im Team stark ist. Das gilt es zu vermitteln und von diesen vielen schönen Erfahrungen möchte ich etwas weiter geben. Natürlich möchte ich auch dazu beitragen, möglichst viele Schiedsrichter aus Westfalen wieder in den Spitzenbereich des DFB zu bringen. Ohne dabei jedoch die Basis zu vergessen.

Horn: In erster Linie macht mir die Arbeit mit Schiedsrichtern Spaß. Dabei sind die unterschiedlichen Charaktere und Altersklassen schon eine Herausforderung. Gerade den jungen Schiedsrichtern möchte ich etwas von der eigenen Erfahrung weitergeben.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

David Hennig
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David Hennig

ist als Schiedsrichter in der Oberliga Westfalen und in der Regionalliga als Assistent aktiv. In seinem Heimatkreis Herne ist er als Lehrwart tätig. Als ausgebildeter Redakteur arbeitete er mehrere Jahre im Bereich Public Relations, bevor er im April 2016 sein Studium der Fächer Deutsch und Geschichte mit dem Ziel Lehramt fortsetzte. Seit Januar 2009 ist er als Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit des Verbandsschiedsrichterausschusses für die Inhalte von Schiedsrichter-Aktuell verantwortlich.
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