Aus Traum wird Realität

Aus Traum wird Realität

Die Freude hätte im Endeffekt kaum größer sein können. Für seine Leistungen auf einem konstant hohen Niveau wurde Sören Storks (VfL Ramsdorf, Kreis Recklinghausen) letztlich mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga belohnt – und ist nun auf einer noch größeren Fußballbühne unterwegs.

„Ich musste mich erstmal hinsetzen, als der Anruf kam“, erinnert sich Storks. Inzwischen hat der 28-Jährige die erfreuliche Nachricht auch voll realisiert – wenn auch mit etwas Anlauf. „Das hat schon ein paar Tage gedauert“, ergänzt er lachend. Unterhaching, Chemnitz und Kiel waren nur wenige der Orte, in denen sich Storks in der dritten Liga gut präsentierte. Seit 2013 pfeift er in der Dritten Liga, zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Nominierung für die 2. Bundesliga als Schiedsrichter-Assistent. Zur neuen Spielzeit also reist Storks unter anderem nach Freiburg, Kaiserslautern und Nürnberg – jetzt aber als Mann an der Pfeife. „Zunächst gilt es, erstmal in der neuen Liga anzukommen“, äußert Storks vorsichtig, aber realistisch. „Danach wird man sehen, was möglich ist, aber um das einzuschätzen, ist es einfach noch zu früh.“

Erstliga-Luft hat Storks allerdings durchaus schon geschnuppert: Das mit 30.000 Zuschauern ausverkaufte Testspiel zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund stand unter seiner Leitung, ebenso das Ersrtundenmatch im DFB-Pokal zwischen dem Regionalligisten SV Elversberg und dem FC Augsburg aus der deutschen Beletage. Storks sagt: „Das Spiel in Bochum war mein Highlight der Vorbereitung. Es ist schon was Besonderes, wenn man vor ausverkauftem Haus so ein Ruhrderby leiten darf.“

Gelungener Einstand

Sören Storks in der letzten Saison während der Oberliga-Begegnung ASC Dortmund gegen Westfalia Herne | Fotos: Heike Derbort
Sören Storks in der letzten Saison während der Oberliga-Begegnung ASC Dortmund gegen Westfalia Herne | Fotos: Heike Derbort

Etwas Besonderes war auch der erste Einsatz als Schiedsrichter-Assistent in der Bundesliga: An der Seite von Sascha Stegemann feierte Storks in der Partie Hertha BSC gegen Werder Bremen (1:1) am 2. Spieltag einen gelungenen Einstand. „Das war Gänsehaut pur. Und die Anspannung hat sich auch nach und nach gelöst.“ Dass das Spiel insgesamt gut gelaufen ist, rundet das Wochenende passend ab.

Nach dem altersbedingten Ausschied Thorsten Kinhöfers (Kreis Herne) ist Storks gemeinsam mit Thorben Siewer (Kreis Olpe) das neue westfälische Aushängeschild. Schritt für Schritt hat sich der sympathische Blondschopf hochgearbeitet, viel Arbeit und Zeit investiert, um dort anzukommen, wo viele junge Referees heimlich hin schielen. Dem Bezirksliga-Aufstieg im Jahre 2007 folgte prompt der Sprung in die Landesliga und später auch in die Oberliga. Und ehe er sich versah, landete Storks schon auf der DFB-Liste. „Ich denke, dass jeder Schiedsrichter auf Verbandsebene bereits einmal davon geträumt hat, im professionellen Bereich aktiv zu sein. Aber Druck sollte man sich nicht machen, denn geht man mit Druck in die Spiele, dann funktioniert es meistens nicht.“ Mit jedem Aufstieg, so der Ramsdorfer, werde der Sprung in den Profibereich persönlich greifbarer.

Wenn es zeitlich passt, ist der 28-Jährige aber auch auf Verbandsebene immer mal wieder aktiv. Die Umstellung fällt ihm dabei relativ leicht. „Je höher du kommst, desto körperlich robuster ist das Spiel. Man muss sich da vielleicht ein bisschen anpassen, damit alle zufrieden sind.“ Die Anpassung scheint gut zu gelingen. „Zumindest hielten sich die Beschwerden bislang in Grenzen“, so Storks lachend.

Zeitintensive Tätigkeit

Trotz des anhaltendes Erfolges gibt es auch ein Leben außerhalb der Pfeiferei – und auch Storks, mittlerweile Zimmerermeister, muss es irgendwie schaffen, seine zeitintensive Tätigkeit mit dem Berufsleben in Einklang zu bringen. „Die Kombination klappt gut, weil ich mir meine Arbeit inzwischen selbst einteilen kann. Das funktioniert aber nur, wenn der Arbeitgeber dich unterstützt und dir die Kollegen auch mal den Rücken freihalten“, so Storks. Die tägliche Arbeit ist es aber auch, die ihn im sportlichen Höhenflug immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Im Normalfall, so der Ramsdorfer, gehe das ganz schnell. „Um 5 klingelt der Wecker und dann gehe ich arbeiten – wie jeder andere auch. Ich halte es für wichtig, auch mal andere Sachen als Fußball im Sinn zu haben.“

Es ist also alles angerichtet für ein erfolgreiches Debüt in der neuen Liga. Storks „Ich stehe in den Startlöchern und bin gewappnet. Es kann losgehen.“ Vier Spieltage musste er warten – am fünften Spieltag folgt das Debüt: Der Schiedsrichter der Begegnung FSV Frankfurt gegen FC St. Pauli (Sonntag, 13.30 Uhr auf Sky) heißt Sören Storks.

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Ungebrochener Höhenflug

Ungebrochener Höhenflug

Wow, das ging wieder einmal ziemlich schnell für Max Krämer. Der sportliche Höhenflug des Schiedsrichters aus dem Kreis Münster ist weiterhin ungebrochen. Mit Abpfiff der abgelaufenen und vor dem Anpfiff der Vorbereitung für die anstehende Saison darf der 20-Jährige den Aufstieg aus der Westfalenliga in die Oberliga Westfalen feiern.

Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem Max Krämer am Ende einer Saison eine Sprosse auf der Karriere-Leiter nach oben klettert. Umso größer ist die Freunde, künftig in Deutschlands fünfthöchster Spielklasse zur Pfeife zu greifen. „Ich bin gespannt, wie groß der Unterschied zur Westalenliga wirklich ist“, freut sich Krämer. „Eigentlich war meine Devise, eine ordentliche Westfalenliga-Serie zu pfeifen und mich in dieser Klasse zu etablieren.“

Konstant starke Leistungen des jungen Münsteraners ließen den Traum vom Aufstieg von Tag zu Tag realistischer erscheinen. „Ich habe gegen Ende der Saison schon ein wenig damit gerechnet“, gibt Krämer zu und ergänzt: „Wirklich zuversichtlich fühlte ich mich allerdings erst nach meinem letzten Beobachtungsspiel in Mengede.“ Denn an diesem sonnigen Tag im Mai brachte Krämer das Dortmunder Derby zwischen Mengede 08/20 und dem ASC Dortmund gemeinsam mit seinen Assistenten Philipp Hagemann und André Frankrone sicher über die Bühne.

Hohe Laufbereitschaft

Zu Krämers großen Stärken gehört mit Sicherheit die große Ausdauer. Drei Mal schon konnte der Münsteraner den Referees Run im ostwestfälischen Borgholzhausen für sich entscheiden. Im Vorjahr meisterte Krämer die knapp zehn Kilometer lange Strecke mit einer sensationellen Zeit von 35:47 Minuten. „Ich denke, dass mir die körperliche Fitness im Spiel vieles erleichtert“, weiß Krämer, der seine sportliche Situation trotz des anhaltenden Erfolges durchaus einordnen kann. Krämer: „Schiedsrichterei ist und bleibt ein Hobby. Dinge wie Familie und Beruf sind wichtiger. Ich verändere durch den Aufstieg nicht meine Selbsteinschätzung.“

Damit die erste Oberliga-Saison auch entsprechend gut verläuft, tut Krämer vieles dafür, um die körperliche Fitness zu erhalten. Der 20-Jährige absolvierte die Vorbereitung bei einer Münsteraner Handballmannschaft und ging nebenbei noch vermehrt joggen. Es würde ihm selbst gut tun, so Krämer, wenn er sich fit fühle. Auch ein regelmäßiger Austausch mit seinem persönlichen Coach, Willy Westphal, war ein wichtiger Teil der Saisonvorbereitung.

Highlight: Relegation

In der Nachbetrachtung der abgelaufenen Saison 2013/2014 bleiben für Max Krämer, der nach Abschluss seines Bundesfreiwilligendienstes nun ein Medizin-Studium in Köln ins Auge fasst, allerdings nicht nur Erinnerungsstücke aus der Verbandsliga im Kopf. Vor einigen Wochen wurde er als Unparteiischer für ein Relegationsspiel um den Aufstieg in die U19-Bundesliga nominiert. Vor einigen Zuschauern kam da tatsächlich Stadionatmosphäre auf und das Spiel lief auch ordentlich. „Das hat wirklich Spaß gemacht“, blickt der Referee zurück. Die Spiele in der A-Junioren-Bundesliga sind für Krämer eine gelungene Abwechslung zu den Spielleitungen bei den Senioren. Und genau in dieser Liga startete Krämer in die neue Pflichtspiel-Saison: Im Kölner Franz-Kremer-Stadion pfiff Krämer am vergangenen Sonntag das Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem Wuppertaler SV.

Der Aufstiegs-Zug rollt weiter

Der Aufstiegs-Zug rollt weiter

Landesliga-Aufstieg 2011, Verbandsliga-Aufstieg 2012, Oberliga-Aufstieg 2013, Regionalliga-Aufstieg 2014: Was sich nach der Vita einer finanziell starken Amateurmannschaft anhört, ist in Wahrheit der ungebremste Erfolg von Alexander Ernst. Der Schiedsrichter des TuS Holzen-Sommerberg wird künftig in Deutschlands vierthöchster Spielklasse pfeifen.

Irgendwie scheint es, als sei die Erfolgsgeschichte zu schön, um letztendlich wirklich wahr zu sein. Der Schwerter selbst hatte zu Beginn der Saison nicht damit gerechnet, im Sommer erneut eine Sprosse auf der Karriere-Leiter höher zu klettern. „Ich wollte mich erst einmal in der neuen Liga zurechtfinden und Fuß fassen“, gibt Ernst zu. Fuß gefasst hat er sehr schnell. Umso begeisterter war der Referee aus dem Kreis Iserlohn dann auch, als ihn Verbands-Obmann Michael Liedtke kürzlich die erfreuliche Nachricht am Telefon übermittelte. „Ich war einfach nur überglücklich. Es war sehr schön, eine solche Bestätigung für die abgelieferten Leistungen in der letzten Saison zu bekommen“, so Ernst.

 Neue Herausforderungen in der vierten Liga

Die Regionalliga stellt für Alexander Ernst jedoch kein komplettes Neuland dar. In der abgelaufenen Spielzeit wurde der 21-Jährige bereits als Assistent in der vierten Liga eingesetzt. Ein Highlight war die Partie Rot-Weiss Essen gegen SG Wattenscheid 09, die sogar im Free-TV übertragen wurde. Nun greift Ernst in dieser Spielklasse selbst zur Pfeife – die Vorfreude könnte kaum größer sein. „In der Regionallliga spielen sehr viele Traditionsvereine und es sind auch Spieler dabei, die mal höherklassig aktiv waren. Mit diesen Gegebenheiten umgehen zu lernen, ist für mich besonders reizvoll.“

„Es war sehr schön, eine solche Bestätigung für die abgelieferten Leistungen zu bekommen“

Der Schwerter weiß allerdings auch, dass neben dem Sportlichen auch der zwischenmenschliche Umgang passen muss. „Man sollte mit seinen Gegenübern immer gut umgehen. Denn ohne die Unterstützung aus dem Umfeld wäre es für mich niemals so gut gelaufen“, betont Ernst, der die Zweikampfbewertung und das Spielverständnis als seine größten Stärken ansieht. Überheblich wirkt der frischgebackene Aufsteiger keineswegs. „Es läuft momentan sehr gut, aber es kann immer etwas passieren, dass mich zurückwirft.“ Deshalb will Ernst die Sommerpause intensiv nutzen, um sich auf die Regionalliga vorzubereiten.

 Aufstieg trotz langer Abstinenz

Seine Beobachtungen hatte der Perspektivteam-Schiedsrichter hauptsächlich in der Hinrunde. Schließlich verpasste er den Großteil der Rückrunde, weil er ein Auslandssemester in Barcelona absolvierte. Anpassungsschwierigkeiten nach der viermonatigen Auszeit waren trotzdem Fehlanzeige. An der Pfeife zeigte sich der Referee gewohnt souverän und ruhig. In Katalonien konnte Ernst auch etwas für seine Spielleitungen mitnehmen. „Ich war auf mich allein gestellt und habe viele neue Leute und Kulturen kennen gelernt“, erzählt der Schwerter. Das helfe ihm auch auf dem Platz, beispielsweise bei der Beurteilungen von Spielertypen im Vorfeld.

Ob es letztendlich sogar für den Sprung in die dritte Liga reicht, will Ernst noch nicht beurteilen. Seine Konzentration gelte primär der Regionalliga, langfristig allerdings denkt der junge Unparteiische schon an die nächste Etage im Aufzug. „Langfristig traue ich mir diesen Schritt zu“, erklärt Ernst selbstbewusst. In der Saison 2013/2014 konnte er zudem als Schiedsrichter in der A-Jugend-Bundesliga auf sich aufmerksam machen. „Die A-Jugend-Bundesliga war für mich eine sehr schöne Erfahrung. Man kommt über die Landesgrenzen hinaus und hat mit Spielern zu tun, die später möglicherweise im bezahlten Fußball landen.“

Auch abseits des Rasens hat Ernst ein erfolgreiches Projekt vorzuweisen. Ernst studiert im vierten Semester Sport- und Eventmanagement an der BiTS in Iserlohn. Dass er ein gewisses Grundverständnis für den Fußball besitzt, bewies der 21-Jährige vor nicht allzu langer Zeit, als er im Rahmen seines Studiums gemeinsam mit drei Kommilitonen einen alternativen Modus für die WM-Qualifikation entwarf. Das Konzept einer „League of Nations“ wurde mit der Bestnote 1,0 ausgezeichnet. Dieses Grundverständnis kann später der entscheidende Faktor sein, falls sein Aufstiegs-Zug auch in der Regionalliga weiter rollen sollte.

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