Ein „Dankeschön“ vor großer Kulisse

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Noch vor wenigen Wochen hätten die Schiedsrichterausschüsse der Kreise Lemgo, Detmold und Höxter es sicherlich nicht gewagt, ihren Fußballsport einmal ins Abseits zustellen. Doch die Aktion „DANKE SCHIRI“ des DFB gab Anlass, die Veranstaltung einmal außerhalb des Fußballplatzes durchzuführen.

Unter dem Motto “Sport verbindet“ empfing an diesem Tag der TBV Lemgo, vielfacher Deutscher Handballmeister und Pokalsieger, eine Gruppe von 24 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter der FLVW Kreise Lemgo, Detmold und Höxter zum Bundesliga-Handballspiel in der mit 5.000 Besuchern ausverkauften Lipperland-Halle. Und die Referees waren mehr als nur Zaungäste. Unter dem Applaus von TBV-Präsident Siegfried Haverkamp und den anwesenden Fußballprofis des DSC Arminia Bielefeld nahmen 9 Sportlerinnen und Sportler der Gruppe die Ehrung “Danke Schiri“ des Deutschen Fußballbunds entgegen. Zu den ersten Gratulanten gehörte das TBV-Maskottchen „Lippilotta“, das die Geehrten während der Halbzeitpause des Spiels gegen die Füchse Berlin auf der Spielfläche empfing, Und das einzeln per „Handshake“, nachdem der Name und ein persönlicher Slogan des jeweils ausgezeichneten Schiris auf den Anzeigetafeln der Halle erschienen war.

Zu den für langjähriges schiedsrichterliches Engagement Geehrten zählen neben Jessica Hildebrandt (Höxter) die Kameradinnen Kerstin Henke (Lemgo) und Heike Schnittcher (Detmold) sowie die Kameraden Klaus Teller, Michael Knöner (beide Lemgo), Klaus Dieter Meier, Kohder Souleiman-Omairat (beide Detmold) und Walter Boblest, Andre Hauswerth (beide Höxter).

Fast alle ausgezeichneten Sportlerinnen und Sportler greifen nicht nur selbst seit Jahrzehnten zur Pfeife. Sie sind vielmehr auch engagierte und wichtige Stützen ihrer Kreisschiedsrichterausschüsse. Daher wurde bereits der der Ehrung vorangestellte gemeinsame “Kaffeeklatsch“ zu einem lockeren und zugleich intensiven Erfahrungsaustausch genutzt. Am Ende dieses ereignisreichen Tages zogen die Beteiligten dann ein deutliches Fazit: „Erfahrungsaustausch und persönliche Kontakte über die üblichen Grenzen hinaus können unserer Sache wirklich dienen.“

FLVW und DEKRA sagen „Danke Schiri“

Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, Simone Horn, Beisitzerin des Verbandsschiedsrichterausschusses, Ulrich Jeromin, FLVW-Ehrenamtsbeauftragter, Luis Torres, Stephanie Poppe, Ismail Öztürk, Hermann Korfmacher, FLVW-Präsident, Michael Liedtke, Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses, und DFB-Schiedsrichter Sören Storks. | Foto: David Hennig
Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, Simone Horn, Beisitzerin des Verbandsschiedsrichterausschusses, Ulrich Jeromin, FLVW-Ehrenamtsbeauftragter, Luis Torres, Stephanie Poppe, Ismail Öztürk, Hermann Korfmacher, FLVW-Präsident, Michael Liedtke, Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses, und DFB-Schiedsrichter Sören Storks. | Foto: David Hennig

„Danke Schiri“ lautet das Motto der bundesweiten Aktion des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der DEKRA. Im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung zeichnete der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen e.V. (FLVW) nun die drei Landessieger in der DEKRA-Niederlassung in Dortmund aus. Dabei erhielten zwei Spätstarter und ein wahres Organisationstalent ein besonderes „Dankeschön“: Luis Torres (Kreis Gütersloh), Ismail Öztürk (Kreis Soest) und Stephanie Poppe (Kreis Iserlohn) wurden für ihr vorbildliches Engagement im Schiedsrichterwesen ausgezeichnet.

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FLVW-Präsident Hermann Korfmacher lobte das Engagement der Unparteiischen. | Foto: David Hennig

„Danke“ ist ein Wort, das eigentlich nicht oft genug gesagt werden kann. Dennoch hört man es viel zu selten. Gerade Schiedsrichtern wird nicht gerade häufig für ihren Einsatz und ihr Engagement gedankt. Dies war an diesem Abend anders: Hier standen drei Unparteiische im Mittelpunkt, die ein „Dankeschön“ verdient hatten. Einen besonderen Dank richtete FLVW-Präsident Hermann Korfmacher an die drei Anwesenden: „Ohne Sie, ohne alle 5000 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Westfalen wäre unser geliebter Fußball gar nicht vorstellbar.“ In seiner Laudatio sprach Korfmacher von keinen einfachen Zeiten für die westfälischen Unparteiischen. Gerade die Bilder von wütenden Trainern und motzenden Spielern aus der Bundesliga ließen jegliche Achtung vor den Regelhütern verlieren, die aus Leidenschaft und Liebe zum Fußball Woche für Woche ehrenamtlich auf dem Feld stehen. „Das Verhalten der Profis am Samstag wiederholt sich auch am Sonntagnachmittag bei den Amateuren. Die Leidtragenden sind oft genug die Schiedsrichter“, so der Präsident. Umso wichtiger sei es, mit dieser Aktion die so wichtige Tätigkeit in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

DEKRA unterstützt Aktion tatkräftig

Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, war an diesem Abend der Gastgeber. | Foto: David Hennig
Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, war an diesem Abend der Gastgeber. | Foto: David Hennig

Ein Anliegen, dass auch die DEKRA als Partner der DFB-Schiedsrichter gern tatkräftig unterstützt. „Neutralität, Sachverstand und Sicherheit – das sind die Werte, die sowohl bei DEKRA, als auch bei den DFB-Schiedsrichtern im Mittelpunkt stehen. Aber unsere Partnerschaft ist viel mehr als die Platzierung eines Logos, verbunden mit der entsprechenden Fernseh-Präsenz. So wirkt DEKRA an Kampagnen des DFB mit, um Schiedsrichter neu zu gewinnen und bei der Stange zu halten. Und wir tun das eben auch mit der Unterstützung der Aktion „Danke, Schiri! “, erklärte Jens Vieting, Leiter der Dortmunder DEKRA-Niederlassung.

„Die enorme Resonanz von der Basis zeigt: ja, wir möchten und wir müssen unseren Schiedsrichtern Danke für ihren tollen Einsatz sagen“, betonte Korfmacher. 26 von 29 westfälischen Kreisen haben jeweils eine Schiedsrichterin und zwei Schiedsrichter in den Kategorien „U50“, Ü50“ und „Schiedsrichterin“ nominiert. Dabei fiel die Auswahl der drei Landessieger nicht leicht. Denn aus allen Meldungen musste der Verbandsschiedsrichterausschuss (VSA) drei Landessieger auswählen:

Ein wahres Organisationstalent

Stephanie Poppe (re.) erhält ihre Urkunde aus den Händen von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.). Auch Jens Vieting (Mitte), Niederlassungsleiter der DEKRA in Dortmund, gratulierte. | Foto: David Hennig
Stephanie Poppe (re.) erhält ihre Urkunde aus den Händen von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.). Auch Jens Vieting (Mitte), Niederlassungsleiter der DEKRA in Dortmund, gratulierte. | Foto: David Hennig

Mit Stephanie Poppe aus dem Kreis Iserlohn zeichnete der VSA in der Kategorie „Schiedsrichterin“ ein wahres Organisationstalent aus: Die 30-jährige ist verheiratet und Mutter von zwei kleinen Kindern. „Ihre Geschichte ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man es tatsächlich schaffen kann, Schiedsrichtertätigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen“, lobte Michael Liedtke, Vorsitzender des VSA. Die ehemalige Fußballerin musste vor neun Jahren ihre aktive Laufbahn krankheitsbedingt beenden, ließ sich aber durch ihren Ehemann – der ebenfalls als Schiedsrichter aktiv ist – zum „Pfeifen“ motivieren. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, nach der Babypause wieder auf den Platz zurückzukehren“, so Liedtke. Denn Familie, Beruf und Hobby zu vereinbaren, erfordert großes organisatorisches Geschick. Doch Poppe geht ihrem Hobby weiter vorwiegend im Juniorenbereich mit großem Engagement und viel Freude nach und steht gerade jungen Schiedsrichterinnen in ihrem Kreis als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Ein Schiedsrichter, der sein Hobby lebt

FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.) gratulierte Schiedsrichter Luis Torres (re.) aus seinem Heimatkreis. | Foto: David Hennig
FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.) gratulierte Schiedsrichter Luis Torres (re.) aus seinem Heimatkreis. | Foto: David Hennig

In der Kategorie Unter 50 wurde Luis Torres aus dem Kreis Gütersloh geehrt. „Wir haben mit Luis jemanden ausgewählt, der dieses Hobby nicht einfach nur ausführt, sondern tatsächlich lebt“, sagte Liedtke. Der 47-jährige leitet Spiele bis zur Kreisliga A und gehört eher zu den „Spätstartern“: Torres begann seine Schiedsrichterlaufbahn erst mit 35 Jahren. Auch Luis warf eine Krankheit aus der Bahn und ließ ihn um sein liebstes Hobby, den Fußball, bangen. Doch er kämpfte sich zurück, suchte einen Weg, am Ball zu bleiben. Als Unparteiischer startete er schließlich 2003 einen Neuanfang. „Er ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass es sich auch nach einer aktiven Laufbahn durchaus lohnt, den Blick in das Schiedsrichterwesen zu wagen“, betonte der Vorsitzende. Mittlerweile leitet Torres rund 80 Spiele im Jahr. Seine sympathische Art schätzen nicht nur seine Schiedsrichter-Kollegen, sondern auch alle, die auf dem Platz mit ihm umgehen: von den Spielern bis hin zu den Verantwortlichen.

Ein sympathischer Fairplay-Botschafter

Ismail Öztürk (3.vl.) nimmt die Glückwünsche von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (2.vl.) entgegen. Jens Vieting (li.), Leiter der DEKRA-Niederlassung, und Michael Liedtke (re.) gehörten ebenfalls zu den Gratulanten. | Foto: David Hennig
Ismail Öztürk (3.vl.) nimmt die Glückwünsche von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (2.vl.) entgegen. Jens Vieting (li.), Leiter der DEKRA-Niederlassung, und Michael Liedtke (re.) gehörten ebenfalls zu den Gratulanten. | Foto: David Hennig

Noch später kam der Sieger in der Kategorie „Über 50“ zur Schiedsrichterei: Ismail Öztürk aus dem Kreis Soest entschloss sich erst mit 51 Jahren Unparteiischer zu werden. Vor 10 Jahren legte er sein Amt als Vereinsvorsitzender nieder, wollte aber noch dem Fußball treu bleiben und etwas für seine Gesundheit tun. „Das ist für uns Schiedsrichter natürlich ein Glücksgriff gewesen“, so Liedtke. Die Jahre zuvor hatte Öztürk bereits viele verschiedene Funktionen im Fußball bekleidet: ob als Spieler, Trainer oder Vereinsfunktionär – der heute 61-jährige engagierte sich immer besonders in den Vereinen, für die er tätig war. Heute hat er sich das Ziel gesetzt, der Jugend etwas zurückzugeben. Dabei ist ihm der Fairplay-Gedanke besonders wichtig. „Dass er seine Spesen auch hier und da den Jugendabteilungen spendet, sei ebenfalls am Rande erwähnt“, verriet Liedtke. Diese Werte versucht Öztürk jungen Leuten bei seinen Spielleitungen zu vermitteln und begeistert mit seiner Art auch andere für das Schiedsrichterwesen. Dadurch hat er nicht nur neue Schiedsrichter gewonnen, sondern diese auch durch Lehrgang und bei ihren ersten Spielleitungen begleitet. „Damit ist Ismail nicht nur ein Schiedsrichter – sondern auch ein Vorbild und sympathischer Fairplay-Botschafter mit einem Herz für die Jugend“, lobte der Vorsitzende.

„Wir haben heute drei sehr bescheidene Unparteiischen kennengelernt, für die ganz andere Dinge im Vordergrund stehen und eben nicht sie selbst. Das ist vorbildlich und tut dem Schiedsrichterwesen gut“, sagte Liedtke. Auf Poppe, Torres und Öztürk wartet nun noch ein weiteres Highlight: Sie werden den FLVW im Mai in Hannover auf der Ehrungsveranstaltung des DFB vertreten.

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Danke Schiri: Vorbilder beeinflussen den Nachwuchs

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„Ihr drei steht für unsere 165 Schiedsrichter im Kreis“, machte Schiedsrichter-Obmann Lars Lehmann bei der letzten Monatsschulung in einer kurzen Ansprache deutlich. Seine Worte richtete der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses Iserlohn im Gasthof Dederich in Menden-Lendringsen dabei an Stephanie Poppe, Andreas Molter und Yüksel Otur. Alle drei wurden für ihren Einsatz und ihr Engagement für das Schiedsrichterwesen im Fußballkreis Iserlohn geehrt.

Stephanie Poppe ist ebenso auf dem Feld unterwegs, wie ihr Mann Stephan mit dem sie zwei kleine Kinder hat. „Eine echte Schiedsrichterfamilie“, freute sich Lehmann über das Engagement der Eheleute. Die 30-jährige pfeift seit neun Jahren für den SC Hennen. Für Olympos Menden pfeift Andreas Molter. Er ist seit zehn Jahren Schiedsrichter und mit seiner harten aber gleichzeitig herzlichen Art sehr beliebt in der Schiedsrichtervereinigung Iserlohn. Der 37-jährige Molter pfeift Spiele bis zur A-Liga. „Menschen wie Andreas bilden das Rückgrat des Amateurfußballs in Deutschlands“, lobte Lars Lehmann. Bereits seit dem 10. März 1974 Schiedsrichter und damit inzwischen 42 Jahre an der Pfeife ist Yüksel Otur. Er zeichnet sich durch seine enorme Hilfsbereitschaft und schnelle Verfügbarkeit aus. „Unzählige Male hat er kurzfristig Spielleitungen übernommen und die Spiele dann sauber über die Bühne gebracht“, erzählte der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses bei der Ehrung über den für Borussia Dröschede pfeifenden 78-jährigen.

„Ihr gebt ein gutes Beispiel für unsere jungen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ab und nehmt dadurch Einfluss auf deren Entwicklung“, betonte Lehmann den Vorbildcharakter der drei Schiedsrichter. Alle drei erhielten aus den Händen von Lars Lehmann eine Urkunde und ein kleines Präsent. „Es war wichtig diesen drei Kameraden stellvertretend für alle Danke zu sagen“, unterstrich Lehmann.

Teilnahme an DFB-Aktion „Danke, Schiri!“

Die Ehrung des heimischen Kreis fand im Rahmen der deutschlandweiten Aktion „Danke, Schiri!“ statt, die vom DFB initiiert worden war. Es galt in den Kategorien Weiblich, U50 und Ü50 je einen Schiedsrichter im Kreis zu ehren. Hierzu erklärte der Vorsitzende der DFB-Schiedsrichter-Kommission Herbert Fandel: „Woche für Woche, Jahr für Jahr leisten besonders die Schiedsrichter an der Basis überall in Deutschland Ihren Dienst auf den Sportplätzen. Wenn sie das nicht machen würden, dann wäre überhaupt kein geordneter Fußballspielbetrieb mehr möglich, dann wäre der Fußball am Ende.“ Insgesamt sind bundesweit 75.000 Schiedsrichter im Einsatz.

Kreis 1 sagt „Danke Schiri“

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Drei Unparteiische zeichnete der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld im Rahmen der gemeinsamen Aktion „Danke, Schiri“ von DFB und DEKRA aus. Verena Brunstermann-Jasper und Paul Roling erhielten am Montag bei der März-Schulung in Lette aus den Händen des Kreisvorsitzenden Willy Westphal und des Schiedsrichterchefs Christoph Hanck die Urkunden und Schiedsrichter-Trikots mit dem DFB-Emblem. Uwe Doods soll die Ehrung nachträglich in Empfang nehmen.

In den Kategorien „Schiedsrichterin“, „Schiedsrichter unter 50 Jahre“ und „Schiedsrichter über 50 Jahre“ fiel die Wahl des Kreisschiedsrichterausschusses auf langjährige Unparteiische. „Wir wollen damit Danke für das langjährige ehrenamtliche Engagement sagen“, so der Christoph Hanck. Bewusst ausgewählt wurden drei Schiedsrichter, die aktuell nicht in höherklassigen Ligen pfeifen, sondern sich über Jahrzehnte für die Schiedsrichter-Zunft einsetzen.

Eine der ersten Frauen im Fußballkreis

Der Kreisvorsitzende Willy Westphal (l.) und der Schiedsrichterchef Christoph Hanck (r.) gratulierten Verena Brunstermann-Jasper zur Auszeichnung. | Fotos: Rupert Joemann
Der Kreisvorsitzende Willy Westphal (l.) und der Schiedsrichterchef Christoph Hanck (r.) gratulierten Verena Brunstermann-Jasper zur Auszeichnung. | Alle Fotos: Rupert Joemann

Die 47-jährige Verena Brunstermann-Jasper (GW Hausdülmen) leitet bereits seit 25 Jahren Spiele. Damit ist sie eine der ersten Frauen im Fußballkreis überhaupt gewesen, die den Schritt in die bis dahin rein Männer dominierte Schiedsrichter-Szene wagten. Bereut hat sie es keinesfalls. Und mithalten kann sie auch heute noch mit den meisten jüngeren Kollegen. Beim letzten Refeeres Run in Borgholzhausen lief Brunstermann-Jasper die zehn Kilometer in 53 Minuten. Damit war sie schneller als so manch männlicher Ober- und Landesliga-Schiedsrichter. Die Begeisterung fürs Pfeifen hat sie an ihren Sohn Henrik weitergegeben, der mittlerweile auch in der Kreisliga A aktiv ist.

Ein echtes Urgestein

Mit Paul Roling (SG Coesfeld) zeichnete der Schiedsrichterausschuss ein echtes Urgestein aus. Nach 47 Jahren als Schiedsrichter auf dem Platz beendete der 76-Jährige vor Kurzem seine Laufbahn. Bis in die Verbandsliga hatte es Roling früher gebracht und gehörte damit zu den absoluten Spitzenschiedsrichtern des Kreises. „Paul ist allen im Kreis ein Begriff“, lobten Westphal und Hanck den Geehrten. Noch heute gibt er seine Erfahrungen auf stets unterhaltsame, aber dennoch sehr kompetente Art und Weise an die jüngeren Kollegen weiter. Dass er immer für einen Spaß zu haben ist, zeigte Paul Roling auch Montag. Er zückte eine Schiripfeife aus der Tasche. „Das war 1968 meine allererste Pfeife“, sagte Roling grinsend und pfiff einmal laut.

Paul Roling wurde bei der DFB-Aktion "Danke, Schiri" geehrt. Er ließ es sich nicht nehmen, noch einmal in seine allererste Pfeife aus dem Jahr 1968 zu pfeifen.
Paul Roling wurde bei der DFB-Aktion „Danke, Schiri“ geehrt. Er ließ es sich nicht nehmen, noch einmal in seine allererste Pfeife aus dem Jahr 1968 zu pfeifen.

Jungen Schiedsrichtern Erfahrungen weitergeben

Gar nicht mehr im Kreisgebiet wohnend, aber dennoch immer noch fürs hiesige Schiedsrichter-Wesen aktiv ist Uwe Doods (SuS Hochmoor). Der 45-Jährige, der in Hamm lebt, ist weiter als Beobachter auf den Plätzen aktiv. Er selbst pfiff Spiele bis zur Oberliga und klopfte an die Regionalliga-Tür an, der damals dritthöchsten Liga. Jetzt konzentriert sich Uwe Doods darauf, seine Erfahrungen als Schiedsrichter-Assistent an die Nachwuchs-Schiedsrichter weiterzugeben. „Viele, die in den letzten Jahren aufgestiegen sind, hatten Uwe mit im Team – ich selbst auch schon vor zehn Jahren“, weiß Kreisschiedsrichterwart Christoph Hanck um die Qualitäten Doods. Mit seinem souveränen Auftreten und seiner Autorität an der Seitenlinie hält der erfahrene Doods den jungen Schiedsrichtern den Rücken frei. Diskussionen von außen unterbindet er so frühzeitig. Dass er weiß, wovon er spricht, zeigt sich schon daran, dass er selbst Lehrwart im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld war.

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