Miteinander statt gegeneinander

Miteinander statt gegeneinander

Trainerduo des Oberligisten SpVgg. Erkenschwick diskutiert mit Herner und Castroper Schiedsrichtern im SportCentrum Kaiserau

Auch in diesem Jahr nutzten die Schiedsrichter des Kreises 15 die Winterpause, um sich im Rahmen einer Halbzeittagung im SportCentrum Kaiserau an drei Tagen auf die Rückrunde vorzubereiten. Neben Gruppenarbeiten, Videoanalysen und zahlreichen Diskussionen bildete mit dem Besuch des Oberliga-Trainers Magnus Niemöller und seinem Co das Verhältnis zwischen Trainern und Schiedsrichtern einen besonderen Schwerpunkt.

„In der Oberliga sehen wir einen Schiedsrichter vielleicht zwei Mal im Jahr. Dann auch nur für 90 Minuten. Davon bleibt uns ein positiver oder negativer Eindruck“, erklärte Magnus Niemöller, Trainer des Oberligisten SpVgg. Erkenschwick. Das Ziel müsse die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Trainern und Schiedsrichtern sein, wozu auch Veranstaltungen wie diese beitragen. Tabelle, Vorberichte und Erfahrungswerte gehören für die Unparteiischen zur Spielvorbereitung dazu. Dass jedoch auch ein Trainer genau weiß, wer am Wochenende das Spiel leitet, kam für einige Unparteiische überraschend. „Auch der Schiedsrichter wird bei uns in der Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel thematisiert“, so Niemöller. Und sein Co ergänzte: „Schiedsrichter sind für uns wichtig, aber natürlich nicht der Mittelpunkt des Spiels.“

Die Schiedsrichter hörten gebannt zu - diskutierten am Ende aber ebenso eifrig mit | Foto: David Hennig
Die Schiedsrichter hörten gebannt zu – diskutierten am Ende aber ebenso eifrig mit | Foto: David Hennig

Im Umgang miteinander begegnen sich Trainer und Schiedsrichter, so das Erkenschwicker Trainerteam, zu selten auf Augenhöhe. „Mir ist das teilweise ein viel zu großes Babo-Gehabe“, sagte Stefan Mroß, Co-Trainer der 1. Mannschaft der SpVgg. Erkenschwick. Es gehe auf dem Platz häufig darum, wer am Ende der „Chef“ ist und mehr zu sagen habe. Auch Schiedsrichter-Lehrwart David Hennig stimmte dem zu: „Schiedsrichter und Trainer sind auf dem Platz per Definition „Alphatiere“ und deshalb beanspruchen beide in der Regel das Recht für sich, Recht zu haben.“ Dabei seien doch gerade Akzeptanz, Toleranz und Respekt wichtige Bausteine im Umgang miteinander. „Es gibt jedoch viele Situationen in denen gerade Trainer gegen diese verstoßen“, erzählte Niemöller. Auch er selbst habe das Prinzip nicht an jedem Sonntag so gelebt, wie der Oberliga-Coach es hätte leben müssen. „Hinzu kommt, dass auf beiden Seiten viel in Aussagen hinein interpretiert werden kann“, so Mroß. Ruft ein Trainer „Foul“, so könne das ein Unparteiischer in vielerlei Hinsicht deuten: positiv wie negativ, als Hilfestellung oder Kritik. All das erschwere das Miteinander.

„Das Regelwerk bietet gerade im Hinblick auf das Trainerverhalten einen großen Auslegungs- und Interpretationsspielraum. Und jeder Schiedsrichter hat hier eine unterschiedlich hohe Schmerz- beziehungsweise Toleranzgrenze“, beschreibt Lehrwart David Hennig die Problematik bei der einheitlichen Regelanwendung. In den Fußballregeln heißt es lediglich im Abschnitt zur Technischen Zone: „Der Trainer und alle übrigen Personen, die sich in der Technischen Zone aufhalten, müssen sich jederzeit korrekt verhalten.“ Dabei spielte gerade in den Reihen der Unparteiischen die „Außenwirkung“ des Trainerverhaltens eine entscheidende Rolle: „Äußert ein Trainer seine Kritik gegenüber des Schiedsrichter-Assistenten in einem ruhigen Ton ohne große Gestik, ist es etwas anderes, als wenn er den Assistenten anbrüllt und für alle sichtbar mit den Armen arbeitet. Im ersten Fall hat der Schiedsrichter noch einen Handlungsspielraum – im zweiten Fall, muss eine drastischere Reaktion folgen“, so Hennig.

Das Trainer-Duo der SpVgg. Erkenschwick: Co-Trainer Stefan Mroß (li.) und Coach Magnus Niemöller | Foto: David Hennig
Das Trainer-Duo der SpVgg. Erkenschwick: Co-Trainer Stefan Mroß (li.) und Coach Magnus Niemöller | Foto: David Hennig

Dass Kommunikation zwischen den Beteiligten immer wichtiger wird, zeigte sich somit an vielen Stellen der Diskussion. Am Ende formulierte das Trainer-Duo einen „Wunschzettel“, zu dem vor allem die Gesprächsbereitschaft vor, während und auch nach dem Spiel zählte. „Das ist eine Frage des Respekts. Dazu gehört auch die Begrüßung des Schiedsrichter-Teams mit etwas Smalltalk“, so Mroß. Gerade in kritischen Spielsituationen wünschen sich die Trainer einen häufigeren Austausch. „Es darf natürlich nicht in Diskussionen auf dem Platz ausarten“, mahnte Hennig. „Die Erfahrung zeigt, dass Kommunikation weiter führt als die strikte Regelauslegung.“ So wäre es für Mroß und Niemöller auch wünschenswert, dass klare Fehlentscheidungen häufiger durch den Schiedsrichter korrigiert werden. Zum Schluss regten die Erkenschwicker noch einen Besuch der Teams vor dem Saisonstart an. „Das müssen ja nur 45 Minuten sein, in denen Regeländerungen erläutert werden und mitgeteilt wird, auf welche Schwerpunkte von den Schiedsrichtern geachtet wird“, so Niemöller.

Nach rund zweieinhalb Stunden hatte der Austausch auf beiden Seiten neue Ansichten und auch größeres Verständnis für die unterschiedlichen Tätigkeiten hervorgebracht. Auch wenn sich Trainer und Schiedsrichter nicht in allen Punkten einig waren, stand dennoch fest: Auf dem Platz sollte mehr kommuniziert und stärker miteinander statt gegeneinander gearbeitet werden.

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Öffentlichkeitsmitarbeiter bilden sich weiter

Öffentlichkeitsmitarbeiter bilden sich weiter

Beim ersten Workshop  für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreisschiedsrichterausschüsse (KSA) vertieften die Teilnehmer in Herne ihr Wissen rund um das Thema „Pressemitteilungen schreiben“. David Hennig, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit des Verbandsschiedsrichterausschusses, und Schiedsrichter-Aktuell-Redakteur Leonidas Exuzidis vermittelten in dem dreistündigen Workshop die theoretischen Grundlagen rund um Struktur, Aufbau und Inhalte einer Pressemitteilung und boten praktische Übungen an.

Die Pressemitteilung ist noch immer das wichtigste Instrument, um Medien über Ereignisse und Entwicklungen im Schiedsrichterwesen zu informieren. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die gewünschte Nachricht auch entsprechend bei den Journalisten ankommt. „Aufgrund der Fülle von Nachrichten entscheiden Medienschaffende häufig bereits anhand der Überschrift und der ersten Zeilen darüber, ob eine Pressemitteilung im Papierkorb landet oder veröffentlicht wird“, sagt David Hennig, der als gelernter PR-Redakeur in der Unternehmenskommunikation tätig ist. Deshalb lag der Schwerpunkt des Workshops neben der Vermittlung von theoretischem Wissen besonders auf dem Einstieg in den Text: Die Teilnehmer entwarfen Überschriften und Unterzeilen zu vorliegenden Texten und schrieben „Anreißer“ zu vorgegebenen Sachverhalten. „Theoretische Grundlagen sind wichtig, die folgende Praxis jedoch von größerer Bedeutung“, erklärte Leonidas Exuzidis das Vorgehen. Der Volontär einer Wirtschaftszeitung hatte dabei großen Spaß, gemeinsam mit den Teilnehmern praktische Lösungsansätze zu erarbeiten. Schließlich gebe es, so Exuzidis, nicht den perfekten Weg zu einer fertigen Pressemitteilung, nur einige hilfreiche Tipps. Und davon gab es sowohl aus den Reihen der insgesamt sechs Teilnehmer als auch von den Referenten einige. Dabei wurden besonders der kleine Teilnehmerkreis und die aktive Mitarbeit gepaart mit einem direkten Feedback von den Anwesenden als gewinnbringend empfunden.

Für 2016 sind bereits weitere Workshops zu weiteren Themenschwerpunkten in Planung – dann an anderen Orten in Westfalen. „Der Werkzeugkasten eines Öffentlichkeitsarbeiters muss viele Tools bereit halten. Mit den Workshops möchten wir in Ergänzung zu der jährlichen Tagung Grundlagen schaffen und vorhandenes Wissen vertiefen“, erläutert Hennig den neuen Ansatz in der Weiterbildung der kreislichen „ÖMIs“. Nur so könne gemeinsam die Imagearbeit und die Gewinnung und Erhaltung von Schiedsrichtern weiter angeschoben werden.

Im Zeichen des Austausches

Im Zeichen des Austausches

Die Tagung für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreise im SportCentrum Kaiserau stand ganz im Zeichen des Austausches. Dieser fand an diesem Tag nicht nur zwischen den einzelnen Kreismitarbeitern statt, sondern auch über die Verbandsgrenzen hinaus: Als Gastreferent gab Sven Körfer Einblick in die aktuellen Projekte des Fußballverbandes Mittelrhein. Neben der Vorstellung der Projekte im FLVW wurden in den Gruppen auch die Arbeit und die Stellung der Öffentlichkeitsmitarbeiter in den Kreisen diskutiert.

VSA-Beisitzer Torsten Werner ließ keinen Zweifel daran, dass die Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen einen ganz wichtigen Beitrag dazu leistet, das Image des Schiedsrichters zu formen. „Das ist ein mittelfristiger bis langfristiger Prozess, das Image der Schiedsrichter im positiven Sinn zu verändern, ein anderes Bild der Schiedsrichtertätigkeit zu transportieren, aber die Arbeit lohnt sich“, sagte Werner. Gerade die negativen Schlagzeilen über Schiedsrichtermangel und Gewalt gegen Unparteiische zeichneten derzeit ein negatives Bild der Tätigkeit. „Als Elternteil würde ich mir auch überlegen, ob ich mein Kind zu einem Lehrgang schicke, wenn ich das lese“, so der Beisitzer. Die aktuellen Schiedsrichterzahlen lassen keine positiven Tendenzen erkennen. „Das kann uns nicht zufrieden stellen“, sagte Werner. Potenzial sieht er bei der Zielgruppe der Frauen, das bei Weitem nicht ausgeschöpft sei. Er appellierte dafür, über die Kreisgrenzen hinaus zu denken, vorhandene Synergien zu nutzen: „Gerade in den Bereichen Öffentlichkeits- und die Lehrarbeit können die Kreise prima voneinander profitieren. Es spart Ressourcen, wenn man das Rad nicht ständig neu erfinden muss und es kann auch Spaß machen.“

Informationsplattform geplant

In den Gruppenarbeiten gab es viel Raum für den Austausch zwischen den Teilnehmern | Foto: David Hennig
In den Gruppenarbeiten gab es viel Raum für den Austausch zwischen den Teilnehmern | Foto: David Hennig

Eines dieser gemeinsamen Projekte wird in diesem Jahr die Informationsplattform für Schiedsrichter-Interessenten sein. David Hennig, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des VSA, stellte das Konzept vor. „Wir möchten eine gemeinsame Plattform, eine zentrale Anlaufstelle schaffen, auf der sich Interessierte und Vereine über die Schiedsrichter-Ausbildung informieren können“, sagte Hennig. Themenbereiche sollen dabei nicht nur die Ausbildung, sondern auch die Tätigkeit, die Einbindung ins Vereinsleben, das Ehrenamt im Schiedsrichterwesen sowie das Regelwerk sein. „Gerade für Vereine soll das Portal eine Hilfestellung bieten – nicht nur für die Gewinnung, sondern auch für die Erhaltung ihrer Schiedsrichter“, sagte Hennig. In Gruppenarbeiten erarbeiteten die Teilnehmer anschließend mögliche Inhalte für das Portal und diskutierten gemeinsam die Ansätze. Die Umsetzung wird für die zweite Hälfte dieses Jahres angestrebt.

Kampagnen im Mittelrhein vorgestellt

Sven Körfer präsentierte die Arbeit in seinem Landesverband | Foto: David Hennig
Sven Körfer präsentierte die Arbeit in seinem Landesverband | Foto: David Hennig

Auch Sven Körfer, Öffentlichkeitsmitarbeiter des mittelrheinischen VSA, betonte, wie wichtig der Austausch unter den Kollegen sei. „Es ist schön zu sehen, dass wir uns im Mittelrhein und in Westfalen mit den gleichen Themen auseinandersetzen“, sagte Körfer. Natürlich zählte dazu auch das Thema „Schiedsrichter-Gewinnung“, das der FVM derzeit ganz aktiv mit der Werbekampagne „Mach mit! Werde Schiri!“ angeht. Um den ebenfalls sinkenden Schiedsrichterzahlen entgegen zu steuern setzt der Nachbarverband im Bereich der Erhaltung deshalb unter der Schirmherrschaft von Bundesliga-Referee Sascha Stegemann unter anderem auf einen konstruktiven Dialog mit den Vereinen : „FVM-Forum Schiedsrichter – Unsere Vereine. Unsere Schiris. Ein Dialog” lautet das Motto des Projektes.

Weitere Informationen gibt es auf der FVM-Homepage oder unter www.schiri-werden.de. Den Videoclip zur Kampagne hier:

Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen

Der letzte Teil der Tagung drehte sich ganz um die Aufgaben und das Selbstbild der kreislichen Öffentlichkeitsmitarbeiter. „Wir haben einen Fragebogen konzipiert, der uns als Grundlage dienen soll, den aktuellen Status der Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen bewerten zu können“, sagte Hennig. In den anschließenden Gruppendiskussionen wurde deutlich, dass es eine große Schnittmenge bei den Aufgaben der Teilnehmer in den einzelnen Kreisen gibt: So zählten besonders die Pressearbeit und die interne Kommunikation mit den Schiedsrichtern zum Tagesgeschäft der meisten Öffentlichkeitsmitarbeiter. In den Gesprächen wurde jedoch auch schnell deutlich, dass die Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen häufig nur am Rand mitläuft. „Ich denke, dass in den Ausschüssen noch das Bewusstsein geschaffen werden muss, der Öffentlichkeitsarbeit einen höheren Stellenwert einzuräumen“, sagte Hennig. Schließlich leiste jeder kreisliche Öffentlichkeitsmitarbeiter im Rahmen seiner Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zum Image der westfälischen Schiedsrichter.

Abwechslungsreiche Tagung

Abwechslungsreiche Tagung

Die Vorsitzenden der Kreisschiedsrichterausschüsse (VKSA) kamen am 8. November im SportCentrum Kaiserau zusammen. Auf der Tagesordnung standen neben drei ganz besonderen Ehrungen die Berichte aus den zahlreichen Arbeitsbereichen der Beauftragten des Verbandsschiedsrichterausschusses. Darüber hinaus fanden die Themen 2-Stufen-Plan und die geplante Obleutequalifizierung durch den DFB Platz im Tagungsprogramm.

Fairen Hallenfußball – keine Klopperei

Futsal-Beauftragte Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig
Der Futsal-Beauftragte des VSA: Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig

Im Bereich „Futsal“ gab es aufgrund der bevorstehenden Änderungen der Hallenregeln und der beschlossenen Ablösung durch die Futsalregeln ab der Saison 2015/2016 erhöhten Diskussionsbedarf unter den Anwesenden. Manfred Schnieders sprach sich dabei deutlich für die beschlossenen Änderungen aus: „Wir wollen fairen und schnellen Fußball in der Halle sehen und keine Klopperei!“ Er appellierte deshalb an alle Beteiligten, die beschlossenen Neuerungen erst auszuprobieren, bevor diese kritisiert werden. Auch im Plenum fand dies breite Zustimmung, auch wenn bezüglich der kurzfristigen Umsetzung der Änderungen leichte Kritik aus den Reihen der Obleute geäußert wurde. Thorsten Kaatz, der Beauftragte für Futsal des VSA, bestätigte, dass sich Futsal in Westfalen immer größerer Beliebtheit erfreue. „Mir fehlen mittlerweile Schiedsrichter, um die Spiele auf FLVW-Ebene anzusetzen. Das kann ich mit 30 Futsal-Schiedsrichtern nicht mehr bewältigen“, so Kaatz. Aber nicht nur der Futsalbereich entwickle sich weiter, auch der Schiedsrichterbereich bekäme immer mehr Struktur und werde zunehmend professionalisiert.

2-Stufen-Plan unverzichtbar

Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig
Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig

Der 2-Stufen-Plan steht auf dem Prüfstand: Eine Arbeitsgruppe des Verbandes beschäftigt sich derzeit mit dem Instrumentarium zur Schiedsrichtergewinnung und zur Sicherstellung des Spielbetriebes. Ein erstes Treffen der Gruppe, bei dem bisher Erfahrungen und Informationen gesammelt wurden, fand bereits statt. Simone Horn, Beisitzerin im VSA, und Juan de Cruz Pujades, Vorsitzender des KSA in Gütersloh, vertreten dabei die Interessen der Schiedsrichter. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders, der ebenfalls der Arbeitsgruppe angehört, betonte anfangs, dass der Ausgang offen sei: „Es gibt noch kein konkretes Ziel – wichtig ist, dass wir etwas machen, was uns letztlich hilft.“ Auch wenn das Ergebnis nicht feststeht, so ist eine Richtung erkennbar: Das Prinzip des 2-Stufen-Plans dürfe nicht zur Diskussion stehen, da waren sich alle Anwesenden einig. „Es ist ein probates Mittel, um Vereine zur Schiedsrichtergewinnung zu bewegen“, sagte Simone Horn. Reinhard Pietz, Obmann aus dem Kreis Arnsberg, ergänzte: „Ohne Druck werden die Vereine nichts tun.“ Ziel müsse es jedoch sein, so die einhellige Meinung, die Schiedsrichtergewinnung für Vereine attraktiver zu machen. Ein lohnenswertes Bonussystem für Vereine, die neue Schiedsrichter anwerben und ausbilden und sich für die Erhaltung einsetzen, wäre hier ein möglicher Ansatz. „Wir müssen den Abwärtstrend stoppen und junge Leute gewinnen, die über eine längere Zeit dabei bleiben“, sagte Schnieders. Bundesweit gäbe es, so der Vizepräsident, identische Probleme, aber keine Patentlösung. Mit vielen kleinen Schritten müsse der Verband jedoch der jetzigen Entwicklung entgegensteuern.

Obleute begrüßen geplante Qualifizierung

Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig
Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig

„Qualifizierung der Ehrenamtlichen ist ein Thema, dem sich der DFB vor rund zwei Jahren angenommen hat. Bisher haben sich die Maßnahmen auf die Lehrwarte konzentriert – nun sind die Obleute dran“, sagte Michael Liedtke, der Mitte November zur Obleutetagung des DFB fährt und gemeinsam mit VSA-Beisitzer Torsten Werner und den Anwesenden Kreisobleuten in Gruppenarbeiten Vorschläge für mögliche Qualifizierungsansätze erarbeitete. Besondere Unterstützung wünschten sich die Anwesenden überwiegend in den Bereichen Organisation, Management, Mitarbeiterführung und -motivation, Mediation und Konfliktlösung, Medienkompetenz und Krisenkommunikation sowie in Satzungs- und Rechtsfragen.

Viele weitere Themen

Aber auch die übrigen Arbeitsbereiche sollten nicht zu kurz kommen: Peter Müller lobte die anwesenden Obleute dafür, dass in den letzten Jahren die Auswahl der Teilnehmer für die Wochenlehrgänge besser geworden sei: „Die Qualität ist konstant gestiegen. 80 Prozent der Teilnehmer sehen wir später in den Verbandsspielklassen wieder.“

Karl-Heinz "Kalla" Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig
Karl-Heinz „Kalla“ Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig

Karl-Heinz Schulze gab einen kurzen Rückblick über die Entwicklung nach der Einführung des DFBnet in Westfalen und hob hervor, dass die Schiedsrichter am besten mit dem System klargekommen und nach und nach neue Tools, wie z.B. die Lehrgangsverwaltung, hinzugekommen seien.

Aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit berichtete David Hennig, der einen kurzen Rückblick auf die Einführung des Schiedsrichter-Aktuell-Portals und die Tagung für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreisschiedsrichterausschüsse gab sowie einen Ausblick auf das geplante zentrale Informationsportal für Interessenten an der Schiedsrichtertätigkeit. „Wir sind mit der neuen Schiedsrichter-Aktuell durchaus zufrieden. Mehr als 58.000 Seitenaufrufe in zehn Monaten können sich sehen lassen“, sagte Hennig.

Weitere Fotos der Tagung:

Das Besondere rausfiltern

Das Besondere rausfiltern

Kommunikation gewinnt mit dem technischen Fortschritt immer mehr an Bedeutung. Auch im Schiedsrichterwesen. Aus diesem Grund lud der Verbandsschiedsrichterausschuss (VSA) am Samstag zur Tagung der Öffentlichkeistmitarbeiter der Kreisschiedsrichterausschüsse in Kaiserau ein.

Dem Öffentlichkeitsmitarbeiter kommt in seinem Kreis eine wichtige Rolle zu: Neben den Schiedsrichtern sollen auch externe Akteure wie Medien und Vereine erfahren, was sich im Schiedsrichterkreis abspielt. Eine nicht immer leichte Aufgabe. Der Öffentlichkeitsmitarbeiter dient dabei als Koordinator für die Informationsvermittlung anhand interner sowie externer Kommunikation. Denn spannende Themen gibt es genug in den Kreisen zu beleuchten.

„Eine Geschichte ist interessant, wenn sie außergewöhnlich ist“

Mit ein wenig Mut und Überzeugung kann man diese nach außen tragen. „Eine Geschichte ist interessant, wenn sie außergewöhnlich ist“, sagte David Hennig, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit des VSA, der die Kreisvertreter durch die Tagung führte. Der Öffentlichkeitsmitarbeiter kann dann selbst entscheiden, wie er das Außergewöhnliche darstellt. Dabei sollte das Besondere in den Mittelpunkt gerückt werden und die Fakten, wie zum Beispiel die Anzahl an Neu-Schiedsrichtern nach einem Anwärterlehrgang, können nebenbei übermittelt werden. Bei der anschließenden Gruppenarbeit zeigten sich die anwesenden Kreisvertreter durchaus kreativ bei der Erarbeitung dieser „außergewöhnlichen Themen“. Schließlich ist Schiedsrichter-Aktuell nicht das einzige Medium, durch das kreisinterne Ereignisse nach außen getragen werden können. Auffällig: Alle Gruppen hatten den Vorschlag, ansässige Lokalzeitungen einzubinden und so die Arbeit in der Schiedsrichtervereinigung transparenter zu machen.

Schiedsrichter-Aktuell als gemeinsame Plattform

Schiedsrichter-Aktuell online soll dabei als überregionale Stütze dienen. „Unsere Internetpräsenz ist eine gemeinsame Plattform für alle Kreise in Westfalen, die die Informationen gebündelt an die Schiedsrichter im FLVW weitergeben soll“, erklärte David Hennig. Und die Klickzahlen unterstützen diese These: Mit 19.500 Seitenaufrufen seit der Online-Geburt des ehemaligen PDF-Magazins Ende Januar kann die Redaktion mehr als zufrieden sein. „Für uns ergeben sich viel mehr Darstellungsmöglichkeiten und wir haben eine deutlich höhere Aktualität“, so Hennig.

Transparenz beim Verband

Christian Schubert von der Stabsstelle Kommunikation des FLVW stellte die Arbeit im Verband vor | Foto: Leonidas Exuzidis
Christian Schubert von der Stabsstelle Kommunikation des FLVW stellte die Arbeit im Verband vor | Foto: Leonidas Exuzidis

Christian Schubert von der Stabstelle Kommunikation des FLVW brachte den Anwesenden die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes näher. „Wir wollen als Dienstleister für die Vereine auftreten“, stellte Schubert heraus. Denn der Verband trete nicht nur in Erscheinung, wenn er Ordnungsgelder verhängt. Auch er versucht, seine Arbeit transparent zu gestalten. Das tut der FLVW beispielsweise durch das Medium WestfalenSport oder die Homepage, die allein sechs Millionen Zugriffe jährlich erreicht.

Des Weiteren stellte Schubert den Masterplan des DFB vor, der die Zukunft des Amateurfußballs sichern soll. Verschiedene Lösungsvorschläge, wie zum Beispiel die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements, wurden in einem Plan gebündelt und sollen die Stellung des Amateurfußballs in den nächsten Jahren weiter verbessern. In Anlehnung dessen wurde auch für den FLVW ein Masterplan entwickelt, der auf www.flvw.de heruntergeladen werden kann.

Werkzeuge des Öffentlichkeitsmitarbeiters

Nachdem die kommunikative Arbeit des Verbandes beleuchtet wurde, ging es in den Arbeitsgruppen daran, die eigenen Maßnahmen zu reflektieren. An vier Stationen, die nacheinander gewechselt wurden, tauschten sich die Öffentlichkeitsmitarbeiter angeregt über die Themen „Pressearbeit“, „Kommunikation mit Schiedsrichtern“, „Maßnahmen zur Schiedsrichtergewinnung und -erhaltung“ sowie „Onlineaktivitäten“ aus. Dabei wurde schnell deutlich, dass der Werkzeugkasten des Öffentlichkeitsmitarbeiters gut bestückt sein muss, um den kommunikativen Erfordernissen entgegen zu treten. „Ich denke, dass jeder Teilnehmer etwas für seine tägliche Arbeit mit in den Heimatkreis zurück nehmen konnte“, sagte Hennig abschließend.

Die neue Schiedsrichter-Aktuell

Die neue Schiedsrichter-Aktuell

Seit heute geht Schiedsrichter-Aktuell einen neuen Weg: weg von dem statischen PDF-Format hin zu einem dynamischen und Interaktion ermöglichenden Online-Magazin. Unter www.schiedsrichter-aktuell.de werden nun über den ganzen Monat verteilt Nachrichten, Geschichten und Entwicklungen im Schiedsrichterwesen behandelt.

Das Redaktionsteam rund um David Hennig, Öffentlichkeitsmitarbeiter des Verbandsschiedsichterausschusses, will mit dem neuen Konzept die Aktualität fördern. „Gerade im vergangenen Jahr war es schwierig, die monatliche Folge der Ausgaben einzuhalten. Ausgaben im Abstand von drei Monaten sind nicht sonderlich aktuell“, sagt Hennig. Darüber hinaus werden auch die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken verstärkt.  „Wir waren uns im Klaren, dass wir dadurch eine etablierte „Marke“ stark verändern“, äußerte Hennig die Bedenken. Besonders die Umstellung für „ältere“ Leser könnte schwer fallen.

Vorteile überwiegen: Bessere Verzahnung mit sozialen Netzwerken

Jedoch biete, so Hennig, die neue Form durch die stärkere Verzahnung mit den sozialen Netzwerken das Potenzial, eine breitere Gruppe zu erreichen. „Mit über 530 Fans und mehr als 1.000 Freunden auf Facebook haben wir eine gute Grundlage geschaffen, um uns mit den Schiedsrichtern in Westfalen auszutauschen. Kommunikation ist im Web 2.0 schließlich keine Einbahnstraße“, sagt der Öffentlichkeitsmitarbeiter, der die letzten 50 Ausgaben federführend betreute.

Neu: Newsletter im Zweiwochen-Takt

Darüber hinaus wird es einen zweiwöchentlichen Newsletter per E-Mail geben, der die aktuellen Beiträge auf schiedsrichter-aktuell.de anteasert. „So verpasst kein Leser mehr Neuigkeiten auf der Seite“, sagte Hennig. Aber auch die bekannten Facebook-Kanäle (SR-Aktuell Redaktion & SR-Aktuell Fanpage) sowie der neue Twitter-Kanal (@schiri_aktuell) werden die Schiedsrichter in Westfalen zukünftig noch stärker auf dem Laufenden halten.

Eine Plattform für alle Kreise

„Jedoch ändert sich nichts daran, dass wir auf die zeitnahen Mitteilungen aus den einzelnen Kreisen angewiesen sind“, bittet Hennig um verstärkte Mitarbeit. „Es finden in Westfalen so viele tolle Aktionen im Schiedsrichterwesen statt, aber niemand erfährt etwas darüber. Das ist schade“, sagte Hennig. Dem soll die neue Plattfom und die bessere Vernetzung der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Mitarbeiter in den Kreisen Abhilfe schaffen.

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