Jahresabschluss in Siegen

Jahresabschluss in Siegen

Zum Ende der Hinrunde hatte der Kreisschiedsrichterausschuss seine 158 Schiedsrichter zum Jahresabschluss in die Kultur- und Festhalle in Setzen geladen. Der DFB-Beobachter und ehemalige FIFA-Schiedsrichterassistent Egbert Engler berichtete als Gastredner von seiner Beobachtertätigkeit. Natürlich durften auch die Ehrungen verdienter Schiedsrichter nicht fehlen.

DFB-Beobachter Egbert Engler referiert | Foto: Pascal Emrich
DFB-Beobachter Egbert Engler referiert | Foto: Pascal Emrich

Sehr gerne sei Egbert Engler der Einladung nach Siegen gefolgt, „Ihr habt hier super Jungs und eine tolle Nachwuchsarbeit“, sagte der DFB-Beobachter. Er freue sich, einige Talente, die er selbst schon beobachtete, wiederzusehen. Als Aktiver war er selbst jahrelang zusammen mit Helmut Krug im Einsatz und assistierte unter anderem bei Spielen der Europameisterschaft 1996 in England und beim DFB-Pokalfinale in Berlin. „Ich hätte nie gedacht dass ich so etwas, einmal erleben darf“, sagte Engler, der nun seine Erfahrungen als DFB-Beobachter von der Bezirksliga bis hin zur Bundesliga weitergeben kann.

In seinem Vortrag gab Engler anschließend einen interessanten Einblick in das Beobachterwesen der Bundesligen. „Als Beobachter ist man ständig unterwegs. In 20 Wochen der Hinrunde habe ich insgesamt 34 Spiele beobachtet“, so Engler. Anders als in den unteren Ligen erfolgt im DFB-Bereich nach dem Spiel in der Kabine immer eine Videoanalyse mit dem Schiedsrichtergespann, bei der alle wichtigen Szenen sofort angesprochen würden. Doch meist wüssten die Schiedsrichter selbst schon was Sache ist, so Engler. Eine weitere Besonderheit: In einem speziellen Forum, zu dem nur die Elite-Schiedsrichter und Beobachter Zugriff haben, werden alle kritischen Szenen der Bundesligapartien eingestellt, um hier zu einer einheitlichen Regelauslegung zu kommen. Am Ende seines Vortrags gab Engler den Schiedsrichtern abschließend den guten Rat mit auf den Weg, sich jederzeit nur Ziele zu setzen, die man auch erreichen kann.

KV Marco Michel, Ulich Neus und Ralf Plate | Foto: Pascal Emrich
KV Marco Michel, Ulich Neus und Ralf Plate | Foto: Pascal Emrich

„Schiedsrichter sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, sagte Kreisschiedsrichterobmann Ralf Plate, der an diesem Abend viele Ehrungen vornehmen durfte. Die Ehrennadel in Silber für 10-jährige Schiedsrichtertätigkeit ging an diesem Abend an Ali Hoteit, Süleyman Kocagöl und Bernd Pöppel überreichte. Die Ehrennadel in Gold für 20-jährige Schiedsrichtertätigkeit erhielten Achim Küthe und Andreas Oppermann. Und die Ehrenurkunde des Verbandes für 25-jährige Tätigkeit überreichte der Kreisvorsitzende Marco Michel an Julio Esteban. Eine besondere Ehre wurde Ulrich Neus zuteil, der als höchste Auszeichnung die Verdienstnadel des FLVW in Gold empfangen durfte. „Ulrich Neus engagiert sich seit Jahrzehnten in besonderer Weise nahezu rund um die Uhr für den Schiedsrichtersport. Wöchentliche Ansetzungen, Umbesetzungen und Organisatorisches. Hinzu kommen Beobachtungen und Coaching. So ein Mann ist im Ehrenamt unersetzlich“, sagte Plate.

Achim Küthe, Süleyman Kocagöl, Andreas Oppermann (hinten), Julio Esteban, Bernd Pöppel (hinten und Ali Hoteit | Foto: Pascal Emrich
Achim Küthe, Süleyman Kocagöl, Andreas Oppermann (hinten), Julio Esteban, Bernd
Pöppel (hinten und Ali Hoteit | Foto: Pascal Emrich

Über die Auszeichnung „Jung-Schiedsrichter des Jahres 2014“ konnte sich der erst 16-jährige Philipp Einheuser freuen, der dem kreislichen Perspektivkader angehört und Spiele bis in die Kreisliga A, der höchsten Liga auf Kreisebene, leitet. Paul Ulrich Werthenbach, der selbst als Referent in der Schiedsrichterausbildung und als Verbandsbeobachter agiert, erhielt für sein persönliches Engagement in der Förderung des Sports die Auszeichnung „Schiedsrichter der Kreisliga des Jahres 2014“. Zum „Ehrenschiedsrichter des Jahres 2014“ ernannte der Kreisschiedsrichterausschuss Hans Freund. „Neben seiner ruhigen und besonnenen Art, kann man ihn jederzeit kurzfristig Spielleitungen zukommen lassen“, lobte Plate seinen besonderen Einsatz. Die 20-jährige Pilar Pfennig erhielt den Titel „Schiedsrichter(in) des Jahres 2014“. Mit dem Aufstieg und dem anschließenden Verbleib in der 2. Frauen-Bundesliga krönte Sie ihre Saison. „Als junge Frau ist es bedeutend schwieriger als Schiedsrichter anerkannt zu werden. Immer wieder kommen von Zuschauern und Vereinsvertretern dumme und überflüssige Kommentare. Solche Idioten machen den Fußball kaputt und Schaden den Vereinen und dem Schiedsrichtersport im Allgemeinen“, sagte Plate, der Ihr zudem ein Trikot mit persönlicher Widmung übergab. (dh)

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FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer zu Besuch

FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer zu Besuch

Es war die 18. Auflage des Wochenendlehrgangs der Schiedsrichtervereinigung Iserlohn. „Der Lehrgang war spitze“, sagte Artur Gatzke, langjähriges Mitglied im Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) und bisher bei allen Lehrgängen dabei. Seit 1992 führen die Fußballschiedsrichter des Kreises Iserlohn die Tagung durch. Die letzte im Jahr 2010. „Es wurde mal wieder Zeit für eine intensive Schulung mit allem, was dazu gehört“, sagte Lars Lehmann, Vorsitzender des KSA.

Lehmann hatte den Lehrgang mit seinem KSA-Team geplant, um die Schiedsrichter gezielt auf die Rückrunde vorzubereiten. Tagungsort war das Hotel „Weissenburg“ in Billerbeck. An zwei Tagen beschäftigten sich die Schiedsrichter über 15 Stunden mit Videoanalysen, Regelfragen, taktischem Verhalten auf dem Platz und nicht zuletzt mit praktischen Übungen.

FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer (li.) und VKSA Lars Lehmann | Foto: SRVgg. Iserlohn
FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer (li.) und VKSA Lars Lehmann | Foto: SRVgg. Iserlohn

Dabei konnten sich die knapp 30 Teilnehmer über ganz besondere Gäste freuen: „Stargast“ am Samstag und Sonntag war dabei FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer. Der 32-jährige Berliner war direkt nach seinem Bundesligaspiel am Samstag in Leverkusen (Bayer Leverkusen gegen VfB Stuttgart) mit seinem Schiedsrichterassistenten Florian Steuer ins Münsterland geeilt. Der Mendener Steuer ist im Iserlohner Fußballkreis stellv. Vorsitzender des KSA.

Zwayer gilt beim DFB als Mann mit Zukunft. Erst 2012 bestätigte sich dies mit der Aufnahme auf die FIFA-Liste. Inzwischen hat Felix Zwayer bereits einige internationale Spiele gepfiffen, u.a. das Länderspiel Österreich gegen Ukraine. In der Bundesliga stand Zwayer schon bei 65 Partien auf dem Platz. In Billerbeck motivierte er mit einem Impulsreferat insbesondere die jungen Nachwuchsreferees: „Es gibt keinen goldenen Weg in der Schiedsrichterei.“ Er empfahl allen Schiedsrichtern, regelmäßig das 140 Seiten umfassende Regelheft zu lesen. „Lest es am Stück durch, wie ihr ein Sachbuch lesen würdet. Verinnerlicht die Regeln und entwickelt Automatismen“, appellierte der Bundesligaschiedsrichter. „Das war schon ein echtes Highlight“, sagte der 21-jährige Nachwuchsschiedsrichter Julian Engelmann über den Besuch von Felix Zwayer.

Am Samstag gaben Egbert Engler aus dem Kreis Recklinghausen, der als Schiedsrichterbeobachter in der Bundesliga tätig ist, und Verbandslehrwart Karsten Jonsson Einblicke in die Praxis. Engler berichtete sowohl aus seiner aktiven Schiedsrichterzeit in den 1990er Jahren, wie auch aus dem DFB-Beobachtungswesen. Sein Tipp an den Nachwuchs im Kreis Iserlohn: „Fahrt raus, leitet Spiele und schaut Euch viele Spiele an. Der gute Schiedsrichter wird nicht geboren.“ Mit Jonsson gab es einen Lehrteil mit intensiver Videoanalyse zu den Themen Foulspiel, Abseits und Handspiel. „Der Lehrgang hat unseren Kreis eindeutig nach vorne gebracht“, freute sich Lars Lehmann über den intensiven und ereignisreichen Wochenendlehrgang. Die Fortsetzung ist für 2015 geplant. Dann wird auch ganz sicher Artur Gatzke wieder mit von der Partie sein. (dh)

Sonderpreis für Nachwuchs-Referee

Sonderpreis für Nachwuchs-Referee

Eine der Überraschungen der 11. Hammer Sportgala – einer feierlichen Veranstaltung, die im Januar in der mit knapp 1000 Zuschauern gefüllten Alfred-Fischer-Halle stattfand – war der Sonderpreis für den 18-jährigen Nachwuchsschiedsrichter Luca Perschke.

„Respekt muß man sich erarbeiten“, sagte Luca bereits im Alter von 15 Jahren. Da war er schon seit zwei Jahren als Schiedsrichter im Jugendfußball tätig und zu dieser Zeit der jüngste in Hamm. Kein Wunder, kommt Luca doch aus einer Hammer „Schiridynastie“: Papa Torsten, Onkel Frank, Patenonkel Michael und Cousine Linda sind oder waren alle als Unparteiische oder Funktionsträger aktiv. „Der Schiedsrichter-Job ist persönlichkeitsbildend, 22 Menschen müssen gebändigt werden, dazu sieht sich die Gilde immer wieder Anfeindungen und Beleidigungen von Spielern Trainern, Eltern und anderen Zuschauern ausgesetzt. Tendenz: steigend“, sagte Luca Perschke. Das Beispiel des Nachwuchsschiedsrichters soll jungen Menschen Mut machen, sich der schwierigen Aufgabe des Schiedsrichterjobs zu stellen. Denn diese, so Luca, „macht die meiste Zeit einfach richtig Spaß“. Egbert Engler, ehemaliger FIFA- und Bundesliga-Assistent und aktuell einer der ganz wenigen Beobachter in der 1. Bundesliga, würdigte Luca in einer launigen und bemerkenswerten Laudatio, bevor er ihm abschließend die Auszeichnung überreichte. (dh)

Ehrungen und hochkarätige Referenten

Ehrungen und hochkarätige Referenten

Der gemeinsame Schulungsabend der Schiedsrichter des Kreises 32 (Unna/Hamm) bot mit drei hochkarätigen Gästen einen würdigen Rahmen für die Ehrungen der langjährigen Unparteiischen.

Neben 175 einheimischen Schiedsrichtern folgten Gundolf Walaschewski, der ehemalige Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA), sein Nachfolger Michael Liedtke und Bundesliga-Beobachter Egbert Engler der Einladung des KSA-Vorsitzenden Torsten Perschke.

Walaschewski über Vergangenheit und Zukunft

Nach kurzen, einleitenden Worten des Gastgebers referierte Walaschewski über die zurückliegende Arbeit im VSA (Lehrwart und Vorsitzender) und über seine neuen Herausforderungen in neuen Ämtern im Westdeutschen Fußball und Leichtathletik Verband (WFLV). Walaschewski sah den Wechsel dabei mit einem weinenenden als auch mit einem lachenden Auge. Denn so gern er auch immer Schiedsrichter war, und auch im VSA für die Schiedsrichter gearbeitet hat, so stellte er im nachinein fest, dass Veränderungen in den Gremien auch immer einen neuen, frischen Wind entfachen.

Liedtke mit neuen Aufgaben

Dieser neue, frische Wind weht im VSA um den neuen Vorsitzenden Michael Liedtke, der sich anschließend für die vergangene Zusammenarbeit mit Gundolf Walaschewski bedankte. Er berichtete von der Zusammenstellung des neuen VSA, dem mit Lehrwart Karsten Jonsson und Beisitzerin Simone Horn gleich zwei Mitglieder aus dem Kreis Unna/Hamm angehören. Des Weiteren zeigte Liedtke auf, was in der Zukunft auf die Schiedsrichter in Westfalen zukommen wird und dass sich der VSA gemeinsam mit den Kreisen diesen Herausforderungen stellen werde.

Engler referierte aus der Praxis

Egbert Engler, als aktiver Schiedsrichter Assistent bei der EM 1996 in England, referierte über die Beobachtertätigkeit und die damit verbundenen organisatorischen Aufgaben, die in einem videogestützten Coaching und einem Beobachtungsbogen münden. Danach ist für einen Bundesliga-Beobachter jedoch noch nicht Schluss, denn jeder Beobachter ist gleichzeit auch fester Coach für einen oder mehrere Schiedsrichter der Bundesligen. Deren Spiele werden in der Woche nach dem Spiel nochmals aufgearbeitet und analysiert, um Auffälligkeiten abzustellen.

Im Rahmen des Schulungsabends wurden folgende Schiedsrichter für ihre langjährige Tätigkeit geehrt:

Stefan Billau (FC Pelkum), Daniel Decker-Törö (VfK Nordbögge) und Jan Koch (SG Bockum-Hövel) für 15 Jahre Schiedsrichtertätigkeit, Mohamed Bouaid (TuS Uentrop), Wolfgang John (VfL Mark), Friedhelm Kuhlmann (TuS Alteheide) und Stephan Polplatz (Westfalia Wethmar) für 25 Jahre Schiedsrichtertätigkeit sowie  Franz Krafczyk (Hammer SpVg) für 50 Jahre Schiedsrichtertätigkeit. (dh)

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