Lange dabei und noch lange nicht müde

Lange dabei und noch lange nicht müde

„Wer assistierte unserem Obmann Walter Werthmann am 13. September 1987 bei der Begegnung zwischen Marl und Gütersloh in der Amateur-Oberliga?“ Diese Frage des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisschiedsrichterausschusses, Mario Schleicher, sorgte zunächst noch für etwas Verwirrung unter den Teilnehmern der letzten Schulung der Saison 2013/2014 im Kreis Hagen. Doch spätestens nach dem nächsten Hinweis, dass dieser Schiedsrichter am 29. Juni seinen 76. Geburtstag feiert, war jedem Anwesenden klar: Das kann nur Günter Mann gewesen sein.

Über 26 Jahre Lehrwart

Günter Mann verkörpert Erfahrung wie kein Zweiter in Hagen. Seine Anwärterprüfung legte er am 14. April 1962 ab, pfiff in seinen besten Zeiten in der Verbandliga und assistierte in der Amateuroberliga. Zudem war er von 1981 bis 2007 als Kreislehrwart tätig. Trotz dieser langen Zeit hat Mann noch lange nicht genug: Noch heute ist der 76-Jährige regelmäßig als Beobachter unterwegs und deshalb kein Unbekannter. Auch über die Kreisgrenzen hinaus genießt er durch seine besondere Art sowie durch seine Zuverlässigkeit einen exzellenten Ruf.

Als Zeichen der Wertschätzung kürte ihn der Hagener KSA kürzlich zum Ehren-Schiedsrichter des Jahres. Zur Erinnerung überreichte ihm Mario Schleicher im Beisein des Kreisvorsitzenden Peter Alexander die entsprechende Urkunde und einen Ehrenteller, verbunden mit den besten Wünschen für die nächsten Jahre. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn von der Erfahrung können insbesondere die jungen Schiedsrichter nur lernen.

Doch nicht nur Günter Mann stand am diesem Abend im Mittelpunkt. Mit Dominic Tillmann und Patrick Lepperhoff hat der Kreis Hagen in der abgelaufenen Spielzeit gleich zwei Aufsteiger in den Verbandsspielklassen vorzuweisen. Beide dürfen fortan in der Landesliga ihre Spiele leiten. (le)

EmailEmpfehlen

„Brauchen erfahrene Obleute wie Quast“

„Brauchen erfahrene Obleute wie Quast“

Als sich die Versammelten zum zweiten Mal erhoben und lang anhaltenden Beifall spendeten, bekam Udo Quast feuchte Augen und war für einige Zeit sprachlos. Der ansonsten beredte Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußballkreis Minden stand am Montagabend beim weihnachtlichen Belehrungsabend der Vereinigung im Mittelpunkt der angesagten Ehrungen.

Torsten Werner und Simone Horn (von rechts) sowie Hans-Heinrich Rasche (links) würdigten die Verdienste von Kreis-Schiedsrichterobmann Udo Quast | Foto: Ulrich Kuballa
Torsten Werner und Simone Horn (von rechts) würdigten die Verdienste von Kreis-Schiedsrichterobmann Udo Quast | Foto: Ulrich Kuballa

Immerhin 50 Jahre setzt sich der heute 73-Jährige für das Schiedsrichterwesen ein, zunächst als Aktiver bis hinauf zur 2. Liga als Linienrichter, dann als Beisitzer sowie 2. und 1. Lehrwart im Ausschuss, und seit Januar 1992 führt er die Mindener Schiris als Ausschuss-Vorsitzender.

Für den verhinderten Schiedsrichterausschuss-Vorsitzenden des westfälischen Verbandes angereist waren die Beisitzer Simone Horn aus Billerbeck und Torsten Werner aus Bielefeld, die Udo Quast (dem schon alle möglichen Auszeichnungen verliehen wurden) eine von Verbandspräsident Hermann Korfmacher unterzeichnete Ehrenurkunde überreichten. Torsten Werner skizzierte Quast als einen zielstrebigen Mann mit Prinzipien und viel Rechtsbewusstsein: „In vielen Kreisen rücken inzwischen jüngere nach, aber auf einen Obmann mit solcher Erfahrung können wir nicht verzichten.“

jubilare_minden_kuballa
Frank Nutbohm (RW Rehme) für 25 Jahre sowie Karlheinz Mühl (TuS Kleinenbremen) und Jörg Schilg (SV Päpinghausen-Cammer) für 15 Jahre im aktiven Schiedsrichterdienst | Foto: Ulrich Kuballa

Zuvor hatte 1. Lehrwart Hans-Heinrich Rasche in seiner Laudatio das Wirken Quasts nachgezeichnet und ihm ein Präsent überreicht, ehe die Versammelten das erste Mal stehend Beifall zollten. Als dienstältester heimischer Schiedsrichter mit 54 Jahren (40 aktiv und 14 als Beobachter) überraschte der Quetzer Hans Schumann seinen langjährigen Ovenstädter Weggefährten mit einer 30 Jahre alten Flasche Wein. Zu den weiteren Gratulanten gehörten auch der im April zum neuen Kreisvorsitzenden gewählte Thomas Schickentanz, weitere Mitglieder des Kreisvorstands und Funktionsträger sowie Schiedsrichter-Vertreter der Kreise Lübbecke, Herford und Bielefeld.

Zur Person: Udo Quast

Privat: Geboren am 8. März 1940 in Vandsburg (Westpreußen), als Vierjähriger während der Kriegswirren mit den Eltern nach Jenhorst bei Uchte gekommen, Lehre als Baumöbelschreiner, in zweiter Ehe in Ovenstädt verheiratet, zwei Kinder, seit zehn Jahren Rentner.

Sportlich: Aktiver Fußballer bei SC Uchte und TuS Ovenstädt, Schiedsrichter-Prüfung am 27. Oktober 1963, Aufstieg bis in die Verbandsliga (1972) und als Linienrichter bis in die 2. Bundesliga (1975), am 7. Juli 1975 in den Kreisschiedsrichterausschuss als Beisitzer und Protokollführer, ab 1986 2. Lehrwart, ab 1987 1. Lehrwart und seit dem 14. Januar 1992 Vorsitzender.

(Ulrich Kuballa, Mindener Tageblatt)

Ehrungen und hochkarätige Referenten

Ehrungen und hochkarätige Referenten

Der gemeinsame Schulungsabend der Schiedsrichter des Kreises 32 (Unna/Hamm) bot mit drei hochkarätigen Gästen einen würdigen Rahmen für die Ehrungen der langjährigen Unparteiischen.

Neben 175 einheimischen Schiedsrichtern folgten Gundolf Walaschewski, der ehemalige Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA), sein Nachfolger Michael Liedtke und Bundesliga-Beobachter Egbert Engler der Einladung des KSA-Vorsitzenden Torsten Perschke.

Walaschewski über Vergangenheit und Zukunft

Nach kurzen, einleitenden Worten des Gastgebers referierte Walaschewski über die zurückliegende Arbeit im VSA (Lehrwart und Vorsitzender) und über seine neuen Herausforderungen in neuen Ämtern im Westdeutschen Fußball und Leichtathletik Verband (WFLV). Walaschewski sah den Wechsel dabei mit einem weinenenden als auch mit einem lachenden Auge. Denn so gern er auch immer Schiedsrichter war, und auch im VSA für die Schiedsrichter gearbeitet hat, so stellte er im nachinein fest, dass Veränderungen in den Gremien auch immer einen neuen, frischen Wind entfachen.

Liedtke mit neuen Aufgaben

Dieser neue, frische Wind weht im VSA um den neuen Vorsitzenden Michael Liedtke, der sich anschließend für die vergangene Zusammenarbeit mit Gundolf Walaschewski bedankte. Er berichtete von der Zusammenstellung des neuen VSA, dem mit Lehrwart Karsten Jonsson und Beisitzerin Simone Horn gleich zwei Mitglieder aus dem Kreis Unna/Hamm angehören. Des Weiteren zeigte Liedtke auf, was in der Zukunft auf die Schiedsrichter in Westfalen zukommen wird und dass sich der VSA gemeinsam mit den Kreisen diesen Herausforderungen stellen werde.

Engler referierte aus der Praxis

Egbert Engler, als aktiver Schiedsrichter Assistent bei der EM 1996 in England, referierte über die Beobachtertätigkeit und die damit verbundenen organisatorischen Aufgaben, die in einem videogestützten Coaching und einem Beobachtungsbogen münden. Danach ist für einen Bundesliga-Beobachter jedoch noch nicht Schluss, denn jeder Beobachter ist gleichzeit auch fester Coach für einen oder mehrere Schiedsrichter der Bundesligen. Deren Spiele werden in der Woche nach dem Spiel nochmals aufgearbeitet und analysiert, um Auffälligkeiten abzustellen.

Im Rahmen des Schulungsabends wurden folgende Schiedsrichter für ihre langjährige Tätigkeit geehrt:

Stefan Billau (FC Pelkum), Daniel Decker-Törö (VfK Nordbögge) und Jan Koch (SG Bockum-Hövel) für 15 Jahre Schiedsrichtertätigkeit, Mohamed Bouaid (TuS Uentrop), Wolfgang John (VfL Mark), Friedhelm Kuhlmann (TuS Alteheide) und Stephan Polplatz (Westfalia Wethmar) für 25 Jahre Schiedsrichtertätigkeit sowie  Franz Krafczyk (Hammer SpVg) für 50 Jahre Schiedsrichtertätigkeit. (dh)

300 Jahre für die Schiedsrichterei

300 Jahre für die Schiedsrichterei

Im Rahmen der Dezemberschulung der Schiedsrichtervereinigung Herne würdigte der Fußballkreis insgesamt 300 Jahre geballte Sportplatzerfahrung. Dabei konnten die Herner und Castrop-Rauxeler Unparteiischen einen ganz besonderen Gast begrüßen: Michael Liedtke, der neue Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses, trat zum Antrittsbesuch an und übernahm an der Seite vom Herner Ausschussvorsitzenden Boris Bejmowicz die zahlreichen Ehrungen.

Michael Liedtke (re.) gratuliert Karl-Heinz Lukas zu 55 Jahren Schiedsrichter-Tätigkeit | Foto: David Hennig
Michael Liedtke (re.) gratuliert Karl-Heinz Lukas zu 55 Jahren Schiedsrichter-Tätigkeit | Foto: David Hennig

Bevor die Schiedsrichter-Jubilare in der Falkschule geehrt wurden, begrüßte Westfalens Schiri-Chef Michael Liedtke die anwesenden Unparteiischen und richtete Grüße im Namen des Verbandes aus. Begeistert zeigte sich der 53-jährige Rechtsanwalt dabei von dem guten Ruf, den die Herner Schiedsrichter in Westfalen genießen: „Herne ist eine funktionierende Schiedsrichtervereinigung. Hier gibt es eine tolle Kameradschaft, hier hält man zusammen – das ist allgemein bekannt.“ Schließlich könne die Arbeit auf Verbandsebene nur funktionieren, wenn in den Kreisen ordentlich gearbeitet werde, Talente an der Basis erkannt und dem Verband gemeldet werden würden. „Die erfahrenen Schiedsrichter, die der Schiedsrichtervereinigung die Treue halten und junge Leute als Paten oder als Assistenten begleiten, sind dabei besonders wichtig“, betonte Liedtke.

Lukas und Stelter: 55 und 50 Jahre Schiedsrichter

Zwei der treuesten Schiedsrichter-Seelen waren an diesem Abend Karl-Heinz Lukas und Hermann Stelter, die für 55 und 50 Jahre an der Pfeife geehrt wurden. Der 74-jährige Castroper Karl-Heinz Lukas war bis Juni noch aktiv an der Pfeife, leitete Spiele in den Jugendspielklassen und begleitete regelmäßig junge Schiedsrichter als Pate.  Aus privaten Gründen musste der frühere Landesliga-Schiedsrichter des SuS Pöppinghausen in dieser Saison kürzer treten. Ähnlich ging es auch Hermann Stelter. Der 75-jährige Herner pfiff bis Mitte des Jahres noch Sonntag für Sonntag Spiele in der Kreisliga C und bei den Frauen. Stelter leitete zwischen 1969 und 1987 Spiele in der Verbandsliga. 18 Jahre in der damals höchsten Verbandsspielklasse waren eine schöne Zeit, an die sich der Routinier aus Reihen des SC Röhlinghausen auch heute noch gerne zurück erinnert.

Die 20-Jährigen: Boris Bejmowicz, Sascha Haupt, Markus Häbel, Hans-Dieter Baar und Sebastian Hup | Foto: David Hennig
Die 20-Jährigen: Boris Bejmowicz, Sascha Haupt, Markus Häbel, Hans-Dieter Baar und Sebastian Hup | Foto: David Hennig

Auch Bejmowicz, Häbel und Werkle geehrt

Boris Bejmowicz (SV Wanne 11) und Markus Häbel (FC Frohlinde) wurden für 20 Jahre geehrt. Der neue und der alte Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses hatten schließlich 1993 gemeinsam am Schiedsrichter-Lehrgang teilgenommen – übrigens genau wie der ehemalige Lehrwart Sascha Haupt (ESV Herne), der zudem am heutigen Abend offiziell verabschiedet wurde. Dies übernahm Michael Liedtke gemeinsam mit Gregor Werkle (SG Castrop), der zuvor ebenfalls bereits für 15 Jahre Schiedsrichter-Tätigkeit geehrt wurde. Darüber hinaus erhielten Bernd Sieverding (35 Jahre, FC Frohlinde), Franz-Josef Wlodarczak (30 Jahre, SC Pantringshof 59), Hans-Dieter Baar (20 Jahre, Blau-Gelb Schwerin), Sebastian Hup (20 Jahre, Sportfreunde Wanne) und Peter Untenberger (Schwarz-Gelb Dingen) eine Urkunde.

Visit Us On FacebookVisit Us On Twitter