Der Aufstiegs-Zug rollt weiter

Der Aufstiegs-Zug rollt weiter

Landesliga-Aufstieg 2011, Verbandsliga-Aufstieg 2012, Oberliga-Aufstieg 2013, Regionalliga-Aufstieg 2014: Was sich nach der Vita einer finanziell starken Amateurmannschaft anhört, ist in Wahrheit der ungebremste Erfolg von Alexander Ernst. Der Schiedsrichter des TuS Holzen-Sommerberg wird künftig in Deutschlands vierthöchster Spielklasse pfeifen.

Irgendwie scheint es, als sei die Erfolgsgeschichte zu schön, um letztendlich wirklich wahr zu sein. Der Schwerter selbst hatte zu Beginn der Saison nicht damit gerechnet, im Sommer erneut eine Sprosse auf der Karriere-Leiter höher zu klettern. „Ich wollte mich erst einmal in der neuen Liga zurechtfinden und Fuß fassen“, gibt Ernst zu. Fuß gefasst hat er sehr schnell. Umso begeisterter war der Referee aus dem Kreis Iserlohn dann auch, als ihn Verbands-Obmann Michael Liedtke kürzlich die erfreuliche Nachricht am Telefon übermittelte. „Ich war einfach nur überglücklich. Es war sehr schön, eine solche Bestätigung für die abgelieferten Leistungen in der letzten Saison zu bekommen“, so Ernst.

 Neue Herausforderungen in der vierten Liga

Die Regionalliga stellt für Alexander Ernst jedoch kein komplettes Neuland dar. In der abgelaufenen Spielzeit wurde der 21-Jährige bereits als Assistent in der vierten Liga eingesetzt. Ein Highlight war die Partie Rot-Weiss Essen gegen SG Wattenscheid 09, die sogar im Free-TV übertragen wurde. Nun greift Ernst in dieser Spielklasse selbst zur Pfeife – die Vorfreude könnte kaum größer sein. „In der Regionallliga spielen sehr viele Traditionsvereine und es sind auch Spieler dabei, die mal höherklassig aktiv waren. Mit diesen Gegebenheiten umgehen zu lernen, ist für mich besonders reizvoll.“

„Es war sehr schön, eine solche Bestätigung für die abgelieferten Leistungen zu bekommen“

Der Schwerter weiß allerdings auch, dass neben dem Sportlichen auch der zwischenmenschliche Umgang passen muss. „Man sollte mit seinen Gegenübern immer gut umgehen. Denn ohne die Unterstützung aus dem Umfeld wäre es für mich niemals so gut gelaufen“, betont Ernst, der die Zweikampfbewertung und das Spielverständnis als seine größten Stärken ansieht. Überheblich wirkt der frischgebackene Aufsteiger keineswegs. „Es läuft momentan sehr gut, aber es kann immer etwas passieren, dass mich zurückwirft.“ Deshalb will Ernst die Sommerpause intensiv nutzen, um sich auf die Regionalliga vorzubereiten.

 Aufstieg trotz langer Abstinenz

Seine Beobachtungen hatte der Perspektivteam-Schiedsrichter hauptsächlich in der Hinrunde. Schließlich verpasste er den Großteil der Rückrunde, weil er ein Auslandssemester in Barcelona absolvierte. Anpassungsschwierigkeiten nach der viermonatigen Auszeit waren trotzdem Fehlanzeige. An der Pfeife zeigte sich der Referee gewohnt souverän und ruhig. In Katalonien konnte Ernst auch etwas für seine Spielleitungen mitnehmen. „Ich war auf mich allein gestellt und habe viele neue Leute und Kulturen kennen gelernt“, erzählt der Schwerter. Das helfe ihm auch auf dem Platz, beispielsweise bei der Beurteilungen von Spielertypen im Vorfeld.

Ob es letztendlich sogar für den Sprung in die dritte Liga reicht, will Ernst noch nicht beurteilen. Seine Konzentration gelte primär der Regionalliga, langfristig allerdings denkt der junge Unparteiische schon an die nächste Etage im Aufzug. „Langfristig traue ich mir diesen Schritt zu“, erklärt Ernst selbstbewusst. In der Saison 2013/2014 konnte er zudem als Schiedsrichter in der A-Jugend-Bundesliga auf sich aufmerksam machen. „Die A-Jugend-Bundesliga war für mich eine sehr schöne Erfahrung. Man kommt über die Landesgrenzen hinaus und hat mit Spielern zu tun, die später möglicherweise im bezahlten Fußball landen.“

Auch abseits des Rasens hat Ernst ein erfolgreiches Projekt vorzuweisen. Ernst studiert im vierten Semester Sport- und Eventmanagement an der BiTS in Iserlohn. Dass er ein gewisses Grundverständnis für den Fußball besitzt, bewies der 21-Jährige vor nicht allzu langer Zeit, als er im Rahmen seines Studiums gemeinsam mit drei Kommilitonen einen alternativen Modus für die WM-Qualifikation entwarf. Das Konzept einer „League of Nations“ wurde mit der Bestnote 1,0 ausgezeichnet. Dieses Grundverständnis kann später der entscheidende Faktor sein, falls sein Aufstiegs-Zug auch in der Regionalliga weiter rollen sollte.

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