Danke Schiri: Drei Unparteiische mit Vorbildcharakter

Freuten sich über die Auszeichnung bei der DFB-Aktion „Danke, Schiri“: (v.l.) Klaus-Dieter Leiendecker, Theo Mennecke, Ulrich Trautvetter (Sieger U50), Norbert Koch, Heinz Weidemann (Sieger Ü50), Christopher Methler, Jessica Gröger ("Schiedsrichterin") und Hans Gerd Henning. | Foto: Heiko Schneider
Freuten sich über die Auszeichnung bei der DFB-Aktion „Danke, Schiri“: (v.l.) Klaus-Dieter Leiendecker, Theo Mennecke, Ulrich Trautvetter (Sieger U50), Norbert Koch, Heinz Weidemann (Sieger Ü50), Christopher Methler, Jessica Gröger („Schiedsrichterin“) und Hans Gerd Henning. | Foto: Heiko Schneider

Es hätte keine bessere Wahl geben können: Anlässlich der Aktion „Danke Schiri“ zeichnete der Kreisschiedsricherausschuss (KSA) die Schiedsrichterin Jessica Gröger sowie zwei Ihrer Kollegen, Ulrich Trautvetter und Heinz Weidemann auf dem Schulungsabend in Bochum aus.

In der Rubrik „Schiedsrichter Frauen“ wurde Jessica Gröger ausgewählt. „Jessica ist eine vorbildliche Schiedsrichter-Kameradin, die durch ihre bedingungslose Bereitschaft zur Übernahme von Spielleitungen und hervorragende Leistungen als Schiedsrichterin im Herrenbereich einen sehr guten Ruf im Kreis Bochum genießt“, lobt Lehrwart Heiko Schneider. Als aktive Schiedsrichterin ist sich Gröger ihrer Vorbildfunktion bewusst und engagiert sich als Patin für neue Schiedsrichter. Sie begleitet die jungen Kameradinnen und Kameraden, unterstützt sie bei ihren ersten Spielleitungen und gibt ihnen wertvolle Praxistipps. Als Frau, die sich erfolgreich in der Männerdomäne Fußball durchsetzt, ist die Unparteiische ein Aushängeschild für die Schiedsrichterwerbung im Kreis , die auch bei der Gestaltung von Werbe-Flyern aktiv mitwirkt. Jessicas Schulungsbesuch ist tadellos, sie ist in Gruppenarbeiten vorbildlich engagiert und zählt bei Lehrgängen stets zu den Ideengebern. „Sie ist selbstkritisch und bemüht sich ebenfalls immer aktiv um Verbesserung ihrer eigenen Leistung“, so Schneider. Jessica steht bei Lehrgängen und Teambuilding-Maßnahmen nicht ihr eigener Erfolg im Vordergrund, stattdessen ist sie ein echter Teamplayer und unterstützt ihre Kameradinnen und Kammeraden sowohl regeltechnisch als auch bei Laufprüfungen. Neben ihrem Engagement als aktive Schiedsrichterin hilft Jessica bei ihrem Verein SV Altenbochum 01 bei den Vorbereitungen und der Durchführung von Veranstaltungen (Osterfeuer, Weihnachtsfeier, etc.) und unterstützt an Spieltagen beim Verkauf. Nachdem Jessica im Herbst 2011 die SR-Prüfung ablegte, stieg sie aufgrund ihrer sehr guten Leistungen und ihrer Empathie innerhalb von vier Jahren als Schiedsrichterin in die Herren-Bezirksliga und als SR-Assistentin 2015 in die B-Juniorinnen-Bundesliga auf.

Bei der Nominierung in der Rubrik U50 fiel die Wahl auf Ulrich Trautvetter. „Neben der hohen Zahl an Spielleitungen ist Ulrich hochmotiviert, sich in der Gruppe zu engagieren“, weiß der Lehrwart. So ist Trautvetter als fleißiger Helfer bei Turnieren, Teambuildings und Feierlichkeiten immer präsent, freundlich und hilfsbereit. Für junge SR-Kameraden ist Ulrich Trautvetter stets ein engagierter Ansprechpartner. Egal ob als Pate oder weil er zufällig auf dem Sportplatz ist, Ulrich schaut über den Tellerrand hinaus und gibt den jungen SR nach dem Spiel gerne Tipps und Hinweise zur Verbesserung. Ulrichs Schulungsbesuch ist vorbildlich und er bemüht sich immer um aktuelles Wissen. „Abseits des Platzes ist Ulrich Trautvetter ein eher ruhiger Vertreter seiner Zunft. Er stellt keine Ansprüche und pfeift jedes ihm übertragene Spiel, gerne auch Samstags Jugend- und zusätzlich Sonntags Seniorenspiele“, erklärt Schneider. Für Ulrich ist das Thema Integration sehr wichtig, denn er selbst pfeift als SR für seinen griechischen Verein „Hellas Bochum“.

Heinz Weidemann wurde in der Kategorie Ü50 ausgezeichnet. Weidemann engagiert sich seit zehn Jahren im Vergnügungsausschuss der Gruppe Witten. Bei Turnieren und Veranstaltungen kümmert sich der Unparteiische bereitwillig und stets gut gelaunt um die technische Ausstattung, sowie Auf- und Abbau. „Als Pate beteiligt sich Heinz auch an Ausbildung unserer Jung-Schiedsrichter, hält den Werdegang auch danach im Blick und betreut die jungen Unparteiischen auch bei ihren Spielleitungen nach der Patenphase“, erzählt der Lehrwart. Diese Engagement wird von den jungen Kollegen geschätzt, denen er Hilfestellung und Tipps zur Verbesserung ihrer Spielleitungen gibt. Für Weidemann ist es wichtig, junge Schiedsrichter in die Schiedsrichtergruppe zu integrieren. „Er ist ein geschätzter Ansprechpartner und vorbildlicher Kollege, der den „Neuen“ mit Rat und Tat zur Seite steht“, so Schneider.

 Heinz ist stets gewillt Spielleitungen zu übernehmen. Mit über 1.000 Spielleitungen hat sich Heinz im Verlauf seiner Laufbahn einen enorm hohen Erfahrungsschatz erarbeitet. Durch seine ruhige und sachliche Art genießt er bei Spielern und Vereinen ein hohes Ansehen.

„Die Worte ‚Danke, Schiri‘ hört man leider auf unseren Sportplätzen zu selten, obwohl Woche für Woche Schiedsrichter dafür sorgen, dass unsere Fußballspiele über die Bühne gehen und den Regeln Geltung verschaffen wird“, erklärte Heiko Schneider. Mit der Aktion „Danke Schiri“ möchte der DFB die Wertschätzung gegenüber den Referees an der Basis erhöhen und zum Ausdruck bringen. In drei Kategorien konnte der KSA Bochum, je einen Schiedsrichter benennen und sie dem Landesverband melden. Aus allen Meldungen sucht der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) wiederum drei Kandidaten aus, die dem DFB gemeldet werden und an einer zentralen Bundesehrung teilnehmen werden.

 

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1,50 Meter geballtes Selbstbewusstsein

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Der Kreis Bochum hat gemeinsam mit Paderborn die meisten aktiven Fußballschiedsrichterinnen in Westfalen. SR-Aktuell-Autor David Hennig hat sich mit Nachwuchsschiedsrichterin Morena Biwo und Lehrwart Heiko Schneider über das nicht immer leichte Hobby und die gezielte Frauenförderung unterhalten.

Die 16-jährige Schiedsrichterin Morena Biwo kommt aus einer fußballbegeisterten Familie. „Den Fußball habe ich quasi in die Wiege gelegt bekommen“, sagt sie lachend. Dennoch hat sie nie aktiv im Verein vor den Ball getreten – lediglich ein halbes Jahr mit einer Mädchenmannschaft mittrainiert. Ein Freund ihres Vaters brachte die damals 14-jährige dann auf die Idee: Probier’s doch mal als Fußballschiedsrichterin. Gesagt, getan. Den Anwärterlehrgang meisterte sie schließlich souverän. „Morena war mit Abstand die Lehrgangsbeste und hat die Prüfung mit Bravour bestanden“, blickt Lehrwart Heiko Schneider zurück, der in seiner Nachwuchsschiedsrichterin eine absolute Sympathieträgerin sieht: „Sie ist nicht auf den Mund gefallen, schiebt sich aber auch nicht in den Vordergrund.“ Seit zwei Jahren ist Morena Biwo nun Schiedsrichterin für den VfL Bochum und leitet Spiele bis zu den A-Junioren. Mit einer Körpergröße von 1,50 Meter ist die 16-jährige jedoch nicht gerade die Größte. „So hoch wie eine Eckfahne eben“, scherzt sie. Oder anders: 1,50 Meter geballtes Selbstbewusstsein. Einen Nachteil sieht die Schiedsrichterin eben nicht darin. „Natürlich sagen viele auf den ersten Blick: ‚Die ist so klein, die schafft das nicht‘. Aber nach dem Spiel kommen häufig Zuschauer, Trainer und Spieler zu mir und sagen: ‚Das hätte ich Dir nicht zugetraut‘. So ein Lob ist dann besonders schön“, so Biwo. Sie hat gelernt sich durchzusetzen, mit guten Leistungen zu überzeugen. Dabei hat sie nicht nur mit Vorurteilen bezogen auf ihre Größe zu kämpfen: „Oft höre ich, dass Frauen im Fußball nichts zu suchen hätten – das steckt bei vielen noch in den Köpfen.“

Die Schiedsrichterinnen im Kreis Bochum sind ein starkes Team | Foto: Heiko Schneider
Die Schiedsrichterinnen im Kreis Bochum sind ein starkes Team | Foto: Heiko Schneider

Eine Einstellung, die die Verantwortlichen im Kreis Bochum gezielt ändern wollen. „Es ist schon besser geworden. Vor einigen Jahren wurden Schiedsrichterinnen angeschaut, als ob sie vom Mond kämen. Um das Bild aus den Köpfen zu kriegen, müssen Kreisvorstand, Vereine und Schiedsrichter eng zusammen arbeiten“, so Heiko Schneider. In Bochum hat der Frauenfußball bereits eine große Basis. „Wir haben im Hinblick auf die Werbung von Schiedsrichterinnen mächtig Dampf gemacht“, sagt der Lehrwart. Gezielt wurden die zahlreichen Vereine mit Frauen- und Mädchenmannschaften angesprochen, Schiedsrichterinnen ausbilden zu lassen. Mit Erfolg. Mittlerweile sind in Bochum 17 Schiedsrichterinnen aktiv, vier weitere haben sich zum nächsten Lehrgang angemeldet. „Dann sind es über zwanzig. Diese Marke zu knacken, war das Ziel des Kreisschiedsrichterausschusses“, erzählt Schneider. Damit stellt der Kreis Bochum in ganz Westfalen gemeinsam mit Paderborn die meisten weiblichen Unparteiischen. Was aber nur funktioniere, so der Lehrwart, wenn man den Frauen den entsprechenden Stellenwert einräumt. „Wir wollen jedoch keine Zweiklassengesellschaft“, stellt er heraus. Die Ausbildung sei gleich, doch ginge man intensiver auf die Bedürfnisse der Schiedsrichterinnen ein. Mit Silvia Danielsiek hat der KSA eigens eine Frauenbeauftragte installiert und führt regelmäßig zusätzliche Lehrgänge für Schiedsrichterinnen durch. „Frauen brauchen eine feste Ansprechpartnerin. Sie besprechen manche Themen nicht mit Männern – da ist es gut, sich von Frau zu Frau unterhalten und sich in der Gruppe austauschen zu können“, erzählt Schneider.

Die 16-jährige Morena Biwo ist im Juniorenbereich aktiv | Foto: David Hennig
Die 16-jährige Morena Biwo ist im Juniorenbereich aktiv | Foto: David Hennig

Die 16-jährige ist gern Woche für Woche auf den Fußballplätzen unterwegs: „Mein Hobby macht mir Spaß und jedes Spiel ist eine neue Herausforderung.“ Auch wenn sie bisher „nur“ in den Jugendspielklassen im Einsatz ist, hat sie eine klare Vorstellung über ihre Zukunft. „Natürlich träumt jede Schiedsrichterin von der Bundesliga. Aber im Vordergrund steht erstmal meine Ausbildung und der nächste Schritt in den Herrenbereich – und dann kann ich weiter durchstarten“, sagt die angehende Kauffrau für Büromanagement. Die notwendige Unterstützung durch ihren KSA ist ihr dabei sicher.

Bochumer Schiedsrichter erhalten Förderpreis

Bochumer Schiedsrichter erhalten Förderpreis

Die Nachwuchsschiedsrichter des Kreises Bochum haben sich an einem Förderprojekt JiVE (Jugend im Verein) bei der Sparda Bank-West eG Bochum beteiligt und sind hierbei auf dem 1. Platz gelandet. Das Preisgeld beläuft sich auf 2.500 Euro, die dem Förderverein „Schiri-Plus“ für seinen Nachwuchs zur Verfügung steht.

Die erfolgreiche Bewerbung wurde im Vorfeld von den Vorstandsmitgliedern und Kreisschiedsrichterlehrwarte Norbert Koch, Klaus-Dieter Leiendecker und Heiko Schneider ausgearbeitet und eingereicht. Ausgezeichnet wurde „Schiri-Plus“ für sein hervorragendes Engagement bei der Erarbeitung von Strategien zur Konfliktvermeidung und Deeskalation, des Weiteren für die Förderung der Integration von Sportlern/Schiedsrichtern mit Migrationshintergrund.
Weiterhin anerkennenswert sind die Bemühungen zur Förderung von Frauen und Mädchen im Fußball, hier besonders als Schiedsrichterinnen bis hinein in den Seniorenbereich Männer. Immerhin sind inzwischen im Bereich des Fußballkreises Bochum 17 SRinnen tätig, die bis zur Bezirksliga als SR und bis zur Juniorinnen-Bundesliga als Assistentinnen eingesetzt werden können. Insgesamt kommt der Preis natürlich allen Schiedsrichtern der Schiedsrichtervereinigung Bochum zugute, die durch ihre Freizeitgestaltung in Sachen Fußball diesen Sport im organisierten Wettbewerbsmodus erst ermöglichen.

Neue Sichtweisen fördern

Neue Sichtweisen fördern

Beschimpft, geschlagen und getreten – regelmäßig werden Schiedsrichter auf den Sportplätzen Opfer von Gewalt. Der Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) Bochum führte deshalb kürzlich einen eintägigen Lehrgang zu den Themen „Gewaltprävention“ und „Deeskalationstraining“ mit seinen Perspektiv-Schiedsrichterinnen durch. Als besonderer Gast konnte Simone Horn begrüßt werden, die als Beisitzerin im Verbandsschiedsrichterausschuss für die Ansetzungen im überkreislichen Frauen- und Jugendbereich zuständig ist.

Offen mit einem ernsten Thema umgehen - das dachten sich auch die Teilnehmerinnen des Lehrgangs | Foto: Kreis Bochum
Offen mit einem ernsten Thema umgehen – das dachten sich auch die Teilnehmerinnen des Lehrgangs | Foto: Kreis Bochum

Anhand kurzer Videos zeigte Lehrwart Heiko Schneider in seinem Einstiegsvortrag ganz gezielt die ansteigende Aggressivität im Fußball und die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Unparteiischen auf. Im Anschluss folgte eine Gesprächsrunde, in der die Teilnehmerinnen über Erfahrungen aus ihren eigenen Spielen berichteten. „Die Erlebnisse reichten von Beleidigungen bis hin zu Vorfällen, bei denen Zuschauer auf den Platz liefen“, sagte Schneider. Gewalt drücke sich nicht immer nur durch körperlichen Schaden aus, sondern fange bereits bei Beschimpfungen an.

Doch wie begegnet eine Schiedsrichterin solchen Vorfällen? In fünf Gruppen zeigten die Teilnehmerinnen mögliche Konfliktfelder auf und erarbeiteten Handlungsoptionen für Situationen in ihren Spielleitungen. Jede Gruppe hatte vier Minuten Zeit, ihre Ergebnisse zu präsentieren. „Ob Rollenspiele, PowerPoint-Präsentationen oder Frontalvorträge, jeder Beitrag war etwas Besonderes und führte zum Ziel“, so der Lehrwart. Konfliktpotenzial gäbe es schließlich zwischen allen Beteiligten: Schiedsrichter, Spieler, Zuschauer oder Funktionäre können bei Spielen in unterschiedlichen Konstellationen in Konflikte geraten. „Ziel war es, sich selbst einen Spiegel vor Augen zu halten, die eigene Rolle zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu fördern“, sagte Schneider. Eine gute Vorbereitung, Regelsicherheit und ein selbstbewusstes Auftreten sowie eine positive Außendarstellung helfen einem Schiedsrichter, Konflikten vorzubeugen oder ihnen erfolgreich zu begegnen.

Kreisschiedsrichterobmann Theo Mennecke verdeutlichte am Ende der Veranstaltung, dass der KSA bei Problemen stets als Ansprechpartner zur Verfügung steht. „Uns ist es wichtig, dass wir Vertrauen zu unseren Schiedsrichtern aufbauen und regelmäßig in einen Dialog treten“, sagte Schneider. Probleme könnten nur gelöst werden, wenn gerade bei sensiblen Themen die Hemmschwellen abgebaut werden. Ein erster Schritt ist getan: Im Rahmen des Lehrgangs wurden von Lehrstab und Schiedsrichterinnen Lösungsansätze erarbeitet, um entsprechende Situationen vor, während und nach der Spielleitung zu bewältigen und dadurch dauerhaft Verbesserungen zu erzielen. „Es war eine gelungene Veranstaltung, auch wenn das Thema diesmal sehr brisant war. Ein Patenrezept gib es leider nicht, aber die Schiedsrichtervereinigung Bochum stellt sich regelmäßig neuen Herausforderungen und setzt seine Arbeit in diesem Bereich fort“, sagte Schneider.

Der Kreis Bochum hat derzeit 16 Schiedsrichterinnen in seinen Reihen, sodass seit einigen Jahren spezielle Lehrgänge für Frauen und Mädchen stattfinden. Der Lehrgang fand im Rahmen einer von den Stadtwerken Bochum geförderten Maßnahme statt.

Freude über 4000 Euro

Freude über 4000 Euro

Wenn das keine gute Nachricht ist: Die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Kreis Bochum können sich über 4000 Euro freuen. Der Kreisschiedsrichterausschuss Bochum hatte sich mit einem Projekt „Mentales Training für jugendliche Schiedsrichter/innen“ in der Kategorie „Sport“ bei einer Votingaktion der Stadtwerke Bochum beworben und belegte dabei einen der vorderen Plätze.

Die Stadtwerke unterstützen regelmäßig Vereine in ihrer Region in den Breichen „Sport, Kultur, Bildung und Soziales“. Die Vergabe der Gelder wird dabei durch ein Votingverfahren durch Bürger entschieden. „Vielen Dank an die vielen Helfer (Voter), die ihre Stimme für das Projekt des Kreisschiedsrichterausschuss Bochum abgegeben haben“, zeigte sich Heiko Schneider, Lehrwart im Kreis Bochum, über die große Resonanz für das Projekt erfreut.

„Junge Menschen, die das Amt des Schiedsrichters im Fußball ausüben, erlernen in diesem Projekt Deeskalationswege und wenden sie in Übungen an, stärken ihr Selbstbewusstsein und entwickeln ihre Persönlichkeit weiter“, beschreibt Schneider das Projekt. Im Rahmen des Projektes sollen nun circa 25 jungen Menschen im Alter von 15 bis 20 Jahren während eines dreitägigen Lehrgangs und zwei weiteren eintägigen Seminaren Strategien für Deeskalation auf und neben dem Fußballplatz kennenlernen. „Neben einem theoretischen Block mit verschiedenen Vorträgen werden auch praktischen Übungen zu diesem Thema durchgeführt, um das Erlernte auch in der Praxis umsetzen zu können“, sagt Schneider. Im Rahmenprogramm der Veranstaltung sind gruppendynamische Events geplant, die den Zusammenhalt und die Kameradschaft sowie die Integration von Sportlern mit und ohne Migrationshintergrund verbessern sollen. Geplant sind verschiedene Aktivitäten: Kanufahren, Kegelabend, Besuch einer kulturellen Veranstaltung und sportliche Wettkämpfe. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen wohnen bei diesem Lehrgang gemeinsam in einem Jugendhaus, in dem eine Vollverpflegung angeboten wird.

Hintergrund dieses Projektes ist die zunehmende verbale und körperliche Gewalt im Fußball, besonders gegenüber Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern. „Junge Menschen, die sich bereit erklären, mit Freude und Elan das Amt des Schiedsrichters auszuüben, brauchen dringend Unterstützung und müssen im Umgang mit gewaltbereiten Fußballspielerinnen und Fußballspielern professionalisiert werden“, so der Bochumer Lehrwart. Darüber hinaus biete das Projekt die Möglichkeit, Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und bei der Persönlichkeitsentwicklung mitzuhelfen. (dh)

Gelbsperre auch für Amateurkicker?

Gelbsperre auch für Amateurkicker?

Seit der laufenden Spielzeit zieht eine Gelb-Rote-Karte auch im Amateurbereich eine Sperre von einem Pflichtspiel nach sich. Dieses Prinzip könnte zur neuen Saison erweitert werden: Denn der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) um Präsident Hermann Korfmacher plant, dass Amateurfußballer nach der fünften gelben Karte ebenso eine Partie aussetzen müssen.

Was im Profifußball schon Gang und Gebe ist, soll nun auch im Amateurbereich eingeführt werden. Eine Sperre nach der fünften gelben Karte wäre der nächste Anpassungsschritt an den Fußball in den höheren deutschen Spielklassen. „Die gelbe Karte bekommt dadurch einen ganz anderen Stellenwert“, führt Heiko Schneider, Lehrwart im Kreis Bochum, an und fährt fort: „Das kann präventiv wirken. Die Spieler werden sich lieber zwei Mal hinterfragen, welche Konsequenzen ihr Verhalten nach sich ziehen würde. Jede Maßnahme, wegen der der Spieler beginnt, über sein Verhalten nachzudenken, ist zu befürworten.“

Wirkung wie bei Gelb-Roter-Karte erwünscht

Tatsächlich würde eine Reflektion seitens der Spieler in vielen Situationen die Brisanz etwas herausnehmen. Dass die Sperre nach der „Ampelkarte“ durchaus den gewünschten Effekt hervorbringt, dürfte nahezu jeder Schiedsrichter in Westfalen unterschreiben. „Diese Entscheidung war absolut zielführend. Mit der Sperre nach einer Vielzahl von gelben Karten sollte es ähnlich ablaufen“, so Schneider. Jedoch, und das gilt es vorab zu betonen, erhöht sich folglich auch die Verantwortung des Schiedsrichters. Der Unpateiische muss ebenso stärker reflektieren, inwiefern eine Verwarnung angebracht ist oder eben nicht.

Auch Klaus Overwien, Staffelleiter der Bezirksliga 9, begrüßt diese Idee. „Es gibt tatsächlich eine große Anzahl an Spielern, die nahezu jede Woche verwarnt werden“, weiß Overwien. „Sie würden sensibilisiert werden.“ Einen größeren Aufwand müssen die Staffelleiter indes nicht befürchten. Mit Hilfe des DFB-Net dürfte es kein Problem sein, die Anzahl an Verwarnungen über eine Saison zu zählen. „Die Schiedsrichter müssen aber auch alles genau eintragen und dürfen nichts vergessen“, merkt Overwien an.

Weitere Personalprobleme für die Vereine?

Besonders in den unteren Ligen des Amateurbereichs geht es oft heiß her. Schon nach der Einführung der Sperre nach der „Ampelkarte“ haben viele Vereine befürchtet, dass sich die ohnehin schon vorhandenen Personalprobleme im Laufe der Saison weiter verschärfen. Andererseits beobachtet man, dass viele Amateurkicker ihr Verhalten an das der Profifußballer anpassen. Somit wäre der nächste Angleichungsschritt nur die logische Konsequenz. Heiko Schneider glaubt, dass auch Disziplinlosigkeiten kürzer kommen würden. Schneider: „Eine Vielzahl an Verwarnungen gibt es ja für Meckern oder Unsportlichkeiten. Ich bin mir sicher, dass viele Spieler das einstellen werden.“

In den kommenden Wochen will sich die Verbandsspitze eine Entscheidung treffen. Es steht jedoch noch nicht fest, ob diese Regelung überhaupt bis in die Kreisliga umgesetzt wird. Das erklärte Manfred Schnieders, Vorsitzender des Fußballausschusses des WFLV, gegenüber den „Ruhr Nachrichten“. Dann wären die – definitiv berechtigten – Sorgen einiger Amateurtrainer ohnehin unbegründet.

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