FLVW und DEKRA sagen „Danke Schiri“

Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, Simone Horn, Beisitzerin des Verbandsschiedsrichterausschusses, Ulrich Jeromin, FLVW-Ehrenamtsbeauftragter, Luis Torres, Stephanie Poppe, Ismail Öztürk, Hermann Korfmacher, FLVW-Präsident, Michael Liedtke, Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses, und DFB-Schiedsrichter Sören Storks. | Foto: David Hennig
Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, Simone Horn, Beisitzerin des Verbandsschiedsrichterausschusses, Ulrich Jeromin, FLVW-Ehrenamtsbeauftragter, Luis Torres, Stephanie Poppe, Ismail Öztürk, Hermann Korfmacher, FLVW-Präsident, Michael Liedtke, Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses, und DFB-Schiedsrichter Sören Storks. | Foto: David Hennig

„Danke Schiri“ lautet das Motto der bundesweiten Aktion des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der DEKRA. Im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung zeichnete der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen e.V. (FLVW) nun die drei Landessieger in der DEKRA-Niederlassung in Dortmund aus. Dabei erhielten zwei Spätstarter und ein wahres Organisationstalent ein besonderes „Dankeschön“: Luis Torres (Kreis Gütersloh), Ismail Öztürk (Kreis Soest) und Stephanie Poppe (Kreis Iserlohn) wurden für ihr vorbildliches Engagement im Schiedsrichterwesen ausgezeichnet.

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FLVW-Präsident Hermann Korfmacher lobte das Engagement der Unparteiischen. | Foto: David Hennig

„Danke“ ist ein Wort, das eigentlich nicht oft genug gesagt werden kann. Dennoch hört man es viel zu selten. Gerade Schiedsrichtern wird nicht gerade häufig für ihren Einsatz und ihr Engagement gedankt. Dies war an diesem Abend anders: Hier standen drei Unparteiische im Mittelpunkt, die ein „Dankeschön“ verdient hatten. Einen besonderen Dank richtete FLVW-Präsident Hermann Korfmacher an die drei Anwesenden: „Ohne Sie, ohne alle 5000 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Westfalen wäre unser geliebter Fußball gar nicht vorstellbar.“ In seiner Laudatio sprach Korfmacher von keinen einfachen Zeiten für die westfälischen Unparteiischen. Gerade die Bilder von wütenden Trainern und motzenden Spielern aus der Bundesliga ließen jegliche Achtung vor den Regelhütern verlieren, die aus Leidenschaft und Liebe zum Fußball Woche für Woche ehrenamtlich auf dem Feld stehen. „Das Verhalten der Profis am Samstag wiederholt sich auch am Sonntagnachmittag bei den Amateuren. Die Leidtragenden sind oft genug die Schiedsrichter“, so der Präsident. Umso wichtiger sei es, mit dieser Aktion die so wichtige Tätigkeit in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

DEKRA unterstützt Aktion tatkräftig

Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, war an diesem Abend der Gastgeber. | Foto: David Hennig
Jens Vieting, Leiter der DEKRA-Niederlassung Dortmund, war an diesem Abend der Gastgeber. | Foto: David Hennig

Ein Anliegen, dass auch die DEKRA als Partner der DFB-Schiedsrichter gern tatkräftig unterstützt. „Neutralität, Sachverstand und Sicherheit – das sind die Werte, die sowohl bei DEKRA, als auch bei den DFB-Schiedsrichtern im Mittelpunkt stehen. Aber unsere Partnerschaft ist viel mehr als die Platzierung eines Logos, verbunden mit der entsprechenden Fernseh-Präsenz. So wirkt DEKRA an Kampagnen des DFB mit, um Schiedsrichter neu zu gewinnen und bei der Stange zu halten. Und wir tun das eben auch mit der Unterstützung der Aktion „Danke, Schiri! “, erklärte Jens Vieting, Leiter der Dortmunder DEKRA-Niederlassung.

„Die enorme Resonanz von der Basis zeigt: ja, wir möchten und wir müssen unseren Schiedsrichtern Danke für ihren tollen Einsatz sagen“, betonte Korfmacher. 26 von 29 westfälischen Kreisen haben jeweils eine Schiedsrichterin und zwei Schiedsrichter in den Kategorien „U50“, Ü50“ und „Schiedsrichterin“ nominiert. Dabei fiel die Auswahl der drei Landessieger nicht leicht. Denn aus allen Meldungen musste der Verbandsschiedsrichterausschuss (VSA) drei Landessieger auswählen:

Ein wahres Organisationstalent

Stephanie Poppe (re.) erhält ihre Urkunde aus den Händen von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.). Auch Jens Vieting (Mitte), Niederlassungsleiter der DEKRA in Dortmund, gratulierte. | Foto: David Hennig
Stephanie Poppe (re.) erhält ihre Urkunde aus den Händen von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.). Auch Jens Vieting (Mitte), Niederlassungsleiter der DEKRA in Dortmund, gratulierte. | Foto: David Hennig

Mit Stephanie Poppe aus dem Kreis Iserlohn zeichnete der VSA in der Kategorie „Schiedsrichterin“ ein wahres Organisationstalent aus: Die 30-jährige ist verheiratet und Mutter von zwei kleinen Kindern. „Ihre Geschichte ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man es tatsächlich schaffen kann, Schiedsrichtertätigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen“, lobte Michael Liedtke, Vorsitzender des VSA. Die ehemalige Fußballerin musste vor neun Jahren ihre aktive Laufbahn krankheitsbedingt beenden, ließ sich aber durch ihren Ehemann – der ebenfalls als Schiedsrichter aktiv ist – zum „Pfeifen“ motivieren. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, nach der Babypause wieder auf den Platz zurückzukehren“, so Liedtke. Denn Familie, Beruf und Hobby zu vereinbaren, erfordert großes organisatorisches Geschick. Doch Poppe geht ihrem Hobby weiter vorwiegend im Juniorenbereich mit großem Engagement und viel Freude nach und steht gerade jungen Schiedsrichterinnen in ihrem Kreis als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Ein Schiedsrichter, der sein Hobby lebt

FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.) gratulierte Schiedsrichter Luis Torres (re.) aus seinem Heimatkreis. | Foto: David Hennig
FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (li.) gratulierte Schiedsrichter Luis Torres (re.) aus seinem Heimatkreis. | Foto: David Hennig

In der Kategorie Unter 50 wurde Luis Torres aus dem Kreis Gütersloh geehrt. „Wir haben mit Luis jemanden ausgewählt, der dieses Hobby nicht einfach nur ausführt, sondern tatsächlich lebt“, sagte Liedtke. Der 47-jährige leitet Spiele bis zur Kreisliga A und gehört eher zu den „Spätstartern“: Torres begann seine Schiedsrichterlaufbahn erst mit 35 Jahren. Auch Luis warf eine Krankheit aus der Bahn und ließ ihn um sein liebstes Hobby, den Fußball, bangen. Doch er kämpfte sich zurück, suchte einen Weg, am Ball zu bleiben. Als Unparteiischer startete er schließlich 2003 einen Neuanfang. „Er ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass es sich auch nach einer aktiven Laufbahn durchaus lohnt, den Blick in das Schiedsrichterwesen zu wagen“, betonte der Vorsitzende. Mittlerweile leitet Torres rund 80 Spiele im Jahr. Seine sympathische Art schätzen nicht nur seine Schiedsrichter-Kollegen, sondern auch alle, die auf dem Platz mit ihm umgehen: von den Spielern bis hin zu den Verantwortlichen.

Ein sympathischer Fairplay-Botschafter

Ismail Öztürk (3.vl.) nimmt die Glückwünsche von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (2.vl.) entgegen. Jens Vieting (li.), Leiter der DEKRA-Niederlassung, und Michael Liedtke (re.) gehörten ebenfalls zu den Gratulanten. | Foto: David Hennig
Ismail Öztürk (3.vl.) nimmt die Glückwünsche von FLVW-Präsident Hermann Korfmacher (2.vl.) entgegen. Jens Vieting (li.), Leiter der DEKRA-Niederlassung, und Michael Liedtke (re.) gehörten ebenfalls zu den Gratulanten. | Foto: David Hennig

Noch später kam der Sieger in der Kategorie „Über 50“ zur Schiedsrichterei: Ismail Öztürk aus dem Kreis Soest entschloss sich erst mit 51 Jahren Unparteiischer zu werden. Vor 10 Jahren legte er sein Amt als Vereinsvorsitzender nieder, wollte aber noch dem Fußball treu bleiben und etwas für seine Gesundheit tun. „Das ist für uns Schiedsrichter natürlich ein Glücksgriff gewesen“, so Liedtke. Die Jahre zuvor hatte Öztürk bereits viele verschiedene Funktionen im Fußball bekleidet: ob als Spieler, Trainer oder Vereinsfunktionär – der heute 61-jährige engagierte sich immer besonders in den Vereinen, für die er tätig war. Heute hat er sich das Ziel gesetzt, der Jugend etwas zurückzugeben. Dabei ist ihm der Fairplay-Gedanke besonders wichtig. „Dass er seine Spesen auch hier und da den Jugendabteilungen spendet, sei ebenfalls am Rande erwähnt“, verriet Liedtke. Diese Werte versucht Öztürk jungen Leuten bei seinen Spielleitungen zu vermitteln und begeistert mit seiner Art auch andere für das Schiedsrichterwesen. Dadurch hat er nicht nur neue Schiedsrichter gewonnen, sondern diese auch durch Lehrgang und bei ihren ersten Spielleitungen begleitet. „Damit ist Ismail nicht nur ein Schiedsrichter – sondern auch ein Vorbild und sympathischer Fairplay-Botschafter mit einem Herz für die Jugend“, lobte der Vorsitzende.

„Wir haben heute drei sehr bescheidene Unparteiischen kennengelernt, für die ganz andere Dinge im Vordergrund stehen und eben nicht sie selbst. Das ist vorbildlich und tut dem Schiedsrichterwesen gut“, sagte Liedtke. Auf Poppe, Torres und Öztürk wartet nun noch ein weiteres Highlight: Sie werden den FLVW im Mai in Hannover auf der Ehrungsveranstaltung des DFB vertreten.

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Gelbsperre auch für Amateurkicker?

Gelbsperre auch für Amateurkicker?

Seit der laufenden Spielzeit zieht eine Gelb-Rote-Karte auch im Amateurbereich eine Sperre von einem Pflichtspiel nach sich. Dieses Prinzip könnte zur neuen Saison erweitert werden: Denn der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) um Präsident Hermann Korfmacher plant, dass Amateurfußballer nach der fünften gelben Karte ebenso eine Partie aussetzen müssen.

Was im Profifußball schon Gang und Gebe ist, soll nun auch im Amateurbereich eingeführt werden. Eine Sperre nach der fünften gelben Karte wäre der nächste Anpassungsschritt an den Fußball in den höheren deutschen Spielklassen. „Die gelbe Karte bekommt dadurch einen ganz anderen Stellenwert“, führt Heiko Schneider, Lehrwart im Kreis Bochum, an und fährt fort: „Das kann präventiv wirken. Die Spieler werden sich lieber zwei Mal hinterfragen, welche Konsequenzen ihr Verhalten nach sich ziehen würde. Jede Maßnahme, wegen der der Spieler beginnt, über sein Verhalten nachzudenken, ist zu befürworten.“

Wirkung wie bei Gelb-Roter-Karte erwünscht

Tatsächlich würde eine Reflektion seitens der Spieler in vielen Situationen die Brisanz etwas herausnehmen. Dass die Sperre nach der „Ampelkarte“ durchaus den gewünschten Effekt hervorbringt, dürfte nahezu jeder Schiedsrichter in Westfalen unterschreiben. „Diese Entscheidung war absolut zielführend. Mit der Sperre nach einer Vielzahl von gelben Karten sollte es ähnlich ablaufen“, so Schneider. Jedoch, und das gilt es vorab zu betonen, erhöht sich folglich auch die Verantwortung des Schiedsrichters. Der Unpateiische muss ebenso stärker reflektieren, inwiefern eine Verwarnung angebracht ist oder eben nicht.

Auch Klaus Overwien, Staffelleiter der Bezirksliga 9, begrüßt diese Idee. „Es gibt tatsächlich eine große Anzahl an Spielern, die nahezu jede Woche verwarnt werden“, weiß Overwien. „Sie würden sensibilisiert werden.“ Einen größeren Aufwand müssen die Staffelleiter indes nicht befürchten. Mit Hilfe des DFB-Net dürfte es kein Problem sein, die Anzahl an Verwarnungen über eine Saison zu zählen. „Die Schiedsrichter müssen aber auch alles genau eintragen und dürfen nichts vergessen“, merkt Overwien an.

Weitere Personalprobleme für die Vereine?

Besonders in den unteren Ligen des Amateurbereichs geht es oft heiß her. Schon nach der Einführung der Sperre nach der „Ampelkarte“ haben viele Vereine befürchtet, dass sich die ohnehin schon vorhandenen Personalprobleme im Laufe der Saison weiter verschärfen. Andererseits beobachtet man, dass viele Amateurkicker ihr Verhalten an das der Profifußballer anpassen. Somit wäre der nächste Angleichungsschritt nur die logische Konsequenz. Heiko Schneider glaubt, dass auch Disziplinlosigkeiten kürzer kommen würden. Schneider: „Eine Vielzahl an Verwarnungen gibt es ja für Meckern oder Unsportlichkeiten. Ich bin mir sicher, dass viele Spieler das einstellen werden.“

In den kommenden Wochen will sich die Verbandsspitze eine Entscheidung treffen. Es steht jedoch noch nicht fest, ob diese Regelung überhaupt bis in die Kreisliga umgesetzt wird. Das erklärte Manfred Schnieders, Vorsitzender des Fußballausschusses des WFLV, gegenüber den „Ruhr Nachrichten“. Dann wären die – definitiv berechtigten – Sorgen einiger Amateurtrainer ohnehin unbegründet.

Eine Tagung in Bildern

Eine Tagung in Bildern

Am heutigen Samstag fand im SportCentrum Kaiserau die gemeinsame Tagung der Vorsitzenden und der Lehrwarte der Kreisschiedsrichterausschüsse statt. Als Gäste konnte Verbandsschiedsrichterobmann Michael Liedtke unter anderem Helmut Geyer, Vorsitzender der DFB-Kommission für Amateurschiedsrichter, FLVW-Präsident Hermann Korfmacher und seinen Vizepräsidenten Manfred Schnieders begrüßen.

Ausführliche Berichte zu den einzelnen Themen und Ehrungen folgen in der kommenden Woche.

 

 

Bekenntnis zum Amateurfußball

Bekenntnis zum Amateurfußball

„Unsere Amateure. Echte Profis“ lautet das öffentliche Bekenntnis zum Amateurfußball, das zukünftig auf den Trikots von Spielern und Schiedsrichtern in ganz Westfalen sichtbar wird. Mit einem Ärmellogo (Badge) wollen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) ein Zeichen für den Amateurfußball setzen und den Leitgedanken der Amateurfußballkampagne in Westfalen sichtbar nach außen tragen.

Die Logos des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des FLVW bilden zusammen mit dem Slogan das Motiv für die Badgets, die auf dem Trikotärmel aufgebracht werden. Anfang März begann der FLVW im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Westfalen SPORT-Stiftung mit der Ausgabe der Embleme an seine Kreise. Die ersten Badges wurden bereits an die Auswahlmannschaften und die Vorsitzenden der Kreisschiedsrichterausschüsse übergeben. Weitere Ärmelembleme werden bei zahlreichen Auftaktveranstaltungen in den einzelnen Kreisen ausgegeben. Dort erhalten dann wiederum jeder der knapp 5.000 Schiedsrichter und jede der 17.546 westfälischen Mannschaften die Logos.

 

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