Miteinander statt gegeneinander

Miteinander statt gegeneinander

Trainerduo des Oberligisten SpVgg. Erkenschwick diskutiert mit Herner und Castroper Schiedsrichtern im SportCentrum Kaiserau

Auch in diesem Jahr nutzten die Schiedsrichter des Kreises 15 die Winterpause, um sich im Rahmen einer Halbzeittagung im SportCentrum Kaiserau an drei Tagen auf die Rückrunde vorzubereiten. Neben Gruppenarbeiten, Videoanalysen und zahlreichen Diskussionen bildete mit dem Besuch des Oberliga-Trainers Magnus Niemöller und seinem Co das Verhältnis zwischen Trainern und Schiedsrichtern einen besonderen Schwerpunkt.

„In der Oberliga sehen wir einen Schiedsrichter vielleicht zwei Mal im Jahr. Dann auch nur für 90 Minuten. Davon bleibt uns ein positiver oder negativer Eindruck“, erklärte Magnus Niemöller, Trainer des Oberligisten SpVgg. Erkenschwick. Das Ziel müsse die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Trainern und Schiedsrichtern sein, wozu auch Veranstaltungen wie diese beitragen. Tabelle, Vorberichte und Erfahrungswerte gehören für die Unparteiischen zur Spielvorbereitung dazu. Dass jedoch auch ein Trainer genau weiß, wer am Wochenende das Spiel leitet, kam für einige Unparteiische überraschend. „Auch der Schiedsrichter wird bei uns in der Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel thematisiert“, so Niemöller. Und sein Co ergänzte: „Schiedsrichter sind für uns wichtig, aber natürlich nicht der Mittelpunkt des Spiels.“

Die Schiedsrichter hörten gebannt zu - diskutierten am Ende aber ebenso eifrig mit | Foto: David Hennig
Die Schiedsrichter hörten gebannt zu – diskutierten am Ende aber ebenso eifrig mit | Foto: David Hennig

Im Umgang miteinander begegnen sich Trainer und Schiedsrichter, so das Erkenschwicker Trainerteam, zu selten auf Augenhöhe. „Mir ist das teilweise ein viel zu großes Babo-Gehabe“, sagte Stefan Mroß, Co-Trainer der 1. Mannschaft der SpVgg. Erkenschwick. Es gehe auf dem Platz häufig darum, wer am Ende der „Chef“ ist und mehr zu sagen habe. Auch Schiedsrichter-Lehrwart David Hennig stimmte dem zu: „Schiedsrichter und Trainer sind auf dem Platz per Definition „Alphatiere“ und deshalb beanspruchen beide in der Regel das Recht für sich, Recht zu haben.“ Dabei seien doch gerade Akzeptanz, Toleranz und Respekt wichtige Bausteine im Umgang miteinander. „Es gibt jedoch viele Situationen in denen gerade Trainer gegen diese verstoßen“, erzählte Niemöller. Auch er selbst habe das Prinzip nicht an jedem Sonntag so gelebt, wie der Oberliga-Coach es hätte leben müssen. „Hinzu kommt, dass auf beiden Seiten viel in Aussagen hinein interpretiert werden kann“, so Mroß. Ruft ein Trainer „Foul“, so könne das ein Unparteiischer in vielerlei Hinsicht deuten: positiv wie negativ, als Hilfestellung oder Kritik. All das erschwere das Miteinander.

„Das Regelwerk bietet gerade im Hinblick auf das Trainerverhalten einen großen Auslegungs- und Interpretationsspielraum. Und jeder Schiedsrichter hat hier eine unterschiedlich hohe Schmerz- beziehungsweise Toleranzgrenze“, beschreibt Lehrwart David Hennig die Problematik bei der einheitlichen Regelanwendung. In den Fußballregeln heißt es lediglich im Abschnitt zur Technischen Zone: „Der Trainer und alle übrigen Personen, die sich in der Technischen Zone aufhalten, müssen sich jederzeit korrekt verhalten.“ Dabei spielte gerade in den Reihen der Unparteiischen die „Außenwirkung“ des Trainerverhaltens eine entscheidende Rolle: „Äußert ein Trainer seine Kritik gegenüber des Schiedsrichter-Assistenten in einem ruhigen Ton ohne große Gestik, ist es etwas anderes, als wenn er den Assistenten anbrüllt und für alle sichtbar mit den Armen arbeitet. Im ersten Fall hat der Schiedsrichter noch einen Handlungsspielraum – im zweiten Fall, muss eine drastischere Reaktion folgen“, so Hennig.

Das Trainer-Duo der SpVgg. Erkenschwick: Co-Trainer Stefan Mroß (li.) und Coach Magnus Niemöller | Foto: David Hennig
Das Trainer-Duo der SpVgg. Erkenschwick: Co-Trainer Stefan Mroß (li.) und Coach Magnus Niemöller | Foto: David Hennig

Dass Kommunikation zwischen den Beteiligten immer wichtiger wird, zeigte sich somit an vielen Stellen der Diskussion. Am Ende formulierte das Trainer-Duo einen „Wunschzettel“, zu dem vor allem die Gesprächsbereitschaft vor, während und auch nach dem Spiel zählte. „Das ist eine Frage des Respekts. Dazu gehört auch die Begrüßung des Schiedsrichter-Teams mit etwas Smalltalk“, so Mroß. Gerade in kritischen Spielsituationen wünschen sich die Trainer einen häufigeren Austausch. „Es darf natürlich nicht in Diskussionen auf dem Platz ausarten“, mahnte Hennig. „Die Erfahrung zeigt, dass Kommunikation weiter führt als die strikte Regelauslegung.“ So wäre es für Mroß und Niemöller auch wünschenswert, dass klare Fehlentscheidungen häufiger durch den Schiedsrichter korrigiert werden. Zum Schluss regten die Erkenschwicker noch einen Besuch der Teams vor dem Saisonstart an. „Das müssen ja nur 45 Minuten sein, in denen Regeländerungen erläutert werden und mitgeteilt wird, auf welche Schwerpunkte von den Schiedsrichtern geachtet wird“, so Niemöller.

Nach rund zweieinhalb Stunden hatte der Austausch auf beiden Seiten neue Ansichten und auch größeres Verständnis für die unterschiedlichen Tätigkeiten hervorgebracht. Auch wenn sich Trainer und Schiedsrichter nicht in allen Punkten einig waren, stand dennoch fest: Auf dem Platz sollte mehr kommuniziert und stärker miteinander statt gegeneinander gearbeitet werden.

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Öffentlichkeitsmitarbeiter bilden sich weiter

Öffentlichkeitsmitarbeiter bilden sich weiter

Beim ersten Workshop  für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreisschiedsrichterausschüsse (KSA) vertieften die Teilnehmer in Herne ihr Wissen rund um das Thema „Pressemitteilungen schreiben“. David Hennig, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit des Verbandsschiedsrichterausschusses, und Schiedsrichter-Aktuell-Redakteur Leonidas Exuzidis vermittelten in dem dreistündigen Workshop die theoretischen Grundlagen rund um Struktur, Aufbau und Inhalte einer Pressemitteilung und boten praktische Übungen an.

Die Pressemitteilung ist noch immer das wichtigste Instrument, um Medien über Ereignisse und Entwicklungen im Schiedsrichterwesen zu informieren. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die gewünschte Nachricht auch entsprechend bei den Journalisten ankommt. „Aufgrund der Fülle von Nachrichten entscheiden Medienschaffende häufig bereits anhand der Überschrift und der ersten Zeilen darüber, ob eine Pressemitteilung im Papierkorb landet oder veröffentlicht wird“, sagt David Hennig, der als gelernter PR-Redakeur in der Unternehmenskommunikation tätig ist. Deshalb lag der Schwerpunkt des Workshops neben der Vermittlung von theoretischem Wissen besonders auf dem Einstieg in den Text: Die Teilnehmer entwarfen Überschriften und Unterzeilen zu vorliegenden Texten und schrieben „Anreißer“ zu vorgegebenen Sachverhalten. „Theoretische Grundlagen sind wichtig, die folgende Praxis jedoch von größerer Bedeutung“, erklärte Leonidas Exuzidis das Vorgehen. Der Volontär einer Wirtschaftszeitung hatte dabei großen Spaß, gemeinsam mit den Teilnehmern praktische Lösungsansätze zu erarbeiten. Schließlich gebe es, so Exuzidis, nicht den perfekten Weg zu einer fertigen Pressemitteilung, nur einige hilfreiche Tipps. Und davon gab es sowohl aus den Reihen der insgesamt sechs Teilnehmer als auch von den Referenten einige. Dabei wurden besonders der kleine Teilnehmerkreis und die aktive Mitarbeit gepaart mit einem direkten Feedback von den Anwesenden als gewinnbringend empfunden.

Für 2016 sind bereits weitere Workshops zu weiteren Themenschwerpunkten in Planung – dann an anderen Orten in Westfalen. „Der Werkzeugkasten eines Öffentlichkeitsarbeiters muss viele Tools bereit halten. Mit den Workshops möchten wir in Ergänzung zu der jährlichen Tagung Grundlagen schaffen und vorhandenes Wissen vertiefen“, erläutert Hennig den neuen Ansatz in der Weiterbildung der kreislichen „ÖMIs“. Nur so könne gemeinsam die Imagearbeit und die Gewinnung und Erhaltung von Schiedsrichtern weiter angeschoben werden.

Der Unvollendete

Der Unvollendete

Es war der ständige Ehrgeiz, der Cetin Sevinc immer wieder antrieb. Der ihn motivierte, sich auch von großen Rückschlägen nicht unterkriegen zu lassen. Und der ihn zu eben dieser gestandenen Persönlichkeit macht, die er heute ist. Der langjährige Regionalliga-Schiedsrichter beendete im Sommer nach 16 Jahren seine aktive Laufbahn.

Ein Tag im Dezember 2009: Die Boulevardblätter unserer Zeit wittern einen weiteren Wettskandal im deutschen Fußball, medienintern glühen die Telefondrähte. Cetin Sevinc, Assistent in der 2. Fußball-Bundesliga aus dem Kreis Herne, steht unter Manipulationsverdacht. Der DFB belegt ihn mit einer sogenannten Schutzsperre, die ihn letztlich zu einer Pause von fast 14 Monaten zwingt. Der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger spricht von „neuen Beweismitteln, die den Tatverdacht […] sehr stark erhöhen“. Sevinc beteuert monatelang seine Unschuld, ohne sich dabei selbst zu profilieren – und soll am Ende Recht behalten, als die Vorwürfe allesamt fallen gelassen werden. „Das war keine Genugtuung, sondern einfach Erleichterung“, erklärt Sevinc rückblickend.

img_0079-sevinc-800pxNach über 400 Tagen dann das Comeback. „Es war ein schönes Gefühl, zumal ich die Pause auch nicht allzu lang empfunden habe“, so Sevinc weiter, „deshalb war ich auch sofort mittendrin. Für mich war da kein neuer Lernprozess nötig.“ Ein freiwilliger Rückzug aus dem Schiedsrichterwesen kam für Sevinc nie in Frage. Viel zu groß waren Reiz und Antrieb, nach der Zwangspause wieder Vollgas zu geben. Sevinc: „Viele Leute haben hinter mir gestanden, mir den Rücken gestärkt. Ich wollte all diesen Leuten damit zeigen, dass sie das zurecht getan haben.“ Gesagt, getan: Der Waltroper kehrt zurück und agiert, als sei er nie etwas gewesen.

Der Zeitpunkt ist gekommen

Nach 16 Jahren erfolgt nun der freiwillige Rückzug aus dem Schiedsrichterwesen. Aus vielerlei Gründen: Sevinc ist Familienvater, baut derzeit ein kleines Heim für seine Lieben. Am Wochenende war er zuletzt viel unterwegs – für das Töchterchen blieb da weniger Zeit. „Der Zeitpunkt des Abschieds war mir sehr wichtig“, sagt Sevinc. „Ich wollte dann gehen, wenn es am schönsten ist.“

Der Zeitpunkt ist nun also gekommen, Sevinc hat diese Entscheidung reif durchdacht und schließlich auch ganz allein gefällt. „Nach einer sehr erfolgreichen Saison und nach Betrachtung meiner Perspektivlosigkeit fiel mir die Entscheidung nicht schwer.“ Durchaus paradox, dass Sevinc von Perspektivlosigkeit spricht – mit dem Sprung in die dritte Liga wollte es wohl einfach nicht klappen. Erfolgreich war die abgelaufene Saison allemal. In der Regionalliga pfiff Sevinc eine vorbildliche Serie. An der Seite von Sören Storks in Liga drei agierte er ebenfalls gewohnt souverän, für Storks stand letztlich gar der Aufstieg in die deutsche Zweitklassigkeit zu Buche.

IMG_5168Und trotzdem ist Cetin Sevinc mit seinem Werdegang mehr als zufrieden. „Es ist gut so, wie es ist“, sagt er überzeugt. In seinen Worten jedoch, und das merkt man recht deutlich, kommt auch etwas Wehmut mit. „Was in meiner Macht stand, habe ich getan, um das Maximum zu erreichen. Aber es wäre leistungstechnisch sicherlich noch einiges drin gwesen.“ Den Kampf gegen die unsinnigen Manipulationsvorwürfe hat Cetin Sevinc gewonnen. Der Kampf gegen die Medien allerdings ist für eine Einzelperson kaum zu stemmen. Wohin Sevinc‘ Weg ohne diese Anschuldigungen geführt hätte, lässt sich heute pauschal nicht sagen. Man wird allerdings das Gefühl nicht los, dass noch mehr drin gewesen wäre.

Sei’s drum. Cetin Sevinc blickt nach vorne. Aber auch gern zurück: Als gestandener Regionalliga-Schiedsrichter hat sich Sevinc auf den Sportanlagen in Westfalen einen Ruf als konsequenter, aber immer sachlicher Schiedsrichter erarbeitet. 16 Jahre lang war er aktiv, die Schutzsperre von 14 Monaten mit eingerechnet. Highlights gab es zahlreiche. In der jüngsten Vergangenheit etwa die durchaus hektische Regionalliga-Partie zwischen Aachen und Oberhausen (0:0), die der Sender „Sport1“ live im Free-TV übertragen hatte.

Volles Haus in Leipzig

IMG_5240Das absolute Sahnebonbon hingegen stammt aus der Saison 2013/2014: Die Drittliga-Partie im Zentralstadion zwischen Red Bull Leipzig und Darmstadt 98 (1:0) wollten 39.147 zahlende Zuschauer sehen – es war der 35. Spieltag, beide standen sich Kopf-an-Kopf im Aufstiegsrennen gegenüber. Cetin Sevinc war dabei, gemeinsam mit Fabian Maibaum an der Seite von Thorsten Kinhöfer. „Das war schon etwas Besonderes“, sagt Sevinc rückblickend fast schon etwas schüchtern.

Seine Ziele hat sich Sevinc immer selbst gesteckt. Ein Schritt nach dem Anderen. Und alles zu seiner Zeit. Sevinc konnte gut kicken, entschied sich letztlich trotzdem für den Weg als Schiedsrichter. „Als Spieler“, sagt Sevinc, „hätte ich es mit etwas Glück vielleicht bis in die Oberliga geschafft. Aber auf keinen Fall in die Regionalliga. Ich habe immer versucht, mich voll auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Was danach kommt, ist Bonus.“

Ein Rat, den Sevinc auch jungen Schiedsrichtern immer mit auf den Weg gibt. Ein weiterer: Niemals unterkriegen lassen. Und gerade das hat Cetin Sevinc eindrucksvoll vorgemacht.

Herne zeichnet Schiedsrichter aus

Herne zeichnet Schiedsrichter aus

Zum Ende der Saison ist es im Kreis Herne mittlerweile Tradition, die besonderen Leistungen der Unparteiischen hervorzuheben: Selim Erk und Meik Jahr wurden vom Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) auf dem Senioren-Schulungsabend als Schiedsrichter des Jahres geehrt.

Die Auszeichnung wird dabei jährlich in drei Kategorien verliehen: Schiedsrichter des Jahres, Nachwuchsschiedsrichter und Ehrenschiedsrichterdes Jahres. Den ersten Titel erhielt kein anderer als Oberliga-Referee Selim Erk, der in der zurückliegenden Saison in den Verbandsspielklassen und darüber hinaus starke Leistungen abrief. “Selim ist es nach seinem Aufstieg in die Oberliga gelungen sich in der neuen Spielklasse zu etablieren und sich gleichzeitig einen guten Ruf als Regionalliga-Assistent zu erarbeiten”, sagte Boris Bejmowicz, Vorsitzender des KSA.

Meik Jahr ist Herner Nachwuchsschiedsrichter des Jahres | Foto: David Hennig
Meik Jahr ist Herner Nachwuchsschiedsrichter des Jahres | Foto: David Hennig

Meik Jahr ist hingegen der Newcomer des Jahres. Der Nachwuchsreferee, der bis vor Kurzem noch im Jugendbereich eingesetzt wurde, absolvierte in der Rückrunde erste Einsätze bei den Senioren mit Bravour und konnte auch in seinen Assistentenspielen in den Verbandsspielklassen überzeugen. “Ihm ist es in kürzester Zeit gelungen, sich im Seniorenbereich zu etablieren und für weitere Aufgaben zu empfehlen”, sagte Bejmowicz. Der junge Schiedsrichter wurde deshalb ebenfalls ins Förder-Team des Kreises berufen.

Der Ehrenschiedsrichter wurde in diesem Jahr Heinz Arend, der sich seit vielen Jahren im Schiedsrichterwesen engagiert und aufgrund seiner langjährigen Verdienste ausgezeichnet wurde. Seine Urkunde konnte Arend jedoch leider nicht entgegen nehmen, er war aus familiären Gründen verhindert. “Die Auszeichnung wird selbstverständlich in einem angemessenen Rahmen nachgeholt”, sagte Bejmowicz.

Zwei Westfälinnen beim Länderpokal

Zwei Westfälinnen beim Länderpokal

Noch bis Sonntag läuft der U14-Juniorinnen-Länderpokal des DFB in der Sportschule Wedau in Duisburg. Mittendrin sind mit Jana Klaaßen (24, Kreis Paderborn) und Laura Messingfeld (19, Kreis Herne) auch zwei westfälische Schiedsrichterinnen. Die beiden Unparteiischen wurden vom Verbandsschiedsrichterausschuss (VSA) für das Sichtungsturnier nominiert.

Unter den Schiedsrichterinnen aus ganz Deutschland fühlen sich auch die beiden Westfälinnen wohl. Abstimmungsprobleme während den täglichen Spielleitungen – kaum vorhanden, der Zusammenhalt – bestens. Wer einen verbissenen Konkurrenzkampf sucht, sucht vergebens. Gerade der Helsen-Test am ersten Tag half beim Teambuilding. „Wir haben uns gegenseitig angespornt“, sagt Laura Messingfeld.

Laura Messingfeld bei einem Assistenteneinsatz beim U14-Länderpokal | Foto: David Hennig
Laura Messingfeld bei einem Assistenteneinsatz beim U14-Länderpokal | Foto: David Hennig

Auch die bunt durch die Landesverbände gewürfelten Teams halfen den Schiedsrichterinnen, sich besser kennenzulernen. „Am Anfang kennt man sich ja noch nicht so wirklich, aber das legt sich schnell“, sagt Messingfeld. Schließlich verbindet die Unparteiischen ein gemeinsames Thema, das für reichlich Gesprächsstoff sorgt: der Fußball.  „Aber seit zwei Tagen schaffen wir es auch uns über andere Dinge zu unterhalten“, sagt die 19-jährige lachend.

Für Jana Klaaßen ist es der erste DFB-Lehrgang. Die erste Spielleitung beim Länderpokal war für sie ein Highlight. Auch weil viele wichtige Augenpaare auf sie gerichtet waren. „Ich habe es total ausgeblendet, dass zum Beispiel Michael Liedtke und viele weitere wichtige Personen draußen standen, und mich nicht davon ablenken lassen“, sagt Klaaßen.

Jana Klaaßen bei einem Assistenteneinsatz beim U14-Länderpokal | Foto: David Hennig
Jana Klaaßen bei einem Assistenteneinsatz beim U14-Länderpokal | Foto: David Hennig

Mit Erfolg, denn die beiden Schiedsrichterinnen zeigten in den ersten Begegnungen starke Leistungen. Alle Spiele werden anschließend von den Coaches analysiert und bewertet. Die Schiedsrichterinnen erhalten Hinweise, um ihre Spielleitungen punktuell zu optimieren. Schwerpunkte liegen dabei häufig auf Persönlichkeit und der Arbeit im Team. „Die Tipps sind sehr wertvoll. Wir können hier viel für unsere zukünftigen Spielleitungen mitnehmen“, sagt Klaaßen.

Noch bis Sonntag messen 21 Teams aus den Landesverbänden des DFB und eine Auswahlmannschaft aus dem niederländischen KNVB ihre Kräfte. Auf dem Sichtungsturnier können sich die Spielerinnen für die Lehrgänge der Juniorinnen-Nationalteams empfehlen, aber auch für die Schiedsrichterinnen ist es eine gute Möglichkeit, sich beim DFB zu präsentieren. Mit Lutz Wagner, Rainer Werthmann, Bernd Domurat, Uwe Kemmling, Josef Maier, Simone Horn und Monika Fornacon stehen den jungen Schiedsrichterinnen im Alter von 17 bis 26 Jahren erfahrene Coaches für die Spielanalysen zur Seite.

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Wozniak für U20-WM nominiert

Wozniak für U20-WM nominiert

Nach der Nominierung für das DFB-Pokalfinale der Frauen steht für die westfälische Schiedsrichterin Marina Wozniak in diesem Sommer das nächste Highlight auf dem Programm:  Die FIFA-Assistentin wurde vom Fußball-Weltverband FIFA für die U 20-WM der Frauen 2014 in Kanada (5. bis 24. August) nominiert.

Für die 34-jährige Hernerin ist es bereits die dritte Berufung nach den Turnieren 2008 in Chile und 2010 in Deutschland. Genau wie bei den vergangenen Turnieren wird sie gemeinsam mit FIFA-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (Hannover) zu dem internationalen Kräftemessen der U20-Teams reisen. Katrin Rafalski (Bad Zwesten) wird als weitere Assistentin das deutsche Schiedsrichterinnen-Team vervollständigen. Insgesamt wurden 18 Schiedsrichterinnen, davon fünf als Reserve, und 26 Schiedsrichter-Assistentinnen für das Turnier in Kanada berufen.

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