Unna-Hamm dankt Schiris

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Auch im Kreis Unna/Hamm nutzten die Verantwortlichen die Gelegenheit im Rahmen der DFB-Aktion „Danke Schiri“, um den drei Unparteiischen Karlheinz Rosenkranz, Chris Nielinger und Aline Weissenberg ein „Dankeschön für ihr Engagement im Schiedsrichterwesen auszusprechen.

Anläßlich der Schulung „seiner“ Gruppe Unna wurde Karlheinz Rosenkranz im Rahmen der Aktion: „DANKE SCHIRI!“ in der Kategorie „Schiedsrichter Über 50“ ausgezeichnet. Rosenkranz ist seit dem 1. März 1966 Schiedsrichter und somit seit 50 Jahren an der Pfeife aktiv. Darüber hinaus war er 30 Jahre als Ansetzer für die Schiedsrichter im Raum Unna zuständig. „Länger als Karlheinz war niemand Mitglied im KSA, an seinen Vorgänger Georg Linde erinnern sich nur noch wenige Urgesteine“, sagt Torsten Perschke, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses (KSA). Sein Nachfolger Hans-Günter Heinrichsen zeichnete Rosenkranz zusammen mit Torsten Perschke aus. Gefehlt hatte der rüstige Rentner in 50 Jahren nur bei zwei Schulungen, da war es quasi selbstverständlich am Geburtstag seiner Tochter diese tolle Auszeichnung in Empfang zu nehmen. „Verdient hat Karlheinz Rosenkranz sich diese nicht nur durch seine langjährige Schiedsrichter- und Funktionärstätigkeit, sondern vor allem wegen seines Blicks für junge Talente“, so sein VKSA. Als Platzwart von RW Unna hatte er alle Referees täglich vor Augen. Diese Tätigkeit hatte er bis zur Aufgabe der Sportanlage an der Weberstraße inne.

Chris Nielinger (Mitte) wurde in der Kategorie U50 ausgezeichnet | Foto: Kreis Unna-Hamm
Chris Nielinger (Mitte) wurde in der Kategorie U50 ausgezeichnet | Foto: Kreis Unna-Hamm

Die zweite Ehrung fand in der Gruppe Kamen/Bergkamen statt. VSA-Mitglied Simone Horn und Gruppenobmann Heiko Rahn ehrten in der Kategorie U50 Lehrwart Chris Nielinger. „Chris ist über seine Tätigkeit als Lehrwart quasi Tag und Nacht für die Schiedsrichterei aktiv. Er betreut die Homepage, begleitet Jung-SR als Pate, ist Futsalschiedsrichter und bringt sich im Förderkader des Kreises und der Gruppe ein. Selbstverständlich steht Chris auch als Assistent der Teamschiris zur Verfügung. Mehr Schiri geht kaum. Danke Chris!“, lobte Perschke.

Aline Weissenberg erhielt die Auszeichnung von Torsten Perschke (VKSA) und "ÖMI" Ferderic Bollmann | Foto: Kreis Unna-Hamm
Aline Weissenberg erhielt die Auszeichnung von Torsten Perschke (VKSA) und „ÖMI“ Ferderic Bollmann | Foto: Kreis Unna-Hamm

Die dritte Ehrung erfolgte anlässlich der Schulung in Hamm in der Kategorie Schiedsrichterinnen. VKSA Torsten Perschke zeichnete zusammen mit Frederic Bollmann, dem neu berufenen Beisitzer für Öffentlichkeitsarbeit, Aline Weissenberg von der SG Bockum-Hövel aus. Seit 2003 sorgt Aline auf den Plätzen des Kreises für die Einhaltung der Regeln. „Bei Bedarf wie am zurückliegenden Wochenende auch zwei mal hintereinander“, erzählt Perschke. Zeitweise wurde Aline bis zur B-Juniorinnen Bundesliga auch als Assistentin angesetzt.

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Gemeinsame Tagung in Kaiserau

Gemeinsame Tagung in Kaiserau

Während in den restlichen Monaten in den drei Untergruppen Hamm, Kamen/Bergkamen und Unna getagt wird, veranstaltete der Kreis Unna/Hamm im November eine gemeinsame zentrale Zusammenkunft in der Rotunde des SportCentrums Kamen-Kaiserau. Hier fanden sich mehr als 200 aktive und passive Schiedsrichter ein.

Auf der Tagesordnung standen deshalb auch die Ehrungen verdienter Schiedsrichter. So auch eine ganz besondere Ehrung: Im Jahr 1954 begann Alfred „Ata“ Wicher seine Schiedsrichtertätigkeit. Diese führte ihn als Linienrichter – so damals die Bezeichnung – bis in die 1. Bundesliga. Als Schiedsrichter agierte „Ata“ bis in die damals zweithöchste Spielklasse (Regionalliga). Unter stehenden Ovationen seiner Kameraden wurde der immer noch Woche für Woche aktive Referee für 60-jährige Schiedsrichterei ausgezeichnet.

Alfred Wicher (2.v.l.) wurde für seine 60-jährige Tätigkeit geehrt. Zu den Gratulanten gehörten Torsten Perschke (li.), Andreas Thiemann (3.v.l.) und Andreas Thiemann und der Kreisvorsitzende Horst Weischenberg (re.) | Foto: Patric Quos
Alfred Wicher (2.v.l.) wurde für seine 60-jährige Tätigkeit geehrt. Zu den Gratulanten gehörten Torsten Perschke (li.), Andreas Thiemann (3.v.l.) und Andreas Thiemann und der Kreisvorsitzende Horst Weischenberg (re.) | Foto: Patric Quos

Darüber hinaus ehrte Torsten Perschke, der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses (VKSA), – teilweise in Abwesenheit – Thomas Bratke, Dennis Baumeister , Uwe Konsemüller und Christoph Schneider für 15-jährige Schiedsrichtertätigkeit. Für 25 Jahre an der Pfeife wurde Michael Siegner mit einer Urkunde und einem Präsent ausgezeichnet. 40 Jahre gehören der Schiedsrichterkameradschaft Unna/Hamm Klaus Kleinebudde und Theodor Pake  an.

Gastreferent Andreas Thiemann, Vorsitzender des WFLV-Schiedsrichterausschusses, nahm das Jubiläum „Atas“ in seinem Vortrag als Vorlage auf: Alfred Wicher sei schließlich schon Schiedsrichter gewesen, als der FC Schalke 04 seine letzte Meisterschaft feierte. Darüber hinaus würdigte Thiemann die Arbeit im Kreis Unna/Hamm und dabei nicht nur die Spitzenkräfte wie Regionalliga-Referee Lukas Sauer oder den ehemaligen DFB-Assistenten René Kunsleben, sondern ausdrücklich auch die breite und gut aufgestellte Basis des Kreises. Thiemann ging als Mitglied der DFB-Schiedsrichterkommission Amateure in seinem Vortrag auch auf die Probleme an der Basis ein und versuchte Lösungsansätze aufzuzeigen. Eine dazu eigens in Auftrag gegebene Studie wird derzeit ausgewertet und analysiert.

Hinsichtlich der bevorstehenden Hallensaison ging Perschke bereits auf die Änderung der Hallenregeln ein, die im November besonders intensiv geschult werden müssen. „Da vom Verband die Umsetzung der futsalähnlichen Regeln verlangt wird, wird der Kreis sich dieser Anweisung nicht verschließen“, sagte Perschke. Die gewohnt ereignisreiche Veranstaltung kam auch deshalb nicht mit der üblichen Länge eines Fußballspiels aus. (dh)

Sonderpreis für Nachwuchs-Referee

Sonderpreis für Nachwuchs-Referee

Eine der Überraschungen der 11. Hammer Sportgala – einer feierlichen Veranstaltung, die im Januar in der mit knapp 1000 Zuschauern gefüllten Alfred-Fischer-Halle stattfand – war der Sonderpreis für den 18-jährigen Nachwuchsschiedsrichter Luca Perschke.

„Respekt muß man sich erarbeiten“, sagte Luca bereits im Alter von 15 Jahren. Da war er schon seit zwei Jahren als Schiedsrichter im Jugendfußball tätig und zu dieser Zeit der jüngste in Hamm. Kein Wunder, kommt Luca doch aus einer Hammer „Schiridynastie“: Papa Torsten, Onkel Frank, Patenonkel Michael und Cousine Linda sind oder waren alle als Unparteiische oder Funktionsträger aktiv. „Der Schiedsrichter-Job ist persönlichkeitsbildend, 22 Menschen müssen gebändigt werden, dazu sieht sich die Gilde immer wieder Anfeindungen und Beleidigungen von Spielern Trainern, Eltern und anderen Zuschauern ausgesetzt. Tendenz: steigend“, sagte Luca Perschke. Das Beispiel des Nachwuchsschiedsrichters soll jungen Menschen Mut machen, sich der schwierigen Aufgabe des Schiedsrichterjobs zu stellen. Denn diese, so Luca, „macht die meiste Zeit einfach richtig Spaß“. Egbert Engler, ehemaliger FIFA- und Bundesliga-Assistent und aktuell einer der ganz wenigen Beobachter in der 1. Bundesliga, würdigte Luca in einer launigen und bemerkenswerten Laudatio, bevor er ihm abschließend die Auszeichnung überreichte. (dh)

Abschied von der großen Fußballbühne

Abschied von der großen Fußballbühne

Als Bayern-Kapitän Philipp Lahm am 33. Spieltag nach dem Spiel gegen Augsburg die Meisterschale in den grauen Münchener Himmel streckte, wurde für DFB-Schiedsrichter René Kunsleben etwas abseits des Meistertrubels am Rande des Rasens plötzlich klar: Das war’s jetzt!

„Da haben Volker Wezel und ich schon eine kleine Träne verdrückt und uns in den Armen gelegen“, sagte Kunsleben. Diesen Moment, vor einer solchen Kulisse als Assistent ein Spiel geleitet zu haben, den kosteten die beiden Schiedsrichter noch einmal aus. Ein letztes Mal. Vergleichsweise lang verharrten Kunsleben und Wezel im Innenraum der Allianz Arena. In der Kabine stieß das Schiedsrichterteam um Marco Fritz mit ein, zwei Weizenbieren auf das letzte Spiel der beiden Assistenten an.

Wezel hatte die Altersgrenze erreicht, Kunsleben entschied sich aus beruflichen Gründen für ein vorzeitiges Karriereende. Abends gingen die Unparteiischen noch gemeinsam mit Freunden zum Essen in ein Münchener Restaurant, bevor Kunsleben die Fahrt zurück in den Westen antrat. „Wir hatten am Ende noch mal ein schönes Spiel. Und es war ein tolles Highlight, bei der Meisterfeier dabei zu sein“, sagte der Hammer, „auch wenn wir am letzten Spieltag noch mal als Vierte Offizielle im Rennen waren.“ Danach war Schluss. Kunsleben verabschiedete sich von der großen Fußballbühne.

René Kunsleben (Mitte) mit seinen Assistenten bei seinem Abschiedsspiel in Verl | Foto: Luca Perschke
René Kunsleben (Mitte) mit seinen Assistenten bei seinem Abschiedsspiel in Verl | Foto: Luca Perschke

Ein überraschender Abschied

Ein Abschied, der für viele überraschend kam. Der 37-jährige Schiedsrichter des TuS Germania Lohauserholz-Daberg hätte theoretisch noch gut zehn Jahre in der Bundesliga aktiv sein können. „Aber irgendwann muss man zwischen Sport und Beruf trennen“, sagte Kunsleben. Der Aufsichtsrat der Bankaktiengesellschaft (BAG) hatte in dem DFB-Schiedsrichter einen geeigneten Kandidaten für die Vorstandsnachfolge gefunden. „Als ich das erfuhr, musste ich mir Gedanken machen, ob die Tätigkeit als Vorstand mit der Tätigkeit als Schiedsrichter auf Spitzenniveau noch weiter zu vereinbaren ist.“ Der Hammer entschied sich nach einigen unruhigen Nächten für den beruflichen Karrieresprung. „Das war nicht einfach. Ich bin immer mit Leib und Seele Schiedsrichter gewesen und bin es immer noch.“ Jedes Spiel in der Bundesliga sei etwas Besonderes gewesen.

Im Stadion der Freundschaft feierte der 37-Jährige bei der Partie Energie Cottbus gegen 1899 Hoffenheim 2008 sein Bundesliga-Debüt. Es folgten rund 60 Spiele im deutschen Fußballoberhaus. Der wöchentliche Rhythmus wird sich jedoch zukünftig ändern. Statt regelmäßig in großen Bundesligastadien aufzulaufen, wird Kunsleben deutlich mehr Zeit im Büro verbringen. Ganz aus dem „Fußballgeschäft“ wird sich der 37-Jährige jedoch nicht verabschieden. Schließlich höre man nicht von heute auf morgen auf, so der Hammer. Als Beobachter wird er dem westfälischen Schiedsrichterwesen erhalten bleiben. „Man hat selber genug Fehler gemacht. Und es ist ganz gut, jeden dieser Fehler weiterzugeben. So können auch andere daraus lernen“, sagte Kunsleben. Er könne es sich auch nicht vorstellen, das ganze Wochenende auf der Couch zu verbringen. Die Bundesliga wird er aber in Zukunft weiterhin von dort verfolgen. Dafür ist Kunsleben zu sehr Fußballer – und einen Ausgleich zum Berufsalltag braucht er schließlich auch.

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