Abwechslungsreiche Tagung

Abwechslungsreiche Tagung

Die Vorsitzenden der Kreisschiedsrichterausschüsse (VKSA) kamen am 8. November im SportCentrum Kaiserau zusammen. Auf der Tagesordnung standen neben drei ganz besonderen Ehrungen die Berichte aus den zahlreichen Arbeitsbereichen der Beauftragten des Verbandsschiedsrichterausschusses. Darüber hinaus fanden die Themen 2-Stufen-Plan und die geplante Obleutequalifizierung durch den DFB Platz im Tagungsprogramm.

Fairen Hallenfußball – keine Klopperei

Futsal-Beauftragte Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig
Der Futsal-Beauftragte des VSA: Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig

Im Bereich „Futsal“ gab es aufgrund der bevorstehenden Änderungen der Hallenregeln und der beschlossenen Ablösung durch die Futsalregeln ab der Saison 2015/2016 erhöhten Diskussionsbedarf unter den Anwesenden. Manfred Schnieders sprach sich dabei deutlich für die beschlossenen Änderungen aus: „Wir wollen fairen und schnellen Fußball in der Halle sehen und keine Klopperei!“ Er appellierte deshalb an alle Beteiligten, die beschlossenen Neuerungen erst auszuprobieren, bevor diese kritisiert werden. Auch im Plenum fand dies breite Zustimmung, auch wenn bezüglich der kurzfristigen Umsetzung der Änderungen leichte Kritik aus den Reihen der Obleute geäußert wurde. Thorsten Kaatz, der Beauftragte für Futsal des VSA, bestätigte, dass sich Futsal in Westfalen immer größerer Beliebtheit erfreue. „Mir fehlen mittlerweile Schiedsrichter, um die Spiele auf FLVW-Ebene anzusetzen. Das kann ich mit 30 Futsal-Schiedsrichtern nicht mehr bewältigen“, so Kaatz. Aber nicht nur der Futsalbereich entwickle sich weiter, auch der Schiedsrichterbereich bekäme immer mehr Struktur und werde zunehmend professionalisiert.

2-Stufen-Plan unverzichtbar

Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig
Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig

Der 2-Stufen-Plan steht auf dem Prüfstand: Eine Arbeitsgruppe des Verbandes beschäftigt sich derzeit mit dem Instrumentarium zur Schiedsrichtergewinnung und zur Sicherstellung des Spielbetriebes. Ein erstes Treffen der Gruppe, bei dem bisher Erfahrungen und Informationen gesammelt wurden, fand bereits statt. Simone Horn, Beisitzerin im VSA, und Juan de Cruz Pujades, Vorsitzender des KSA in Gütersloh, vertreten dabei die Interessen der Schiedsrichter. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders, der ebenfalls der Arbeitsgruppe angehört, betonte anfangs, dass der Ausgang offen sei: „Es gibt noch kein konkretes Ziel – wichtig ist, dass wir etwas machen, was uns letztlich hilft.“ Auch wenn das Ergebnis nicht feststeht, so ist eine Richtung erkennbar: Das Prinzip des 2-Stufen-Plans dürfe nicht zur Diskussion stehen, da waren sich alle Anwesenden einig. „Es ist ein probates Mittel, um Vereine zur Schiedsrichtergewinnung zu bewegen“, sagte Simone Horn. Reinhard Pietz, Obmann aus dem Kreis Arnsberg, ergänzte: „Ohne Druck werden die Vereine nichts tun.“ Ziel müsse es jedoch sein, so die einhellige Meinung, die Schiedsrichtergewinnung für Vereine attraktiver zu machen. Ein lohnenswertes Bonussystem für Vereine, die neue Schiedsrichter anwerben und ausbilden und sich für die Erhaltung einsetzen, wäre hier ein möglicher Ansatz. „Wir müssen den Abwärtstrend stoppen und junge Leute gewinnen, die über eine längere Zeit dabei bleiben“, sagte Schnieders. Bundesweit gäbe es, so der Vizepräsident, identische Probleme, aber keine Patentlösung. Mit vielen kleinen Schritten müsse der Verband jedoch der jetzigen Entwicklung entgegensteuern.

Obleute begrüßen geplante Qualifizierung

Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig
Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig

„Qualifizierung der Ehrenamtlichen ist ein Thema, dem sich der DFB vor rund zwei Jahren angenommen hat. Bisher haben sich die Maßnahmen auf die Lehrwarte konzentriert – nun sind die Obleute dran“, sagte Michael Liedtke, der Mitte November zur Obleutetagung des DFB fährt und gemeinsam mit VSA-Beisitzer Torsten Werner und den Anwesenden Kreisobleuten in Gruppenarbeiten Vorschläge für mögliche Qualifizierungsansätze erarbeitete. Besondere Unterstützung wünschten sich die Anwesenden überwiegend in den Bereichen Organisation, Management, Mitarbeiterführung und -motivation, Mediation und Konfliktlösung, Medienkompetenz und Krisenkommunikation sowie in Satzungs- und Rechtsfragen.

Viele weitere Themen

Aber auch die übrigen Arbeitsbereiche sollten nicht zu kurz kommen: Peter Müller lobte die anwesenden Obleute dafür, dass in den letzten Jahren die Auswahl der Teilnehmer für die Wochenlehrgänge besser geworden sei: „Die Qualität ist konstant gestiegen. 80 Prozent der Teilnehmer sehen wir später in den Verbandsspielklassen wieder.“

Karl-Heinz "Kalla" Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig
Karl-Heinz „Kalla“ Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig

Karl-Heinz Schulze gab einen kurzen Rückblick über die Entwicklung nach der Einführung des DFBnet in Westfalen und hob hervor, dass die Schiedsrichter am besten mit dem System klargekommen und nach und nach neue Tools, wie z.B. die Lehrgangsverwaltung, hinzugekommen seien.

Aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit berichtete David Hennig, der einen kurzen Rückblick auf die Einführung des Schiedsrichter-Aktuell-Portals und die Tagung für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreisschiedsrichterausschüsse gab sowie einen Ausblick auf das geplante zentrale Informationsportal für Interessenten an der Schiedsrichtertätigkeit. „Wir sind mit der neuen Schiedsrichter-Aktuell durchaus zufrieden. Mehr als 58.000 Seitenaufrufe in zehn Monaten können sich sehen lassen“, sagte Hennig.

Weitere Fotos der Tagung:

EmailEmpfehlen

Herausragendes Engagement ausgezeichnet

Herausragendes Engagement ausgezeichnet

Drei ganz besondere Ehrungen standen am vergangenen Wochenende im Rahmen der Tagung der Vorsitzenden der Kreisschiedsrichterausschüsse im SportCentrum Kamen-Kaiserau auf der Tagesordnung: Peter Müller erhielt die goldene Ehrennadel des FLVW, Kathrin Heimann wurde mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet und Hans Voß erhielt eine Auszeichnung für sein drei Jahrzehnte andauerndes Engagement in der Trainerausbildung des Verbandes.

Die Überraschung war geglückt: Michael Liedtke, der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA), ließ Hans Voß und Peter Müller eine kurze Zeit im Dunkeln tappen, bevor er die beiden nach ihren kurzen Berichten aus den Arbeitsbereichen „Trainerausbildung“ und „Wochenlehrgänge“ erneut nach vorne bat. Michael Liedtke, der Vorsitzende des VSA (VVSA), überreichte Hans Voß eine Urkunde für sein mittlerweile drei Jahrzehnte andauerndes ehrenamtliches Engagement in der Trainerausbildung.

Michael Liedtke (re.) ehrt Hans Voß für sein ehrenamtliches Engagement | Foto: David Hennig
Michael Liedtke (re.) ehrt Hans Voß für sein ehrenamtliches Engagement | Foto: David Hennig

„Mehr können wir nicht machen – Du hast schon alles“, sagte Michael Liedtke und spielte mit einem Lächeln auf die zahlreichen Ehrungen des 86-Jährigen an. Schließlich ist die Liste der Auszeichnungen lang: Ehren- und Verdienstnadeln des Kreises, des Verbandes und des DFB in gold und silber hat Hans Voß bereits erhalten – 1994 wurde dem Münsteraner zudem das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im erweiterten Mitarbeiterstab des VSA kümmert sich Hans Voß seit 1984 unter anderem um die Trainerausbildung im SportCentrum Kaiserau, 30 Jahre sitzt der 86-Jährige in der Lehrgangsleitung und bringt angehenden Coaches das Regelwerk näher. Auch bei den Wochenlehrgängen für Westfalens Nachwuchsschiedsrichter wirkt der ehemalige DFB-Schiedsrichter an der Seite von Peter Müller mit. Dieser unermüdliche und herausragende ehrenamtliche Einsatz in den letzten drei Jahrzehnten wurde im Rahmen der Tagung besonders gewürdigt. „Hans leistet seit dreißig Jahren tolle Arbeit! Trotz der Verkürzung der Lehrzeiten schaffen die Trainer die Prüfung. Nicht, weil es ihnen besonders leicht gemacht wird – sondern weil Hans die richtigen Schwerpunkte setzt und mit viel Geduld und Ausdauer angehenden Trainern das Regelwerk vermittelt“, sagte Liedtke.

ehrung_mueller_IMG_5678_web
Sichtlich erfreut nimmt Peter Müller (li.) die goldene Ehrennadel von FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders entgegen | Foto: David Hennig

Peter Müller erhielt aus den Händen von FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders die goldene Ehrennadel des Verbandes. „Diese Auszeichnung erhalten nur Menschen, die Besonderes geleistet haben“, betonte Schnieders. Kurz zuvor hatte Liedtke in seiner Ansprache bereits den besonderen Einsatz des DFB-Beobachters, der seit Ende der 1980er-Jahre gemeinsam mit Hans Voß die Wochenlehrgänge federführend gestaltete, gewürdigt. „Er hat in den vergangenen Jahren Aufgaben in allen Bereichen für den VSA übernommen. Gerade bei den Beobachtungen schaut Peter nicht auf die Spielklassen, sondern fährt auch mit Freude in die Bezirksliga, um junge Schiedsrichter zu unterstützen“, so Liedtke. 56 Beobachtungen in der vergangenen Saison sprechen eine deutliche Sprache – teilweise zwei bis drei Einsätze pro Wochenende hatte Müller im DFBnet verbucht. Für Peter Müller ist dieser Einsatz für das Schiedsrichterwesen jedoch selbstverständlich: „Ich möchte den jungen Schiedsrichtern nur etwas zurückgeben, was ich in meiner aktiven Zeit erleben durfte und konnte.“

Kathrin Heimann wurde vom Verband mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Manfred Schnieders überreicht die Urkunde | Foto: David Hennig
Kathrin Heimann wurde vom Verband mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Manfred Schnieders überreicht die Urkunde | Foto: David Hennig

Für Hans Voß und Peter Müller wird das nächste Jahr jedoch das letzte im erweiterten Mitarbeiterstab des VSA sein. „Wir werden das Ruder aus der Hand geben. Es sollen jüngere ran – auch wenn dann eine wunderbare Zeit zu Ende geht“, sagte Müller. Nachfolger werden bereits gesucht.

Die dritte Ehrung an diesem Tag erhielt DFB-Schiedsrichterin Kathrin Heimann ebenfalls aus den Händen von FLVW-Vize Manfred Schnieders. Für ihre sportlichen Leistungen verlieh der FLVW seiner Spitzenschiedsrichterin die silberne FLVW-Ehrennadel.

Gelbsperre auch für Amateurkicker?

Gelbsperre auch für Amateurkicker?

Seit der laufenden Spielzeit zieht eine Gelb-Rote-Karte auch im Amateurbereich eine Sperre von einem Pflichtspiel nach sich. Dieses Prinzip könnte zur neuen Saison erweitert werden: Denn der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) um Präsident Hermann Korfmacher plant, dass Amateurfußballer nach der fünften gelben Karte ebenso eine Partie aussetzen müssen.

Was im Profifußball schon Gang und Gebe ist, soll nun auch im Amateurbereich eingeführt werden. Eine Sperre nach der fünften gelben Karte wäre der nächste Anpassungsschritt an den Fußball in den höheren deutschen Spielklassen. „Die gelbe Karte bekommt dadurch einen ganz anderen Stellenwert“, führt Heiko Schneider, Lehrwart im Kreis Bochum, an und fährt fort: „Das kann präventiv wirken. Die Spieler werden sich lieber zwei Mal hinterfragen, welche Konsequenzen ihr Verhalten nach sich ziehen würde. Jede Maßnahme, wegen der der Spieler beginnt, über sein Verhalten nachzudenken, ist zu befürworten.“

Wirkung wie bei Gelb-Roter-Karte erwünscht

Tatsächlich würde eine Reflektion seitens der Spieler in vielen Situationen die Brisanz etwas herausnehmen. Dass die Sperre nach der „Ampelkarte“ durchaus den gewünschten Effekt hervorbringt, dürfte nahezu jeder Schiedsrichter in Westfalen unterschreiben. „Diese Entscheidung war absolut zielführend. Mit der Sperre nach einer Vielzahl von gelben Karten sollte es ähnlich ablaufen“, so Schneider. Jedoch, und das gilt es vorab zu betonen, erhöht sich folglich auch die Verantwortung des Schiedsrichters. Der Unpateiische muss ebenso stärker reflektieren, inwiefern eine Verwarnung angebracht ist oder eben nicht.

Auch Klaus Overwien, Staffelleiter der Bezirksliga 9, begrüßt diese Idee. „Es gibt tatsächlich eine große Anzahl an Spielern, die nahezu jede Woche verwarnt werden“, weiß Overwien. „Sie würden sensibilisiert werden.“ Einen größeren Aufwand müssen die Staffelleiter indes nicht befürchten. Mit Hilfe des DFB-Net dürfte es kein Problem sein, die Anzahl an Verwarnungen über eine Saison zu zählen. „Die Schiedsrichter müssen aber auch alles genau eintragen und dürfen nichts vergessen“, merkt Overwien an.

Weitere Personalprobleme für die Vereine?

Besonders in den unteren Ligen des Amateurbereichs geht es oft heiß her. Schon nach der Einführung der Sperre nach der „Ampelkarte“ haben viele Vereine befürchtet, dass sich die ohnehin schon vorhandenen Personalprobleme im Laufe der Saison weiter verschärfen. Andererseits beobachtet man, dass viele Amateurkicker ihr Verhalten an das der Profifußballer anpassen. Somit wäre der nächste Angleichungsschritt nur die logische Konsequenz. Heiko Schneider glaubt, dass auch Disziplinlosigkeiten kürzer kommen würden. Schneider: „Eine Vielzahl an Verwarnungen gibt es ja für Meckern oder Unsportlichkeiten. Ich bin mir sicher, dass viele Spieler das einstellen werden.“

In den kommenden Wochen will sich die Verbandsspitze eine Entscheidung treffen. Es steht jedoch noch nicht fest, ob diese Regelung überhaupt bis in die Kreisliga umgesetzt wird. Das erklärte Manfred Schnieders, Vorsitzender des Fußballausschusses des WFLV, gegenüber den „Ruhr Nachrichten“. Dann wären die – definitiv berechtigten – Sorgen einiger Amateurtrainer ohnehin unbegründet.

Eine Tagung in Bildern

Eine Tagung in Bildern

Am heutigen Samstag fand im SportCentrum Kaiserau die gemeinsame Tagung der Vorsitzenden und der Lehrwarte der Kreisschiedsrichterausschüsse statt. Als Gäste konnte Verbandsschiedsrichterobmann Michael Liedtke unter anderem Helmut Geyer, Vorsitzender der DFB-Kommission für Amateurschiedsrichter, FLVW-Präsident Hermann Korfmacher und seinen Vizepräsidenten Manfred Schnieders begrüßen.

Ausführliche Berichte zu den einzelnen Themen und Ehrungen folgen in der kommenden Woche.

 

 

Visit Us On FacebookVisit Us On Twitter