Teamreduzierungen zur Rückserie

Teamreduzierungen zur Rückserie

In der Winterpause wird in jedem Jahr der „Schnitt“ gemacht, so auch zur Halbzeit der Saison 2014/2015. Der Verbandsschiedsrichter-Ausschuss (VSA) hat sich in seiner Sitzung vom Ende Januar mit den Teamreduzierungen ab der Rückserie 2014/2015 beschäftigt: Insgesamt 27 Schiedsrichter aus den Teams C und D werden in der Rückrunde nicht mehr unter Beobachtung stehen. Auch aus dem Perspektivteam schieden vier Unparteiische aus. Die Teams A und B sind von einer Reduzierung nicht betroffen.

„Wir haben beschlossen, die Schiedsrichter, welche in ihren Beobachtungsergebnissen die Einstiegsnote im Durchschnitt nicht überschritten haben, aus den Teams herauszunehmen“, sagte Michael Liedtke, Vorsitzender des VSA, der bereits die betroffenen Schiedsrichter und Obleute persönlich über die Entscheidungen informiert hatte. Aus dem Team C wurden insgesamt drei Schiedsrichter herausgenommen. Das Team D wurde um 24 Unparteiische reduziert. Personelle Veränderungen gibt es auch im Perspektivteam: Mit Sandra Föhrdes, Annika Paszehr, Alexander Ernst und Christopher Schütter gibt es zur Rückserie vier Ausscheider aus dem Förderteam des Verbandes. Mit Vanessa Arlt (Kreis Münster) und Leonidas Exuzidis (Kreis Herne) wurden jedoch auch zwei Unparteiische neu in das Perspektivteam aufgenommen.

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Neue Gesichter im Perspektivteam

Neue Gesichter im Perspektivteam

In Westfalen pfeifen rund 5000 Schiedsrichter, 165 davon sind weiblich und zwei von ihnen sind seit der Winterpause im Perspektivteam (PT) des Verbandes: Laura Messingfeld und Jasmina von Gratowski wurden vom Verbandsschiedsrichterausschuss in die Talentschmiede berufen.

Die Waltroperin Laura Messingfeld bei einem Assistenteneinsatz | Foto: David Hennig
Die Waltroperin Laura Messingfeld bei einem Assistenteneinsatz | Foto: David Hennig

Dass Messingfeld gemeinsam mit ihrer Kollegin aus Dortmund nun für das PT nominiert wurde, deutet sie als positives Zeichen: „Frauenpower! Wir müssen ja ein bisschen aufholen.“ Ähnlich sieht es auch die Dortmunderin, die ebenfalls lachend sagt: „Das ist doch super. Es kann ruhig so weiter gehen.“ Danach winken beide aber ab und schieben ernst hinterher: „Es soll schon gleichberechtigt zugehen.“ Denn schließlich sind Leistung und Perspektive die Stichwörter, die für die Nominierungen ins PT ausschlaggebend sind. Trotz mäßigem Start haben die beiden Schiedsrichterinnen aus dem Ruhrgebiet gezeigt, dass sich Kampf und kontinuierliche Leistungssteigerung am Ende auszahlen können. Im DFB-Bereich sind die beiden Unparteiischen bereits im Einsatz: Im Team von DFB-Schiedsrichterin Nadine Matthes assistieren Von Gratowski und Messingfeld in der 2. Frauen-Bundesliga.

Jasmina von Gratowski im Einsatz | Foto: David Hennig
Jasmina von Gratowski im Einsatz | Foto: David Hennig

Für Jasmina von Gratowski ist die Nominierung fürs PT ein weiterer Schritt nach vorn: „Es wird mich auf jeden Fall weiter bringen. Allein durch die Coachings kann ich an mir selbst arbeiten und habe Ansprechpartner, die mir helfen“, sagt die 21-Jährige. Laura Messingfeld betont zwar ebenfalls diese Vorteile, sagt jedoch auch: „Ob ich mir davon nun was erhoffen kann, ist schwierig zu beurteilen. Ich muss ja schließlich auch meine Leistung bringen.“ Deshalb ist in der Rückrunde das Ziel der jungen Unparteiischen aus Waltrop: Gas geben! Damit am Ende der Saison auch der Aufstieg in die Landesliga gefeiert werden kann. Auch Von Gratowski hofft auf den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse: „Aber man muss ja realistisch denken. Wo es am Ende hingeht, ist schwer zu sagen, aber ich bin für alles offen.“

Konzentriert: Laura Messingfeld im Einsatz | Foto: David Hennig
Konzentriert: Laura Messingfeld im Einsatz | Foto: David Hennig

Zwei junge, talentierte, ehrgeizige und bescheidene Schiedsrichterinnen, die nicht nur die Spielklasse gemeinsam haben. Bei einem Blick auf ihre Fußballvita lassen sich ebenfalls Parallelen erkennen. Laura Messingfeld begann ihre Fußballlaufbahn 2006 doch typischerweise als Abwehrspielerin beim VFB Waltrop. Ende 2008 legte sie mit 15 Jahren ihre Schiedsrichterprüfung ab. Zwei Jahre tummelte sie sich anschließend in den Juniorenspielklassen des Kreises Recklinghausen. Mit 17 leitete die Waltroperin die ersten Frauenspiele bis zur Landesliga und wurde bereits ein halbes Jahr später in der Kreisliga A der Herren eingesetzt. Kurz darauf folgte die Meldung zur Bezirksliga. Seit 2013 ist Laura Messingfeld für den Kreis Herne im Einsatz. Derzeit studiert sie Wirtschaftsingenieurwesen. Jasmina von Gratowski spielte seit 2007 als Allrounderin für den Hombrucher SV– einzig die Torhüterposition ließ sie aus. Ein Jahr später legte sie ebenfalls mit 15 Jahren ihre Schiedsrichterprüfung ab und konzentrierte sich seit der Saison 2009 / 2010 ganz auf die Schiedsrichterei. Seit 2012 ist die Dortmunderin in der Bezirksliga im Einsatz. Nebenbei trainiert sie die F3-Jugend ihres Heimvereins. Einem Studium geht die 21-Jährige auch nach: im vierten Semester Sport und Deutsch auf Lehramt an der Technischen Universität Dortmund.

In der Rückrunde der Saison 2013 / 2014 steht für die beiden Schiedsrichterinnen nun aber zunächst wieder der Ligaalltag auf dem Programm. Genau wie für die anderen rund 5000 Unparteiischen in Westfalen.

Jungschiedsrichterlehrgang in Kaiserau

Jungschiedsrichterlehrgang in Kaiserau

Der Jungschiedsrichterlehrgang des Kreises Münster-Warendorf fand von Freitag auf Samstag unter der Leitung der beiden Lehrwarte Thorsten Kaatz und Philipp Hagemann mit 14 Teilnehmern im SportCentrum Kaiserau statt. Neben dem Kennenlernen standen die Fußballregeln im Mittelpunkt. Da zeitgleich der Lehrgang der Perspektivteamschiedsrichter stattfand, bekamen die Münsteraner reichlich Besuch. 

Der Lehrgang startete mit einer Kennenlernrunde. „Dies wurde aber mal auf eine andere Weise durchgeführt“, sagt Teilnehmer Tarik Houdia. Die Schiedsrichter mussten jeweils ihren Zimmerpartner beschreiben und seine Motivation und seine Erwartungen darlegen. „Die 14 Schiedsrichter kamen aus unterschiedlichen Vereinen. Einige wenige werden bereits bei den Senioren eingesetzt oder sind als Assistenten im Einsatz, andere haben gerade erst die Anwärterprüfung hinter sich. Die beiden Zimmerteiler haben sich gegenseitig vorgestellt und neben den persönlichen „Eckdaten“, wie das Alter und den Verein, auch die bisherigen Einsätze als Schiedsrichter sowie die Erwartungen an den Lehrgang mitgeteilt“, beschreibt Lehrwart Philipp Hagemann das Prozedere.

Das Thema des Lehrganges bildete die Frage „Was ist eigentlich ein Tor?“. Natürlich stand dabei die Regel 10 „Wie ein Tor erzielt wird“ im Mittelpunkt. Am Abend folgte ein interaktives Regelquiz, bei dem zwei Gruppen versuchten, möglichst viele Fragen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen zu beantworten. Einen Sieger gab es nicht: Das Quiz endete unentschieden. Nach einer Runde Fußball in der Sporthalle stießen am späten Abend noch spontan die die Verbandslehrwarte Karsten Jonsson und Oliver Topp zu den Lehrgangsteilnehmern, die zeitgleich einen Lehrgang für die Perspektivteam-Schiedsrichter durchführten. „Sie haben über ihre eigenen Erfahrungen als Schiedsrichter und ihre Aufgaben im VSA berichtet. Dabei haben sie  auch ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, den einen oder anderen der Teilnehmer zukünftig bei den Teamlehrgängen wieder zu sehen“, sagt Hagemann.

Auch Michael Liedtke, der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses, stattete den Nachwuchsleuten aus Münster einen Besuch ab. Liedtke gab dabei einen kleinen Einblick in den Lehrgang des Perspektivteams und die Förderung auf Verbandsebene, bevor ein Referat über die Taktik des Schiedsrichters anschloss. Im Anschluss folgten Gruppenarbeiten, in denen jeweils ein Thema rund um die Regel 10 besprochen und am Ende den anderen Gruppen vorgestellt wurde.  „Welche Regeln noch was mit der Regel 10 zu tun haben“, „Stellungsspiel des Schiedsrichters“ und „Körpersprache und Reaktion“ bildeten dabei die Arbeitsschwerpunkte.

Als letzter Gast wurde Max Krämer, Schiedsrichter im Perspektivteam, begrüßt. Er gab einen Einblick in seinen sportlichen und privaten Lebensweg, wobei gerade die Vereinbarkeit von Schule, Studium und Ausbildung mit der Schiedsrichterei einen wichtigen Aspekt bildeten. „Hier hat Max viele praktische Hinweise gegeben und ein gutes Zeitmanagement empfohlen, um auch die schulischen Verpflichtungen nicht zu vernachlässigen“; sagt Hagemann. Natürlich durften auch Erlebnisse und Eindrücke von den Einsätzen des Perspektivteamschiedsrichters samt der Arbeit im Perspektivteam gemeinsam mit den Coaches nicht fehlen. Praktische Tipps, Verbesserungsvorschläge und eine Fragerunde rundeten den Beitrag ab.

„Der Lehrgang hat uns allen großen Spaß gemacht. Wir haben uns alle gut verstanden und noch besser untereinander kennengelernt“, sagt Tarik Houdia. Auch für Philipp Hagemann war es ein gelungenes Wochenende: „Im nächsten Jahr kommen wir sicher wieder!“ (dh)

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