Jungschiedsrichter treffen sich in Kaiserau

Jungschiedsrichter treffen sich in Kaiserau

Auch zu Beginn des Jahres 2015 führte der Kreis Münster mit seinen Jungschiedsrichtern einen zweitägigen Lehrgang im SportCentrum Kaiserau durch. Dabei standen unter der Leitung der Lehrwarte Philipp Hagemann und Thorsten Kaatz das Kennenlernen, gemeinschaftliche Aktivitäten und natürlich Regelkunde anhand von Theorie und Praxis im Fokus des Lehrgangs.

„Zunächst gab es eine kleine Kennlernrunde, denn es waren auch ganz neue Schiedsrichter dabei, die erst vor Kurzem die Anwärterprüfung bestanden hatten. Zudem wurde auch besprochen, weshalb sich jeder einzelne Teilnehmer dazu entschieden hat Schiedsrichter zu werden und welche Perspektiven er hat“, sagte Alexandre Santos, Jungschiedsrichter aus dem Kreis Münster.

Die erste theoretische Einheit von Philipp Hagemann erklärte alles rund um die Tätigkeit des Schiedsrichterassistenten: Von der Position des Assistenten in verschiedenen Spielsituationen bis hin zu den richtigen Fahnenzeichen. Die praktische Regelkunde wurde in der Halle absolviert. Dort führte Thorsten Kaatz Übungen zu den verschiedensten Laufrhythmen des Schiedsrichters und des Assistenten mit den Teilnehmern durch: Von der Kraftübung an der Wand bis hin zum Sprint mit anschließender, zuvor vorgegebener Fahnenanzeige. Nach getaner „Arbeit“ traten die Jungschiedsrichter auch in diesem Jahr wieder selbst vor den Ball. „Ein blaues Auges, wie vor zwei Jahren, gab es zum Glück diesmal nicht, da unsere beiden Lehrwarte sich lieber das Spiel vom Spielfeldrand aus ansahen – das war wohl auch besser so“, sagte Santos. Den Abend ließen die Münsteraner Schiedsrichter dann ruhig mit der zweiten Halbzeit der Bundesligapartie zwischen Wolfsburg und Bayern sowie Gesprächen und mehreren Partien am Kicker ausklingen.

Zwei weitere Lerneinheiten rundeten das Lehrgangsprogramm ab: In drei Gruppen bearbeiteten die Teilnehmer die Themen: brutale, fahrlässige und rücksichtslose Foulspiele und versuchten diese zu definieren und voneinander abzugrenzen und aktuelle Videoszenen aus der Bundesliga folgten. „Dabei war hauptsächlich bei den fahrlässigen und rücksichtslosen Fouls die persönlichen Strafen ein größerer Diskussionspunkt – auch bei den Videoszenen gab es lange Diskussionen über die Entscheidungen“, so Santos.

 

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Abwechslungsreiche Tagung

Abwechslungsreiche Tagung

Die Vorsitzenden der Kreisschiedsrichterausschüsse (VKSA) kamen am 8. November im SportCentrum Kaiserau zusammen. Auf der Tagesordnung standen neben drei ganz besonderen Ehrungen die Berichte aus den zahlreichen Arbeitsbereichen der Beauftragten des Verbandsschiedsrichterausschusses. Darüber hinaus fanden die Themen 2-Stufen-Plan und die geplante Obleutequalifizierung durch den DFB Platz im Tagungsprogramm.

Fairen Hallenfußball – keine Klopperei

Futsal-Beauftragte Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig
Der Futsal-Beauftragte des VSA: Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig

Im Bereich „Futsal“ gab es aufgrund der bevorstehenden Änderungen der Hallenregeln und der beschlossenen Ablösung durch die Futsalregeln ab der Saison 2015/2016 erhöhten Diskussionsbedarf unter den Anwesenden. Manfred Schnieders sprach sich dabei deutlich für die beschlossenen Änderungen aus: „Wir wollen fairen und schnellen Fußball in der Halle sehen und keine Klopperei!“ Er appellierte deshalb an alle Beteiligten, die beschlossenen Neuerungen erst auszuprobieren, bevor diese kritisiert werden. Auch im Plenum fand dies breite Zustimmung, auch wenn bezüglich der kurzfristigen Umsetzung der Änderungen leichte Kritik aus den Reihen der Obleute geäußert wurde. Thorsten Kaatz, der Beauftragte für Futsal des VSA, bestätigte, dass sich Futsal in Westfalen immer größerer Beliebtheit erfreue. „Mir fehlen mittlerweile Schiedsrichter, um die Spiele auf FLVW-Ebene anzusetzen. Das kann ich mit 30 Futsal-Schiedsrichtern nicht mehr bewältigen“, so Kaatz. Aber nicht nur der Futsalbereich entwickle sich weiter, auch der Schiedsrichterbereich bekäme immer mehr Struktur und werde zunehmend professionalisiert.

2-Stufen-Plan unverzichtbar

Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig
Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig

Der 2-Stufen-Plan steht auf dem Prüfstand: Eine Arbeitsgruppe des Verbandes beschäftigt sich derzeit mit dem Instrumentarium zur Schiedsrichtergewinnung und zur Sicherstellung des Spielbetriebes. Ein erstes Treffen der Gruppe, bei dem bisher Erfahrungen und Informationen gesammelt wurden, fand bereits statt. Simone Horn, Beisitzerin im VSA, und Juan de Cruz Pujades, Vorsitzender des KSA in Gütersloh, vertreten dabei die Interessen der Schiedsrichter. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders, der ebenfalls der Arbeitsgruppe angehört, betonte anfangs, dass der Ausgang offen sei: „Es gibt noch kein konkretes Ziel – wichtig ist, dass wir etwas machen, was uns letztlich hilft.“ Auch wenn das Ergebnis nicht feststeht, so ist eine Richtung erkennbar: Das Prinzip des 2-Stufen-Plans dürfe nicht zur Diskussion stehen, da waren sich alle Anwesenden einig. „Es ist ein probates Mittel, um Vereine zur Schiedsrichtergewinnung zu bewegen“, sagte Simone Horn. Reinhard Pietz, Obmann aus dem Kreis Arnsberg, ergänzte: „Ohne Druck werden die Vereine nichts tun.“ Ziel müsse es jedoch sein, so die einhellige Meinung, die Schiedsrichtergewinnung für Vereine attraktiver zu machen. Ein lohnenswertes Bonussystem für Vereine, die neue Schiedsrichter anwerben und ausbilden und sich für die Erhaltung einsetzen, wäre hier ein möglicher Ansatz. „Wir müssen den Abwärtstrend stoppen und junge Leute gewinnen, die über eine längere Zeit dabei bleiben“, sagte Schnieders. Bundesweit gäbe es, so der Vizepräsident, identische Probleme, aber keine Patentlösung. Mit vielen kleinen Schritten müsse der Verband jedoch der jetzigen Entwicklung entgegensteuern.

Obleute begrüßen geplante Qualifizierung

Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig
Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig

„Qualifizierung der Ehrenamtlichen ist ein Thema, dem sich der DFB vor rund zwei Jahren angenommen hat. Bisher haben sich die Maßnahmen auf die Lehrwarte konzentriert – nun sind die Obleute dran“, sagte Michael Liedtke, der Mitte November zur Obleutetagung des DFB fährt und gemeinsam mit VSA-Beisitzer Torsten Werner und den Anwesenden Kreisobleuten in Gruppenarbeiten Vorschläge für mögliche Qualifizierungsansätze erarbeitete. Besondere Unterstützung wünschten sich die Anwesenden überwiegend in den Bereichen Organisation, Management, Mitarbeiterführung und -motivation, Mediation und Konfliktlösung, Medienkompetenz und Krisenkommunikation sowie in Satzungs- und Rechtsfragen.

Viele weitere Themen

Aber auch die übrigen Arbeitsbereiche sollten nicht zu kurz kommen: Peter Müller lobte die anwesenden Obleute dafür, dass in den letzten Jahren die Auswahl der Teilnehmer für die Wochenlehrgänge besser geworden sei: „Die Qualität ist konstant gestiegen. 80 Prozent der Teilnehmer sehen wir später in den Verbandsspielklassen wieder.“

Karl-Heinz "Kalla" Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig
Karl-Heinz „Kalla“ Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig

Karl-Heinz Schulze gab einen kurzen Rückblick über die Entwicklung nach der Einführung des DFBnet in Westfalen und hob hervor, dass die Schiedsrichter am besten mit dem System klargekommen und nach und nach neue Tools, wie z.B. die Lehrgangsverwaltung, hinzugekommen seien.

Aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit berichtete David Hennig, der einen kurzen Rückblick auf die Einführung des Schiedsrichter-Aktuell-Portals und die Tagung für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreisschiedsrichterausschüsse gab sowie einen Ausblick auf das geplante zentrale Informationsportal für Interessenten an der Schiedsrichtertätigkeit. „Wir sind mit der neuen Schiedsrichter-Aktuell durchaus zufrieden. Mehr als 58.000 Seitenaufrufe in zehn Monaten können sich sehen lassen“, sagte Hennig.

Weitere Fotos der Tagung:

Einfach Spaß am Futsal haben

Einfach Spaß am Futsal haben

In lockerer Atmosphäre trafen sich am vergangenen Samstag die Futsal-Schiedsrichter des FLVW im SportCentrum Kaiserau zum Lehrgang. Themen waren das Futsal-Regelwerk, praktische Tipps und die Teamarbeit in der Halle. Dabei entwickelten sich nicht selten rege Diskussionen. Thorsten Kaatz, Beauftragter für Futsal des Verbandsschiedsrichterausschusses, führte dabei durch den Lehrgang. SR-Aktuell-Redakteur David Hennig hat sich mit dem westfälischen Futsal-Experten unterhalten.

Thorsten, Du sagtest heute: „Ziel ist es, dass die Leute Spaß am Futsal haben.“ Welche Rolle spielen hier aus Deiner Sicht die Schiedsrichter?

Wie auch auf dem Feld können die Schiedsrichter eine entscheidene Rolle spielen, positiv wie negativ. Ich kann draußen das Spiel kaputt pfeifen, ich kann das Futsalspiel kaputt machen. Wenn wir heute die Schiedsrichter auf dem Feld in vielen unterschiedlichen Bereichen schulen, wie in der Körpersprache oder auch im taktischen Verhalten, so kann man sehr viel davon in den Bereich Futsal übertragen. Ein Lehrgang für Futsalschiedsrichter besteht auf den verschiedenen Ebenen nicht mehr nur aus einem Vermitteln von Regeln, sondern sie werden genauso geschult wie die Feldschiedsrichter. Aber ein Punkt ist mir bei diesem Satz besonders wichtig: Schiedsrichter lernen auf ihren Lehrgängen, vorausschauend einzugreifen. Ich möchte das bei den Futsalschiedsrichtern auch.

Hast Du ein Beispiel?

Nichts ist schlimmer und macht den Sport unattraktiv, wenn gerade Mannschaften, die erst wenige Male Futsal gespielt haben, von Schiedsrichtern gegängelt werden. Wenn der Schiedsrichter dreimal einen falschen Einkick moniert, ist das langweilig. Wenn ich sehe, dass der Ball falsch liegt oder das Standbein bereits im Feld ist, dann kann der Schiedsrichter den Spieler darauf aufmerksam machen, zumal er beim Einkick neben dem Spieler steht. Da sind wir bei einem weiteren Punkt der auch für Feldfußballschiedsrichter gilt: Kommunikation ist wichtig.

Thorsten Kaatz referiert beim Lehrgang für Futsal-Schiedsrichter in Kaiserau. Foto: David Hennig
Thorsten Kaatz referiert beim Lehrgang für Futsal-Schiedsrichter in Kaiserau. Foto: David Hennig

Zeitweise fallen bei Schiedsrichterkollegen Sätze, wie: „Wenn Deine Karriere vorbei ist, kannst Du immernoch Futsal-Schiedsrichter werden.“ Was hältst Du von solchen Aussagen und was macht für Dich den Reiz aus, Futsal-Spiele zu leiten?

Von solchen Sätzen halte ich nicht viel. Ich denke, Futsal wird sich in der nächsten Zeit in zwei Richtungen entwickeln. Zum Einen haben wir den Hallenfußball im Winter, der in Zukunft sehr futsalähnlich sein wird und zum Anderen wird der Spielbetrieb sich im Futsal weiterentwickeln. Wir werden wie im Feldfussball einen Spielbetrieb auf Kreis-, Landes-, Regional- und Nationalebene haben, sicherlich mit dem Ziel, auch international konkurrenzfähig zu sein. Entsprechend werden aus den Kreisschiedsrichtern die Verbandsschiedsrichter, aus denen die Regionalschiedsrichter und aus denen wird sich der DFB seine Topleute auswählen. Aus diesem Kreis kommen dann die Schiedsrichter der FIFA-Liste. Das entspricht einer Entwicklung, wie wir sie aus dem normalen Fußball her kennen. Ich selber denke in zwei Richtungen: Jeder Schiedsrichter ist mir willkommen. Auch der, der nach seiner Karriere auf dem Feld erst zum Futsal stößt. Nur Karriere macht er dort auch nicht unbedingt mehr. Andererseits denke ich auch perspektivisch. Als Westfale möchte ich mit unseren Schiedsrichtern auf allen Ebenen gut und perspektivisch vertreten sein und das geht leider auch nur mit zum Teil jüngeren Kameraden.

Warum würdest Du Schiedsrichtern empfehlen, sich konkret zum Futsal-Schiedsrichter ausbilden zu lassen?

Futsal ist nichts anderes als eine Variante des Fußballs. Ok, hier in Deutschland spielen wir Futsal meist in der Halle, also eher eine Variante des Hallenfußballs. Jeder, der Spaß an seiner Funktion als Fußballschiedsrichter hat, wird auch Spaß an der Funktion als Futsalschiedsrichter haben. Durch den Spielbetrieb im Futsalbereich hat man sogar Karriere-Möglichkeiten, die einem im Feldfußball eventuell verwehrt bleiben. Auch wenn der Fokus der Schiedsrichterkollegen noch auf dem Feldfussball liegt, so kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Es ist toll, wenn man zu Turnieren des FLVW, des WFLV oder sogar des DFB eingeladen wird oder man plötzlich international aktiv sein darf.

Jetzt fand am vergangenen Wochenende ein Futsal-Schiedsrichterlehrgang im SportCentrum Kaiserau statt. Wie zufrieden bist Du mit der Resonanz?

Dadurch, dass in diesem Jahr viele neue Gesichter auf dem Lehrgang zu sehen waren, bin ich sehr zufrieden mit dem Lehrgang. Es haben 35 Schiedsrichter, davon immerhin 20 „Neulinge“ teilgenommen. Ich hoffe, dass meine Kollegen in den Kreisen langsam erkennen, dass Futsal zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Die Zahl der Spiele, der Turniere und Veranstaltungen nimmt sprunghaft zu und als Schiedsrichter und als Westfale möchte ich darauf vorbereitet sein. Die Entwicklung darf doch nicht durch das Schiedsrichterwesen gehemmt werden!

Thorsten Kaatz ist der Futsal-Experte im westfälischen Schiedsrichterwesen. Foto: David Hennig
Thorsten Kaatz ist der Futsal-Experte im westfälischen Schiedsrichterwesen. Foto: David Hennig

Du sprichst eine Entwicklung an. Wie hat sich Futsal in den letzten Jahren aus Deiner Sicht in Westfalen entwickelt?

Lange Zeit war Futsal auf wenige Veranstaltungen begrenzt. Jetzt explodiert der Spielbetrieb. Die FLVW-Liga geht mit 19 Mannschaften an den Start. Ich habe noch nie so viele Futsalturniere ansetzen müssen wie in diesem Winter und auch die Zahl der Freundschaftsspiele steigt. Die ersten Frauenspiele wurden durchgeführt. Sicherlich eine gute Entwicklung. Trotzdem, wenn ich mit Kollegen auf DFB-Lehrgängen spreche, befinden wir uns in der Entwicklung eher im Mittelfeld. Auch im Jugendbereich gibt es mehr Veranstaltungen oder die Turniere werden größer. Dennoch ist vieles nur auf wenige Kreise beschränkt. Was ich eher schade finde ist, dass zum Beispiel der DFB seit Jahren einen C-Jugend Futsal-Cup ausrichtet und die Vereine wissen in einigen Kreisen kaum, dass man sich dafür qualifizieren kann. Insgesamt gilt auch hier, dass uns einige Landesverbände vorraus sind, die ihren Jugendspielbetrieb schon komplett umgestellt haben.

Wie weit fortgeschritten sind die Pläne, die derzeit gültigen Hallenregeln flächendeckend in Westfalen durch Futsal-Regeln zu ersetzen?

Nun, es gibt einen Masterplan des DFB. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie viel und was davon umgesetzt wird. Ich aber glaube, dass sich die Entwicklung nicht aufhalten lassen kann und der Zeitpunkt kommen wird, an dem auch bei uns Futsal flächenddeckend in der Halle gespielt wird. Ich bin mir auch sicher, dass dies nicht den befürchteten Tod des Hallenfußballs bedeuten wird. Gerade im Land des Weltmeisters, in einem Verband, in dem es so viele positiv Fußballverrückte gibt, da ist doch viel, viel Platz für eine weitere Variante unseres geliebten Fußballsports.

Kommen wir zurück zum westfälischen Schiedsrichterwesen. Wie sind wir im Hinblick auf Futsal aufgestellt?

Wir waren von Begin an gut aufgestellt und sind es immer noch. Als einer der ersten Verbände haben wir regelmäßige Lehrgänge durchgeführt und heute gehört der Futsallehrgang für Schiedsrichter im Terminkalendar des VSA einfach dazu. Wir sind auch im WFLV gut aufgestellt und haben eine gesunde Mischung aus jüngeren und älteren Kameraden. Wir haben in Westdeutschland auch die ersten Frauen auf die WFLV-Liste gebracht. Seit Einführung der DFB-Liste hatte Westfalen einen Schiedsrichter auf dieser Liste und mit Florian Schreiber momentan sicherlich jemanden mit Perspektive. Gleichzeitig sind wir dort auch noch mit einem Beobachter vertreten. Letztlich aber bin ich schon auch etwas Stolz darauf, dass ich das Gefühl habe, dass unsere Schiedsrichter größtenteils auf verschiedenen Ebenen gerne gesehen werden.

Jungschiedsrichterlehrgang in Kaiserau

Jungschiedsrichterlehrgang in Kaiserau

Der Jungschiedsrichterlehrgang des Kreises Münster-Warendorf fand von Freitag auf Samstag unter der Leitung der beiden Lehrwarte Thorsten Kaatz und Philipp Hagemann mit 14 Teilnehmern im SportCentrum Kaiserau statt. Neben dem Kennenlernen standen die Fußballregeln im Mittelpunkt. Da zeitgleich der Lehrgang der Perspektivteamschiedsrichter stattfand, bekamen die Münsteraner reichlich Besuch. 

Der Lehrgang startete mit einer Kennenlernrunde. „Dies wurde aber mal auf eine andere Weise durchgeführt“, sagt Teilnehmer Tarik Houdia. Die Schiedsrichter mussten jeweils ihren Zimmerpartner beschreiben und seine Motivation und seine Erwartungen darlegen. „Die 14 Schiedsrichter kamen aus unterschiedlichen Vereinen. Einige wenige werden bereits bei den Senioren eingesetzt oder sind als Assistenten im Einsatz, andere haben gerade erst die Anwärterprüfung hinter sich. Die beiden Zimmerteiler haben sich gegenseitig vorgestellt und neben den persönlichen „Eckdaten“, wie das Alter und den Verein, auch die bisherigen Einsätze als Schiedsrichter sowie die Erwartungen an den Lehrgang mitgeteilt“, beschreibt Lehrwart Philipp Hagemann das Prozedere.

Das Thema des Lehrganges bildete die Frage „Was ist eigentlich ein Tor?“. Natürlich stand dabei die Regel 10 „Wie ein Tor erzielt wird“ im Mittelpunkt. Am Abend folgte ein interaktives Regelquiz, bei dem zwei Gruppen versuchten, möglichst viele Fragen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen zu beantworten. Einen Sieger gab es nicht: Das Quiz endete unentschieden. Nach einer Runde Fußball in der Sporthalle stießen am späten Abend noch spontan die die Verbandslehrwarte Karsten Jonsson und Oliver Topp zu den Lehrgangsteilnehmern, die zeitgleich einen Lehrgang für die Perspektivteam-Schiedsrichter durchführten. „Sie haben über ihre eigenen Erfahrungen als Schiedsrichter und ihre Aufgaben im VSA berichtet. Dabei haben sie  auch ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, den einen oder anderen der Teilnehmer zukünftig bei den Teamlehrgängen wieder zu sehen“, sagt Hagemann.

Auch Michael Liedtke, der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses, stattete den Nachwuchsleuten aus Münster einen Besuch ab. Liedtke gab dabei einen kleinen Einblick in den Lehrgang des Perspektivteams und die Förderung auf Verbandsebene, bevor ein Referat über die Taktik des Schiedsrichters anschloss. Im Anschluss folgten Gruppenarbeiten, in denen jeweils ein Thema rund um die Regel 10 besprochen und am Ende den anderen Gruppen vorgestellt wurde.  „Welche Regeln noch was mit der Regel 10 zu tun haben“, „Stellungsspiel des Schiedsrichters“ und „Körpersprache und Reaktion“ bildeten dabei die Arbeitsschwerpunkte.

Als letzter Gast wurde Max Krämer, Schiedsrichter im Perspektivteam, begrüßt. Er gab einen Einblick in seinen sportlichen und privaten Lebensweg, wobei gerade die Vereinbarkeit von Schule, Studium und Ausbildung mit der Schiedsrichterei einen wichtigen Aspekt bildeten. „Hier hat Max viele praktische Hinweise gegeben und ein gutes Zeitmanagement empfohlen, um auch die schulischen Verpflichtungen nicht zu vernachlässigen“; sagt Hagemann. Natürlich durften auch Erlebnisse und Eindrücke von den Einsätzen des Perspektivteamschiedsrichters samt der Arbeit im Perspektivteam gemeinsam mit den Coaches nicht fehlen. Praktische Tipps, Verbesserungsvorschläge und eine Fragerunde rundeten den Beitrag ab.

„Der Lehrgang hat uns allen großen Spaß gemacht. Wir haben uns alle gut verstanden und noch besser untereinander kennengelernt“, sagt Tarik Houdia. Auch für Philipp Hagemann war es ein gelungenes Wochenende: „Im nächsten Jahr kommen wir sicher wieder!“ (dh)

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