VSA durch Präsidium berufen

Der Verbandsschiedsrichterausschuss 2013: Torsten Werner, Oliver Topp, Michael Liedtke, Karsten Jonsson, Simone Horn und Markus Häbel | Foto: David Hennig
Der Verbandsschiedsrichterausschuss auch für die kommenden drei Jahre: Torsten Werner, Oliver Topp, Michael Liedtke, Karsten Jonsson, Simone Horn und Markus Häbel | Foto: Archiv (2013) / David Hennig

Das Präsidium des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) ist am heutigen Montag den Vorschlägen von Michael Liedtke, dem Vorsitzenden des Verbandsschiedsrichterausschusses (VSA), gefolgt und hat die nominierten Ausschussmitglieder für die Legislaturperiode 2016 bis 2019 im Amt bestätigt.

In der kommenden Amtszeit wird es im Schiedsrichterausschuss des FLVW demnach keine personellen Veränderungen geben: Als Lehrwarte werden auch in den nächsten drei Jahren Karsten Jonsson und Oliver Topp tätig sein. Als Beisitzer werden Liedtke weiterhin Markus Häbel und Torsten Werner sowie Simone Horn zur Seite stehen. Bereits am 4. Juni wurde Michael Liedtke auf dem Verbandstag in Gütersloh von den Kreisdelegierten mit großer Mehrheit zum westfälischen „Schiedsrichter-Chef“ gewählt. Für den 56-jährigen Schwelmer ist es die zweite Amtszeit als VSA-Vorsitzender.

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Herausforderungen bewältigt – auch der „Chef“

Herausforderungen bewältigt – auch der „Chef“

Nervös? „Nur ein bisschen“, antwortete Martin Gratzla mit leiser Stimme. Der erst 16-jährige Referee stand unmittelbar vor seinem ersten Einsatz mit einem eigenen Team – von Nervosität war tatsächlich wenig zu spüren. Und ebenso kleinlaut antwortete er nach dem Abpfiff: „Ich bin ganz zufrieden.“ In Wahrheit war das falsche Bescheidenheit, denn für das erste Spiel sah das schon richtig gut aus.

Martin Gratzla war einer von zwölf westfälischen Referees, die vom VSA für das U14-Sichtungsturnier des DFB im SportCentrum Kamen-Kaiserau eingeladen worden waren. Eine Woche kickten zehn Landesverbände der Republik gegeneinander – die Unparteiischen waren dabei täglich entweder als Schiedsrichter oder als Assistenten im Einsatz. Alle Partien wurden aufgezeichnet und anschließend gemeinsam mit dem Beobachter analysiert.

Lediglich vier Fouls musste Martin Gratzla (Gütersloh) ahnden. |Foto: Leonidas Exuzidis
Lediglich vier Fouls musste Martin Gratzla (Gütersloh) ahnden. |Foto: Leonidas Exuzidis

„Ich bin sehr zufrieden mit dieser Woche“, resümierte VSO und Lehrgangsleiter Michael Liedtke nach dem letzten Abpfiff. „Ihr habt alle toll mitgezogen und starke Leistungen gezeigt.“ Sonderlich gefordert waren die Referees allerdings nur in den wenigsten Spielen, denn die Anzahl der Fouls war – wie es bei einem Turnier der Landesverbände üblich ist – überschaubar. Vielmehr ging es um Verbesserungspotenzial im taktischen Bereich, um verbesserte Laufwege und cleveres Stellungsspiel.

Friedensnobelpreise in Kaiserau

Auch Martin Gratzlas Spiel war nicht sonderlich anspruchsvoll. Ganze vier (!) Fouls waren es nach Abpfiff, das erste Vergehen erfolgte nach 39 (!) von 60 Spielminuten. „Das Spiel hat einen Friedensnobelpreis verdient“, scherzte Beobachter Torsten Werner während der Partie. Für Gratzla, frischgebackener Bezirksliga-Referee, war es jedenfalls ein dankbares Debüt. „Das war auf jeden Fall eine Erfahrung wert“, so der junge Schiedsrichter aus dem Kreis Gütersloh, „zu dritt macht das doch deutlich mehr Spaß.“

Das Eröffnungsspiel pfiff Vanessa Arlt (Münster) gemeinsam mit ihren Assistenten Roland Kreuz (l.) und Janik Stork (r.). |Foto: FLVW
Das Eröffnungsspiel pfiff Vanessa Arlt gemeinsam mit ihren Assistenten Roland Kreuz (l.) und Janik Stork (r.). |Foto: FLVW

Nicht nur den 16-Jährigen packte in dieser Woche die Lust an der Pfeiferei. Auch VSO Michael Liedtke konnte nicht widerstehen – der 55-Jährige griff allerdings zur Fahne statt zur Pfeife. Bei einem kurzfristig vereinbarten Testspiel zwischen dem Regionalligisten Borussia Dortmund II und Fleetwood Town aus der zweiten englischen Liga assistierte Liedtke gemeinsam mit Timo Gansloweit Lehrgangsteilnehmer Patrick Holz, der das Spiel souverän und tadellos über die Bühne brachte. Eine starke Leistung im Gespann, die das gesamte Lehrgangsteam nach Abpfiff mit einem kräftigen Applaus honorierte. „Ich konnte einfach nicht anders. Das war klasse, mal wieder aktiv dabei zu sein“, zeigte sich der „Chef“, der äußerst ungern so genannt wird, zufrieden.

Philipp Hüwe sagte „Hallo“

Mit Philipp Hüwe war zusätzlich jemand zu Gast, der bereits dort ist, wo viele junge Referees mal hinwollen. Hüwe, Schiedsrichter in der Regionalliga und als Assistent frisch in die dritte Liga aufgestiegen, beantwortete geduldig und ehrlich die Fragen der kleinen Runde. „Ihr müsst von Schritt zu Schritt denken. Sonst scheitert ihr an euren eigenen Erwartungen“, so der gebürtige Coesfelder.

Besonders interessant: Hüwe betonte genau das, was auch die Mitglieder des VSA zu Beginn des Lehrgangs unterstrichen hatten. „Es kann nie schaden, sich nach Abpfiff mal einige Minuten mit dem Spiel auseinanderzusetzen. Mal zu überlegen: ‚Was hätte ich anders machen können? Wo muss ich mich verbessern?‘ Denn ein Spiel endet nicht nach 90 Minuten. Die Reflektion im Anschluss ist mindestens genauso wichtig.“

Diese Botschaft sollte nun angekommen sein: Denn die Reflektion war eines der Kernziele des Lehrgangs. Denn das Sezieren und Analysieren der gefilmten Einzelsituationen verkörpert genau diese Message: Was hätte ich besser machen können?

Die Lehrgangsteilnehmer (v.l.): Florian Meer, Philipp Hüwe (zu Gast), Sedef Eyeoglu, Timo Gansloweit, Lehrgangsleiter Michael Liedtke, Vanessa Arlt, Patrick Holz, Daniel Dembinski, Leonidas Exuzidis, Fabian Bodem, Martin Gratzla, Roland Kreuz, Dominik Doht und Janik Stork. |Foto: privat
Die Lehrgangsteilnehmer (v.l.): Florian Meer, Philipp Hüwe (zu Gast), Sedef Eyeoglu, Timo Gansloweit, Lehrgangsleiter Michael Liedtke, Vanessa Arlt, Patrick Holz, Daniel Dembinski, Leonidas Exuzidis, Fabian Bodem, Martin Gratzla, Roland Kreuz, Dominik Doht und Janik Stork. |Foto: privat

 

Im Zeichen des Austausches

Im Zeichen des Austausches

Die Tagung für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreise im SportCentrum Kaiserau stand ganz im Zeichen des Austausches. Dieser fand an diesem Tag nicht nur zwischen den einzelnen Kreismitarbeitern statt, sondern auch über die Verbandsgrenzen hinaus: Als Gastreferent gab Sven Körfer Einblick in die aktuellen Projekte des Fußballverbandes Mittelrhein. Neben der Vorstellung der Projekte im FLVW wurden in den Gruppen auch die Arbeit und die Stellung der Öffentlichkeitsmitarbeiter in den Kreisen diskutiert.

VSA-Beisitzer Torsten Werner ließ keinen Zweifel daran, dass die Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen einen ganz wichtigen Beitrag dazu leistet, das Image des Schiedsrichters zu formen. „Das ist ein mittelfristiger bis langfristiger Prozess, das Image der Schiedsrichter im positiven Sinn zu verändern, ein anderes Bild der Schiedsrichtertätigkeit zu transportieren, aber die Arbeit lohnt sich“, sagte Werner. Gerade die negativen Schlagzeilen über Schiedsrichtermangel und Gewalt gegen Unparteiische zeichneten derzeit ein negatives Bild der Tätigkeit. „Als Elternteil würde ich mir auch überlegen, ob ich mein Kind zu einem Lehrgang schicke, wenn ich das lese“, so der Beisitzer. Die aktuellen Schiedsrichterzahlen lassen keine positiven Tendenzen erkennen. „Das kann uns nicht zufrieden stellen“, sagte Werner. Potenzial sieht er bei der Zielgruppe der Frauen, das bei Weitem nicht ausgeschöpft sei. Er appellierte dafür, über die Kreisgrenzen hinaus zu denken, vorhandene Synergien zu nutzen: „Gerade in den Bereichen Öffentlichkeits- und die Lehrarbeit können die Kreise prima voneinander profitieren. Es spart Ressourcen, wenn man das Rad nicht ständig neu erfinden muss und es kann auch Spaß machen.“

Informationsplattform geplant

In den Gruppenarbeiten gab es viel Raum für den Austausch zwischen den Teilnehmern | Foto: David Hennig
In den Gruppenarbeiten gab es viel Raum für den Austausch zwischen den Teilnehmern | Foto: David Hennig

Eines dieser gemeinsamen Projekte wird in diesem Jahr die Informationsplattform für Schiedsrichter-Interessenten sein. David Hennig, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des VSA, stellte das Konzept vor. „Wir möchten eine gemeinsame Plattform, eine zentrale Anlaufstelle schaffen, auf der sich Interessierte und Vereine über die Schiedsrichter-Ausbildung informieren können“, sagte Hennig. Themenbereiche sollen dabei nicht nur die Ausbildung, sondern auch die Tätigkeit, die Einbindung ins Vereinsleben, das Ehrenamt im Schiedsrichterwesen sowie das Regelwerk sein. „Gerade für Vereine soll das Portal eine Hilfestellung bieten – nicht nur für die Gewinnung, sondern auch für die Erhaltung ihrer Schiedsrichter“, sagte Hennig. In Gruppenarbeiten erarbeiteten die Teilnehmer anschließend mögliche Inhalte für das Portal und diskutierten gemeinsam die Ansätze. Die Umsetzung wird für die zweite Hälfte dieses Jahres angestrebt.

Kampagnen im Mittelrhein vorgestellt

Sven Körfer präsentierte die Arbeit in seinem Landesverband | Foto: David Hennig
Sven Körfer präsentierte die Arbeit in seinem Landesverband | Foto: David Hennig

Auch Sven Körfer, Öffentlichkeitsmitarbeiter des mittelrheinischen VSA, betonte, wie wichtig der Austausch unter den Kollegen sei. „Es ist schön zu sehen, dass wir uns im Mittelrhein und in Westfalen mit den gleichen Themen auseinandersetzen“, sagte Körfer. Natürlich zählte dazu auch das Thema „Schiedsrichter-Gewinnung“, das der FVM derzeit ganz aktiv mit der Werbekampagne „Mach mit! Werde Schiri!“ angeht. Um den ebenfalls sinkenden Schiedsrichterzahlen entgegen zu steuern setzt der Nachbarverband im Bereich der Erhaltung deshalb unter der Schirmherrschaft von Bundesliga-Referee Sascha Stegemann unter anderem auf einen konstruktiven Dialog mit den Vereinen : „FVM-Forum Schiedsrichter – Unsere Vereine. Unsere Schiris. Ein Dialog” lautet das Motto des Projektes.

Weitere Informationen gibt es auf der FVM-Homepage oder unter www.schiri-werden.de. Den Videoclip zur Kampagne hier:

Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen

Der letzte Teil der Tagung drehte sich ganz um die Aufgaben und das Selbstbild der kreislichen Öffentlichkeitsmitarbeiter. „Wir haben einen Fragebogen konzipiert, der uns als Grundlage dienen soll, den aktuellen Status der Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen bewerten zu können“, sagte Hennig. In den anschließenden Gruppendiskussionen wurde deutlich, dass es eine große Schnittmenge bei den Aufgaben der Teilnehmer in den einzelnen Kreisen gibt: So zählten besonders die Pressearbeit und die interne Kommunikation mit den Schiedsrichtern zum Tagesgeschäft der meisten Öffentlichkeitsmitarbeiter. In den Gesprächen wurde jedoch auch schnell deutlich, dass die Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisen häufig nur am Rand mitläuft. „Ich denke, dass in den Ausschüssen noch das Bewusstsein geschaffen werden muss, der Öffentlichkeitsarbeit einen höheren Stellenwert einzuräumen“, sagte Hennig. Schließlich leiste jeder kreisliche Öffentlichkeitsmitarbeiter im Rahmen seiner Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zum Image der westfälischen Schiedsrichter.

Werner erhält Verdienstnadel

Werner erhält Verdienstnadel

Es waren Überraschungswochen auf den Tagungen des Verbandssschiedsrichterausschusses (VSA): Wurde Michael Liedtke, der Vorsitzende des VSA, in der vorigen Woche noch selbst mit einer Ehrung überrascht, so ließ er es sich nicht nehmen, seinen Mitarbeiter Torsten Werner eine Woche später auf der Tagung der kreislichen Öffentlichkeitsmitarbeiter mit der silbernen Verdienstnadel des FLVW auszuzeichnen.

„Er hat die Arbeit des Verbandsschiedsrichterausschusses nachhaltig bereichert, seitdem er als Beisitzer im Amt ist“, sagte Michael Liedtke. Torsten Werner stehe, so sein „Chef“, in der Regel nicht in der Öffentlichkeit. „Torsten übernimmt im Hintergrund viele Funktionen und Aufgaben, die viele gar nicht mitbekommen – es ist eine breite Palette, die allen im Schiedsrichterbereich weiterhilft“, so Liedtke, der als nur eines von vielen Beispielen die Auswertung der Beobachtungsbögen nannte.

Der Bielefelder ist seit 2010 im Verbandssschiedsrichterausschuss. Von 2007 bis 2012 war Torsten Werner Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses in Bielefeld. Zuvor war der 43-jährige von 2003 bis 2007 als Lehrwart tätig, nachdem er bereits zwei Jahre die Lehrarbeit als Lehrstabsmitglied unterstützte. Seine Schiedsrichterprüfung absolvierte Werner im März 1987 und war als Aktiver bis zur Verbandsliga im Einsatz, als Assistent bis zur Oberliga. Seine aktive Laufbahn beendete er im Jahr 2003.

Kreis Iserlohn beobachtet Wolfgang Stark

Kreis Iserlohn beobachtet Wolfgang Stark

Das Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (1:0) stand unter der Leitung von Wolfgang Stark. Der FIFA-Schiedsrichter erhielt für seine souveräne Leistung vom Fußball-Fachmagazin Kicker die Note „gut.“ So ähnlich dürfte auch das Urteil der Schiedsrichter aus dem Kreis Iserlohn ausgefallen sein: Gemeinsam mit Bundesliga-Beobachter Egbert Engler analysierten 36 Referees aus dem Kreis 17 die Spielleitung Starks.

Dies war nur eine der Etappen der Iserlohner auf ihrem Wochenendlehrgang im münsterländischen Billerbeck. „Das passte“, bilanzierte Lehrwart Dirk Schmale passend, aber treffend, am Sonntagnachmittag. Dass die Zahl der anwesenden Sportler recht groß ausfiel, war neu in diesem Jahr. Iserlohns Obmann Lars Lehmann erklärte: „Wir wollten viele junge Talente dabei haben, um ihnen die Möglichkeiten im Schiedsrichterwesen aufzuzeigen.“

Annika Paszehr war als einzige Schiedsrichterin mit dabei – ihren männlichen Kollegen lief die Unparteiische der 2. Frauen-Bundesliga trotzdem den Rang ab. Mit nur einem Fehler bei insgesamt 90 Regelfragen hatte Paszehr in Sachen Regelkenntnis letztlich die Nase vorn und durfte sich daher über zwei Eintrittskarten für das Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und Mainz 05 (4:2) freuen.

Neben der Regelkunde trainierte der Kreis 17 auch seine Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Stellungsspiel und pro-aktives Handeln. Auch der zwischenmenschliche Part kam definitiv nicht zu kurz. „Wir wollten ein aktives Wochenende bieten und die Gemeinschaft stärken“, sagte Lars Lehmann. Nach der Analyse mit Egbert Engler  (Kreis Recklinghausen) standen auch interessante Referate auf der Tagesordnung: Die VSA-Mitglieder Simone Horn und Torsten Werner standen den interessierten Unparteiischen Rede und Antwort. Aus aus den eigenen Reihen wurden zwei Referate zum Thema Körpersprache und Kommunikation gehalten. Für die Rückrunde ist man in Iserlohn wohl gerüstet. (le)

Abwechslungsreiche Tagung

Abwechslungsreiche Tagung

Die Vorsitzenden der Kreisschiedsrichterausschüsse (VKSA) kamen am 8. November im SportCentrum Kaiserau zusammen. Auf der Tagesordnung standen neben drei ganz besonderen Ehrungen die Berichte aus den zahlreichen Arbeitsbereichen der Beauftragten des Verbandsschiedsrichterausschusses. Darüber hinaus fanden die Themen 2-Stufen-Plan und die geplante Obleutequalifizierung durch den DFB Platz im Tagungsprogramm.

Fairen Hallenfußball – keine Klopperei

Futsal-Beauftragte Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig
Der Futsal-Beauftragte des VSA: Thorsten Kaatz | Foto: David Hennig

Im Bereich „Futsal“ gab es aufgrund der bevorstehenden Änderungen der Hallenregeln und der beschlossenen Ablösung durch die Futsalregeln ab der Saison 2015/2016 erhöhten Diskussionsbedarf unter den Anwesenden. Manfred Schnieders sprach sich dabei deutlich für die beschlossenen Änderungen aus: „Wir wollen fairen und schnellen Fußball in der Halle sehen und keine Klopperei!“ Er appellierte deshalb an alle Beteiligten, die beschlossenen Neuerungen erst auszuprobieren, bevor diese kritisiert werden. Auch im Plenum fand dies breite Zustimmung, auch wenn bezüglich der kurzfristigen Umsetzung der Änderungen leichte Kritik aus den Reihen der Obleute geäußert wurde. Thorsten Kaatz, der Beauftragte für Futsal des VSA, bestätigte, dass sich Futsal in Westfalen immer größerer Beliebtheit erfreue. „Mir fehlen mittlerweile Schiedsrichter, um die Spiele auf FLVW-Ebene anzusetzen. Das kann ich mit 30 Futsal-Schiedsrichtern nicht mehr bewältigen“, so Kaatz. Aber nicht nur der Futsalbereich entwickle sich weiter, auch der Schiedsrichterbereich bekäme immer mehr Struktur und werde zunehmend professionalisiert.

2-Stufen-Plan unverzichtbar

Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig
Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW | Foto: David Hennig

Der 2-Stufen-Plan steht auf dem Prüfstand: Eine Arbeitsgruppe des Verbandes beschäftigt sich derzeit mit dem Instrumentarium zur Schiedsrichtergewinnung und zur Sicherstellung des Spielbetriebes. Ein erstes Treffen der Gruppe, bei dem bisher Erfahrungen und Informationen gesammelt wurden, fand bereits statt. Simone Horn, Beisitzerin im VSA, und Juan de Cruz Pujades, Vorsitzender des KSA in Gütersloh, vertreten dabei die Interessen der Schiedsrichter. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders, der ebenfalls der Arbeitsgruppe angehört, betonte anfangs, dass der Ausgang offen sei: „Es gibt noch kein konkretes Ziel – wichtig ist, dass wir etwas machen, was uns letztlich hilft.“ Auch wenn das Ergebnis nicht feststeht, so ist eine Richtung erkennbar: Das Prinzip des 2-Stufen-Plans dürfe nicht zur Diskussion stehen, da waren sich alle Anwesenden einig. „Es ist ein probates Mittel, um Vereine zur Schiedsrichtergewinnung zu bewegen“, sagte Simone Horn. Reinhard Pietz, Obmann aus dem Kreis Arnsberg, ergänzte: „Ohne Druck werden die Vereine nichts tun.“ Ziel müsse es jedoch sein, so die einhellige Meinung, die Schiedsrichtergewinnung für Vereine attraktiver zu machen. Ein lohnenswertes Bonussystem für Vereine, die neue Schiedsrichter anwerben und ausbilden und sich für die Erhaltung einsetzen, wäre hier ein möglicher Ansatz. „Wir müssen den Abwärtstrend stoppen und junge Leute gewinnen, die über eine längere Zeit dabei bleiben“, sagte Schnieders. Bundesweit gäbe es, so der Vizepräsident, identische Probleme, aber keine Patentlösung. Mit vielen kleinen Schritten müsse der Verband jedoch der jetzigen Entwicklung entgegensteuern.

Obleute begrüßen geplante Qualifizierung

Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig
Christoph Hanck stellt die Ergebnisse der Gruppenarbeit vor | Foto: David Hennig

„Qualifizierung der Ehrenamtlichen ist ein Thema, dem sich der DFB vor rund zwei Jahren angenommen hat. Bisher haben sich die Maßnahmen auf die Lehrwarte konzentriert – nun sind die Obleute dran“, sagte Michael Liedtke, der Mitte November zur Obleutetagung des DFB fährt und gemeinsam mit VSA-Beisitzer Torsten Werner und den Anwesenden Kreisobleuten in Gruppenarbeiten Vorschläge für mögliche Qualifizierungsansätze erarbeitete. Besondere Unterstützung wünschten sich die Anwesenden überwiegend in den Bereichen Organisation, Management, Mitarbeiterführung und -motivation, Mediation und Konfliktlösung, Medienkompetenz und Krisenkommunikation sowie in Satzungs- und Rechtsfragen.

Viele weitere Themen

Aber auch die übrigen Arbeitsbereiche sollten nicht zu kurz kommen: Peter Müller lobte die anwesenden Obleute dafür, dass in den letzten Jahren die Auswahl der Teilnehmer für die Wochenlehrgänge besser geworden sei: „Die Qualität ist konstant gestiegen. 80 Prozent der Teilnehmer sehen wir später in den Verbandsspielklassen wieder.“

Karl-Heinz "Kalla" Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig
Karl-Heinz „Kalla“ Schulze bei seinen Ausführungen zum DFBnet | Foto: David Hennig

Karl-Heinz Schulze gab einen kurzen Rückblick über die Entwicklung nach der Einführung des DFBnet in Westfalen und hob hervor, dass die Schiedsrichter am besten mit dem System klargekommen und nach und nach neue Tools, wie z.B. die Lehrgangsverwaltung, hinzugekommen seien.

Aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit berichtete David Hennig, der einen kurzen Rückblick auf die Einführung des Schiedsrichter-Aktuell-Portals und die Tagung für Öffentlichkeitsmitarbeiter der Kreisschiedsrichterausschüsse gab sowie einen Ausblick auf das geplante zentrale Informationsportal für Interessenten an der Schiedsrichtertätigkeit. „Wir sind mit der neuen Schiedsrichter-Aktuell durchaus zufrieden. Mehr als 58.000 Seitenaufrufe in zehn Monaten können sich sehen lassen“, sagte Hennig.

Weitere Fotos der Tagung:

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