Nach 30 Jahren ist Schluss

 

Hans-Heinrich Freund wurde von VKSA Ulrich Neus bei seinem letzten Spiel verabschiedet | Foto: Bastian Otto
Hans-Heinrich Freund wurde von VKSA Ulrich Neus bei seinem letzten Spiel verabschiedet | Foto: Bastian Otto

Nach über 30 Jahren hängt Hans-Heinrich Freund, Schiedsrichterdenkmal der SG Hickengrund, mit Ende der Saison 2015/2016 seine „ Pfeife an den Nagel“. Im März 1986 legte der Siegen-Wittgensteiner seine Prüfung ab. Damit begann eine langjährige Karriere als Unparteiischer. Und das immer für einen Verein – die SG Hickengrund. Am letzten Spieltag leitete Hans-Heinrich Freund mit der Begegnung Spielvereinigung Neunkirchen gegen Fortuna Freudenberg II ( 6:3 ) sein letztes Kreisligaspiel. Als Dankeschön für seine langjährige Schiedsrichtertätigkeit überreichte Schiedsrichterobmann Ulrich Neus dem verdienten Unparteiischen einen Geschenkgutschein.

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„SiWi“ dankt Schiedsrichtern

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Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Danke Schiri“ von DFB und DEKRA zeichnete der Kreisschiedsrichterausschuss Siegen-Wittgenstein zwei Schiedsrichter aus. In einer Feierstunde im Sportheim des SV Setzen ehrte der Vorsitzende Ulrich Neus die beiden Schiedsrichter Florian Schreiber und Uwe Schmidt.

Florian Schreiber als Sinnbild gelebten jungen Ehrenamtes

Mit dem fast 24 Jahre alten Kreisschiedsrichter-Lehrwart Florian Schreiber (SG Siegen- Giersberg) wurde ein Vertreter ausgezeichnet, der wie kein zweiter seiner Generation im Schiedsrichterwesen Akzente für die Verbindung vom aktiven Sportlerleben und Funktionärstätigkeit setzt. Nachdem er 2007 mit 15 Jahren die Schiedsrichterprüfung abgelegt hatte, gelang es bereits drei Jahre später ihn für eine Mitarbeit im Lehrwesenteam „Verbands- und Nachwuchsschiedsrichter“ zu gewinnen. Dort zeichnete er sich schnell durch vorbildlichen Einsatz aus, und übernahm schon bald die Leitung der Jung-Schiedsrichter-Gruppe. Auf Grund seines behutsamen, aber auch zielgerichteten Umgangs mit dem jüngsten Nachwuchs im Schiedsrichterwesen, konnte eine kontinuierliche Nachführarbeit zum kreislichen Perspektivteam etabliert werden. 2013 wurde Florian dann folgerichtig die Leitung des kreislichen Pespektivteams übertragen. Ende 2014 erfolgte die Berufung zum Kreis Schiedsrichter Lehrwart und Mitte 2015 die Übernahme der Aufgaben des stellvertretenden Vorsitzenden Kreisschiedsrichter Ausschuss. Neben seiner Arbeit in der Führungsebene des KSA greift er natürlich auch selbst zur Pfeife. Als Landesliga Schiedsrichter kommt Florian bis zur Oberliga als SRA zum Einsatz und zählt unter anderem zu den zur Zeit 12 DFB-Futsal-Schiedrichtern. „Diese Aufgaben alle parallel zu bewältigen und die Befähigung junge Menschen für die Schiedsrichtertätigkeit zu begeistern, rechtfertigen die Ehrung in der Kategorie „U50“ mit einem herzlichen „Danke Schiri“ allemal“, sagt Ulrich Neus, Vorsitzender der Siegen-Wittgensteiner Schiedsrichter.

Liebe zum Fußball als Motivation

In der Kategorie „Ü50“ wurde mit Uwe Schmidt ein Schiedsrichter geehrt, der selbst nur 49 Spiele als aktiver Spielleiter bestritten hat. Die längste Zeit ist er als Beisitzer Mitglied des Kreisschiedsrichterausschusses, einige Jahre auch als stellv. VKSA. Seit über 15 Jahren steht sein Name für eine äußerst akribische und gewissenhafte Verwaltung in unserer Vereinigung. Als wesentlicher Teil ist da sicherlich die Kontrolle der Spielberichte zur erwähnen. Wenn man bedenkt, dass in einer Saison bei uns im Kreis ca. 5.000 Spiele mit Schiedsrichtern angesetzt werden (d.h. ebenso viele zu kontrollierende Spielberichte), ist dies schon eine beachtliche Summe, die bei Uwe „über den Schreibtisch geht“. „Bei all der Arbeit ist es Uwe jedoch wichtig den menschlichen Aspekt nicht zu vernachlässigen. Alles ein wenig lockerer zu sehen, aber gleichzeitig verlässlich für andere da zu sein. Unruhe und Unfrieden waren für ihn schon immer ein Dorn im Auge und so setzt Uwe alles daran die Harmonie zu fördern oder wiederherzustellen. Auch in seinem Heimatverein VfB Burbach, bei dem er auch über längere Zeiträume 1.Vorsitzender war, weiß man die oben aufgeführten Attribute und seine warmherzige , hilfsbereite und humorige Art zu schätzen“, so das Lob der Verantwortlichen.

Bundesweite Aktion von DFB und DEKRA

Mit der Aktion „Danke Schiri“ setzt der DFB eine Kampagne fort, die zuletzt 2011 ausgeführt wurde. Hier möchte man vorrangig die Schiedsrichter positiv in die Öffentlichkeit rücken und ehren, die sich durch besonderes Engagement im Schiedsrichterwesen eingebracht haben. Als Auswahlkriterium zählt beispielsweise die Anzahl der geleiteten Spiele, die Jahre der Schiedsrichter-Zugehörigkeit, das Engagement in der Gruppe, die Mitarbeit bei Lehrverantaltungen oder auch besonderes soziales Engagement. Wie die einzelnen Punkte dabei gewichtet werden, stellte der DFB den Kreisen frei.

Jahresabschluss in Siegen

Jahresabschluss in Siegen

Zum Ende der Hinrunde hatte der Kreisschiedsrichterausschuss seine 158 Schiedsrichter zum Jahresabschluss in die Kultur- und Festhalle in Setzen geladen. Der DFB-Beobachter und ehemalige FIFA-Schiedsrichterassistent Egbert Engler berichtete als Gastredner von seiner Beobachtertätigkeit. Natürlich durften auch die Ehrungen verdienter Schiedsrichter nicht fehlen.

DFB-Beobachter Egbert Engler referiert | Foto: Pascal Emrich
DFB-Beobachter Egbert Engler referiert | Foto: Pascal Emrich

Sehr gerne sei Egbert Engler der Einladung nach Siegen gefolgt, „Ihr habt hier super Jungs und eine tolle Nachwuchsarbeit“, sagte der DFB-Beobachter. Er freue sich, einige Talente, die er selbst schon beobachtete, wiederzusehen. Als Aktiver war er selbst jahrelang zusammen mit Helmut Krug im Einsatz und assistierte unter anderem bei Spielen der Europameisterschaft 1996 in England und beim DFB-Pokalfinale in Berlin. „Ich hätte nie gedacht dass ich so etwas, einmal erleben darf“, sagte Engler, der nun seine Erfahrungen als DFB-Beobachter von der Bezirksliga bis hin zur Bundesliga weitergeben kann.

In seinem Vortrag gab Engler anschließend einen interessanten Einblick in das Beobachterwesen der Bundesligen. „Als Beobachter ist man ständig unterwegs. In 20 Wochen der Hinrunde habe ich insgesamt 34 Spiele beobachtet“, so Engler. Anders als in den unteren Ligen erfolgt im DFB-Bereich nach dem Spiel in der Kabine immer eine Videoanalyse mit dem Schiedsrichtergespann, bei der alle wichtigen Szenen sofort angesprochen würden. Doch meist wüssten die Schiedsrichter selbst schon was Sache ist, so Engler. Eine weitere Besonderheit: In einem speziellen Forum, zu dem nur die Elite-Schiedsrichter und Beobachter Zugriff haben, werden alle kritischen Szenen der Bundesligapartien eingestellt, um hier zu einer einheitlichen Regelauslegung zu kommen. Am Ende seines Vortrags gab Engler den Schiedsrichtern abschließend den guten Rat mit auf den Weg, sich jederzeit nur Ziele zu setzen, die man auch erreichen kann.

KV Marco Michel, Ulich Neus und Ralf Plate | Foto: Pascal Emrich
KV Marco Michel, Ulich Neus und Ralf Plate | Foto: Pascal Emrich

„Schiedsrichter sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, sagte Kreisschiedsrichterobmann Ralf Plate, der an diesem Abend viele Ehrungen vornehmen durfte. Die Ehrennadel in Silber für 10-jährige Schiedsrichtertätigkeit ging an diesem Abend an Ali Hoteit, Süleyman Kocagöl und Bernd Pöppel überreichte. Die Ehrennadel in Gold für 20-jährige Schiedsrichtertätigkeit erhielten Achim Küthe und Andreas Oppermann. Und die Ehrenurkunde des Verbandes für 25-jährige Tätigkeit überreichte der Kreisvorsitzende Marco Michel an Julio Esteban. Eine besondere Ehre wurde Ulrich Neus zuteil, der als höchste Auszeichnung die Verdienstnadel des FLVW in Gold empfangen durfte. „Ulrich Neus engagiert sich seit Jahrzehnten in besonderer Weise nahezu rund um die Uhr für den Schiedsrichtersport. Wöchentliche Ansetzungen, Umbesetzungen und Organisatorisches. Hinzu kommen Beobachtungen und Coaching. So ein Mann ist im Ehrenamt unersetzlich“, sagte Plate.

Achim Küthe, Süleyman Kocagöl, Andreas Oppermann (hinten), Julio Esteban, Bernd Pöppel (hinten und Ali Hoteit | Foto: Pascal Emrich
Achim Küthe, Süleyman Kocagöl, Andreas Oppermann (hinten), Julio Esteban, Bernd
Pöppel (hinten und Ali Hoteit | Foto: Pascal Emrich

Über die Auszeichnung „Jung-Schiedsrichter des Jahres 2014“ konnte sich der erst 16-jährige Philipp Einheuser freuen, der dem kreislichen Perspektivkader angehört und Spiele bis in die Kreisliga A, der höchsten Liga auf Kreisebene, leitet. Paul Ulrich Werthenbach, der selbst als Referent in der Schiedsrichterausbildung und als Verbandsbeobachter agiert, erhielt für sein persönliches Engagement in der Förderung des Sports die Auszeichnung „Schiedsrichter der Kreisliga des Jahres 2014“. Zum „Ehrenschiedsrichter des Jahres 2014“ ernannte der Kreisschiedsrichterausschuss Hans Freund. „Neben seiner ruhigen und besonnenen Art, kann man ihn jederzeit kurzfristig Spielleitungen zukommen lassen“, lobte Plate seinen besonderen Einsatz. Die 20-jährige Pilar Pfennig erhielt den Titel „Schiedsrichter(in) des Jahres 2014“. Mit dem Aufstieg und dem anschließenden Verbleib in der 2. Frauen-Bundesliga krönte Sie ihre Saison. „Als junge Frau ist es bedeutend schwieriger als Schiedsrichter anerkannt zu werden. Immer wieder kommen von Zuschauern und Vereinsvertretern dumme und überflüssige Kommentare. Solche Idioten machen den Fußball kaputt und Schaden den Vereinen und dem Schiedsrichtersport im Allgemeinen“, sagte Plate, der Ihr zudem ein Trikot mit persönlicher Widmung übergab. (dh)

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