Von der Linie an die Pfeife in Liga vier

Foto: Nils Heimann

Wenn am 1. August die Regionalliga-Saison 2014/15 angepfiffen wird, beginnt auch für Philip Holzenkämpfer ein neuer Lebensabschnitt. Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband hat den 27-jährigen Rheinenser als Schiedsrichter für die vierthöchste deutsche Liga berufen.

Dort ist er kein Unbekannter. Schließlich assistiert Holzenkämpfer bereits seit zwei Jahren regelmäßig in dieser Spielklasse. Doch kannte er im Stadion Essen, im Niederrheinstadion in Oberhausen oder in der Krefelder Grotenburg nur die Seitenlinien, so wird er bald in diesen Traditionsstätten auch die Spielfeldmitte kennenlernen. Die frohe Botschaft verkündete ihm Verbandsschiedsrichterobmann Michael Liedtke persönlich am Telefon. Ich habe nicht damit gerechnet, habe es aber natürlich im Stillen gehofft und immer versucht, Bestleistungen auf dem Platz zu erbringen“, erklärt Holzenkämpfer, der FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark zu seinen Vorbildern zählt. Im dritten Oberliga-Jahr hat es nun mit dem Aufstieg für den Nordwestfalen geklappt, dem man seinen Willen, sich stetig zu verbessern, deutlich anmerkt.

Ehrgeizig und bescheiden

Besonders dieser Ehrgeiz, gepaart mit der Umsetzung von konstruktiven Ratschlägen der Beobachter, war für den Schiedsrichter von GW Rheine ein wichtiger Faktor für seinen Erfolg. Angesprochen auf seine Stärken wird er dagegen wortkarg. „Das ist sicher etwas, das meine Beobachter besser beantworten könnten. Ich versuche grundsätzlich die Ruhe zu bewahren und damit den Blick immer wieder auf Einzelsituationen lenken zu können“, erklärt der 27-Jährige.

Aufstrebenden Schiedsrichtern mahnt der Nordwestfale insbesondere zur Bodenständigkeit. Zudem sei die Selbstreflexion der eigenen Leistungen wichtig, um im Schiedsrichterwesen seine eigenen Ziele tatsächlich erreichen zu können. Bei allem Ehrgeiz, bei aller Selbstkritik und trotz der guten Leistungen weiß aber auch Holzenkämpfer aus eigener Erfahrung, dass man sich die Schiedsrichter-Welt nicht malen kann, wie es einem gefällt. Im ersten Oberliga-Jahr musste der gelernte Verkaufs- und Bauelementefachberater lange Zeit aus gesundheitlichen Gründen pausieren. „Das drückte doch immer mal wieder meine Stimmung. Ich habe da viel Verständnis von meiner Familie erfahren, das hat mich gestärkt“, so Holzenkämpfer, der heute selbst aus dieser negativen Phase das Positive herauszieht.

Neue Spielertypen in der Regionalliga

In der Regionalliga will sich der Rheinenser nun erst einmal etablieren. Schließlich bedeutet jeder Aufstieg für einen Schiedsrichter zunächst, sich mit neuen Spielertypen auseinander setzen zu müssen. „Die Erfahrungen mancher Akteure ist schon bemerkbar auf dem Feld. Das erhöht immer auch die Spielgeschwindigkeit und verlangt dem Schiedsrichtergespann natürlich mehr ab“, ist sich der Referee über die Unterschiede zwischen Ober- und Regionalliga aus seiner Tätigkeit als Assistent in der vierthöchsten deutschen Liga bewusst.

Doch bevor die Saison beginnt, hat Holzenkämpfer erst ganz persönliche Ziele für die nahe Zukunft: „Zunächst die Koffer packen für den Urlaub“, sagt der 27-Jährige lachend. „Ich verbringe mit meiner Frau, die mich bei meiner Schiedsrichtertätigkeit immer unterstützt hat, eine Woche auf Gran Canaria. Danach kann ich dann gut erholt in den Regionalligalehrgang starten.“

 

 

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